Gesundheit

Politik entscheidet nicht über die Zukunft der Krankenhäuser

Besuch aus der Landeshauptstadt: Peter Preuß, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion aus Düsseldorf (links), und Landtagsabgeordneter Jochen Ritter vor dem Olper Geschichtsbrunnen.

Besuch aus der Landeshauptstadt: Peter Preuß, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion aus Düsseldorf (links), und Landtagsabgeordneter Jochen Ritter vor dem Olper Geschichtsbrunnen.

Foto: Roland Vossel / WP

Kreis Olpe.  Hausärztliche Versorgung und Krankenhaus-Planung standen auf der Agenda der CDU-Mitglieder des Gesundheitsausschusses in der Akademie Biggesee.

Die hausärztliche Versorgung auf dem Land und die Zukunft der Krankenhäuser sind aktuell zwei heiß diskutierte Themen im Kreis Olpe. Sie standen auch auf der Agenda der Klausurtagung der CDU-Mitglieder im Ausschuss Arbeit, Gesundheit und Soziales des Düsseldorfer Landtages in der Akademie Biggesee in Neu-Listernohl. Im Gespräch mit unserer Zeitung nahmen der heimische Landtagsabgeordnete, Jochen Ritter, und der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Peter Preuß, Stellung.

Zur Frage nach der Zukunft der drei Krankenhäuser im Kreis Olpe, meinte Jochen Ritter, der nicht Mitglied des Ausschusses ist, aber teilweise an der Tagung teilnahm: „Es ist nicht Sache des Gesetzgebers darüber zu entscheiden, was am Ende an Standorten übrig bleibt. Die Häuser müssen sich Gedanken machen, was sie qualitativ besonders gut können und wie sie sich ergänzen.“

Keine Doppelstrukturen

„Das Land wird nicht von oben entscheiden, welche Klinik weiter existiert“, betonte auch Peter Preuß. Die Bertelsmann-Studie, nach der die Hälfte der Krankenhäuser geschlossen werden könnte, spiele keine Rolle: „Wir verfolgen andere Ziele.“ Es gehe darum, wie die Versorgungsstruktur in einzelnen Regionen ist und eine Krankenhaus-Planung: „Die Krankenhäuser müssen erreichbar sein und gerade in ländlichen Bereichen die Akutversorgung sicherstellen. Außerdem geht es um Spezialisierung, um eine medizinische Leistung in hoher Qualität.“

Durch die Krankenhaus-Planung solle Druck entstehen, dass Doppelstrukturen vermieden werden, so der gesundheitspolitische Sprecher aus Düsseldorf. Es gehe um Abstimmung der medizinischen Leistungen: „Wenn man in Olpe einen Da Vinci-OP-Roboter für mehrere Millionen Euro anschafft und es den in Attendorn schon gibt, wäre das eine irrwitzige Investition.“

Über Kreisgrenzen hinaus

Auch Ritter hob die gegenseitige Ergänzung der Kliniken hervor: „Da muss man auch über die Kreisgrenzen hinaus gucken. Es sind auch Kooperationen nicht verboten. Das Krankenhaus in Altenhundem bekommt zum Beispiel viel Zulauf aus dem Hochsauerlandkreis.“

Bis kommenden Donnerstag soll ein Gutachten des Gesundheitsministeriums vorliegen, so Peter Preuß, der im Jahr 2021 mit der neuen Krankenhaus-Planung rechnet: „Der Ausschuss für Krankenhaus-Planung ist daran interessiert, das so schnell wie möglich umzusetzen. Das geht aber nicht ohne die Krankenhäuser. Die wirken an dem Plan mit.“

Bei der ärztlichen Versorgung hob Preuß das seit Anfang dieses Jahres geltende Gesetz zur Landarztquote hervor. Danach werden etwa acht Prozent der Medizin-Studienplätze nicht nach Numerus Clausus, sondern nach Eignung, sozialer Kompetenz oder Empathie vergeben: „Diese Studenten müssen sich verpflichten, sich nach dem Studium zehn Jahre als Hausarzt in unterversorgten Regionen niederzulassen. Die Nachfrage ist riesengroß.“ Zudem sei die Zahl der Medizin-Studienplätze erhöht worden.

Medizinische Versorgungszentren

Zur Frage nach der Ursache für den drohenden Rückgang der Hausärzte auf dem Land, meinte der Düsseldorfer: „Ich bin in allen möglichen Regionen gewesen. Es geht nicht um die Bezahlung, sondern um geregelte Arbeitszeiten und eine attraktive Umgebung.“ 60 Prozent der Medizinstudenten seien weiblich: „Die wollen in geregeltem Rahnen arbeiten. Die Bereitschaft, sich niederzulassen, ist gering.“

Die Politik habe darauf mit Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) reagiert, betonte der gesundheitspolitische Sprecher der Union: „Dort arbeitet man als angestellter Arzt. Es wird auch Teilzeitarbeit ermöglicht. Das wird stark forciert.“

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