Unfall

Polizei ermittelt nach Unfall-Tod wegen fahrlässiger Tötung

Am Tag nach dem tödlichen Unfall auf der B 236 in Rönkhausen liegen Blumen und ein Herz aus Kerzen an der Unfallstelle.

Am Tag nach dem tödlichen Unfall auf der B 236 in Rönkhausen liegen Blumen und ein Herz aus Kerzen an der Unfallstelle.

Foto: Barbara Sander-Graetz

Rönkhausen.  Nach dem Unfall in Finnentrop, bei dem eine 17-Jährige starb, besteht der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Verursacher soll Diabetiker sein.

Wie es zu dem tödlichen Unfall auf der B 236 zwischen Rönkhausen und Lenhausen am Montagmorgen gekommen ist, bleibt weiterhin unklar. „Die Ermittlung der Unfallursache könnte noch Wochen in Anspruch nehmen“, sagte Michael Klein, Sprecher der Polizei im Kreis Olpe.

Ein Pick-up, der im Märkischen Kreis zugelassen ist, scherte auf der B 236 plötzlich aus, geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit dem Leichtkraftrad, auf dem zwei 17-jährige Schülerinnen saßen. Die Fahrerin verstarb noch am Unfallort an ihren Verletzungen. Ihre Mitfahrerin wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Zu ihrem Zustand konnte die Polizei am Dienstagvormittag noch keine verbindlichen Aussagen machen.

Der 30-jährige Fahrer des Pick-ups erlitt bei dem tödlichen Unfall einen Schock und kam ebenfalls ins Krankenhaus. Eine Vernehmung zum Unfallgeschehen sei nach dem Kenntnisstand des Polizeisprechers noch nicht vorgenommen worden. „Und selbst wenn wir ihn vernehmen, ist es unsicher, ob er überhaupt Angaben dazu machen kann.“

Ermittlungen zum Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung

Nachdem die B 236 am Montag knapp sieben Stunden gesperrt gewesen war, beginnt für die Beamten nun die Ermittlungsarbeit. Das bedeutet: Spurenlage auswerten und Zeugen befragen. „Rechtlich betrachtet steht eine fahrlässige Tötung im Raum“, so Klein.

In der Vergangenheit kam es immer mal wieder zu Unfällen auf der B 236 bei Finnentrop. Auch Daniel Schulte, Anwohner in Rönkhausen, hatte im Gespräch mit unserer Redaktion darauf hingewiesen, wie gefährlich die Strecke sei – gerade für Motorrad- und Fahrradfahrer. Dennoch sieht Polizeipressesprecher Klein dort keinen Unfallhäufungspunkt. „Es ist keine Stelle, an der langsam gefahren wird. Dennoch passieren hier nicht öfter Unfälle als anderswo auch.“

Unfallkommission bewertet Verkehrslage – wenn kein menschliches Versagen vorlag

Auch Kreisdirektor Theo Melcher warnt davor, nach Unfällen eine komplette Straße als gefährlich einzustufen. „Die B 236 ist mehrere Kilometer lang. Dementsprechend muss man sie auch differenzierter betrachten.“ Nach schwerwiegenden Unfällen werde eine Unfallkommission – bestehend aus dem Kreis Olpe, der Polizei, der Gemeinde und den Straßenbaulastträgern – eingeschaltet, die die Verkehrslage überprüft, bewertet und dann gegebenenfalls Maßnahmen einleitet, um sie zu entschärfen.

Wenn sich der Unfall jedoch in Folge menschlichen Fehlverhaltens ereignet hat – sei es in Form von unangepasster Geschwindigkeit, telefonieren ohne Freisprecheinrichtung oder Sekundenschlaf – könne die Unfallkommission nicht regulierend eingreifen.

Diabetes-Erkrankung des Unfallverursachers?

Laut Staatsanwalt Rainer Hoppmann habe der 30-jährige Unfallverursacher angegeben, dass er an einer Diabetes-Erkrankung leide. „Er ist aber noch nicht verantwortlich vernommen worden, so dass wir diese Information nicht konkret bestätigen können“, so Hoppmann. Dementsprechend sei es Gegenstand der weiteren Ermittlungen, diese Information zu verifizieren und zu prüfen, ob und inwieweit sie Auswirkungen auf das Unfallgeschehen hatte.

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