Schützen

Rauschender Schützenball für die Rückers in Olper Stadthalle

Toller Schützenball in der Olper Stadthalle. Das Königspaar Wilhelm und Simone Rücker begeistert die Besucherinnen und Besucher.

Toller Schützenball in der Olper Stadthalle. Das Königspaar Wilhelm und Simone Rücker begeistert die Besucherinnen und Besucher.

Foto: Lea Lütticke / WP

Olpe.  Es war ein Schützenball der Superlative in der Olper Stadthalle. Launige Reden von König und Major sowie der Musikverein Gerlingen begeisterten.

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Wie ruhig und souverän eine Hand beim Schießen, unter Beobachtung tausender Zuschauer, sein kann, bewies Wilhelm Rücker im vergangenen Jahr. „Erstaunlich, welch unruhige Hand ich dann am Rotweintisch hatte. Ich habe mehr Rotwein verschüttet als getrunken“, scherzte der König beim Schützenball in Olpes guter Stube. Als Oberleutnant Ralf Lorenz ihm vor einigen Jahren „mit dezenter Durchsetzungsstärke“ die Beitrittserklärung zum Olper Schützenverein vorgelegt hatte, habe sich sein Leben verändert, meinte der umjubelte König und schwelgte in Erinnerungen: „Mein emotionaler Ausnahmezustand, meine Ankunft im Paralleluniversum für ein Jahr beginnt in der Woche vor dem Fest mit dem unumstößlichen Entschluss, auf den Vogel zu schießen und so richtig dann im Schützenhochamt.“

Tolles Konzert des Musikvereins Gerlingen

Neben seiner und der Ansprache des Majors Peter Liese überzeugte der Musikverein Gerlingen unter der Leitung von Marc Siewer. Schwungvoll und charmant führte der Vorsitzende Rainer Dornseifer durch das Konzertprogramm. Lea Wurm sang mit warmer, kräftiger Stimme „Go The Distance“ aus Disneys Hercules. „The Imperial March“, auch bekannt als Darth Vader Theme, „Someone like you“ aus dem Musical Jekyll & Hyde, sowie ein Medley aus den größten Hits von Udo Jürgens Liedern gehörten ebenfalls zum vielseitigen Repertoire der Gerlinger. Eröffnet wurde das Konzert mit dem Arrangement „Overture to Candide“. Bunt, vielfältig und temperamentvoll, wie der Olper Schützenball selbst.

Bereits beim Einmarsch von Wilhelm und Simone Rücker in die Stadthalle gab es tosenden Applaus. Das galt auch bei den Verabschiedungen der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Peter Kliche, Frank Clemens, Christoph Schneider und André Häner für insgesamt 87 Jahre treue Dienste. „Ich wurde immer wieder gefragt, wer denn in diesem Jahr den Vogel schießen will. Keine Ahnung sagte ich, aber im Kasten blieb er nicht, da bin ich mir ziemlich sicher“, betonte Major Liese.

Zu Gast im Publikum war auch Landrat Frank Beckehoff. Nach 21 Jahren verabschiedet er sich in diesem Jahr aus seinem Amt. Lobende Worte erreichten ihn von Liese, er habe die Festtage in jedem Jahr sehr bereichert und war ein gern gesehener Gast: „Die Frage ist jetzt natürlich, ob Sie sich das mit Ihrer Entscheidung, nicht mehr anzutreten auch wirklich reiflich überlegt haben. Und das ganze auch noch ohne uns zu fragen! Wollen sie denn wirklich die Woche vor Schützenball in der Kälte, Mitten in der Nacht, vor dem Ümmerich zum Karten-Kaufen anstehen?“, scherzte Major Liese.

Martinuskirche als Zufluchtsort

Pfarrer Clemens Steiling, Bernhard Schadeberg und Bürgermeister Peter Weber wurden ebenfalls mit lobenden Worten erwähnt. Nicht zuletzt durch ihre tatkräftige Unterstützung und Hilfestellung in der ein oder anderen „Notsituation“, wie dem drohenden Sturm pünktlich am vergangenen Schützenfest-Samstag: „Ich rief in meiner Not im Pastorat an“, sagte Liese. „Frohe Feiertage Herr Schützenvikar. Wir haben ein Riesenproblem. Heute Nachmittag um 15 Uhr, genau dann wenn wir auf dem Marktplatz stehen, soll Olpe ein Unwetter erreichen. Darauf Steiling: Und wie kann ich da helfen? - eine Sekunde Pause… Sie wollen doch nicht - zwei Sekunden Pause… Ok, bevor jemand zu Schaden kommt! Aber denken Sie dran, die Martinuskirche ist ein Gotteshaus. Ich bedankte mich und legte auf. Das Unwetter zog aber genau an Olpe vorbei und entlud sich dann am anderen Ende des Biggesees.“

Als Wilhelm Rücker den Vogel 2019 mit dem 194. Schuss von der Stange holte, hatte Liese bereits recherchiert und einiges über den ehemaligen Herbramer herausgefunden. In seinem Werdegang habe Rücker ein Vogelschießen in Herbram für sich entschieden und sei damals zum „Bierfasskönig“ ernannt worden. Symbolisch werde nämlich in Herbram ein Fass am Vogel befestigt. „Wer dieses Fässchen abschießt, muss ein 50-Liter Fässchen Bier ausgeben. Ich fand die Idee war gar nicht so schlecht“, so Liese. „Da ich ja unseren Schützenvogel spachtele und bemale, konnte ich so ein Fässchen noch schnell mit einbauen und überspachteln. Und siehe da, nach dem Vogelschießen habe ich es unter dem Kugelfang wieder gefunden und sofort gesichert.“

Kopfschmuck aus Herbram

Die erste Hälfte seiner aufregenden Regentschaft liegt nun hinter Wilhelm Rücker. Mit viel Bier und viel Arbeit, wie er sagte. Der stolze König brachte die knapp 800 Gäste mit der ein oder anderen Anekdote zum Lachen. Sein Kopfschmuck des Heimatschutzvereins Herbram sorgte beispielsweise für einige Irritationen. Rücker hatte Bruder und Schwager nach seinem Sieg nach Olpe zum Schützenfest eingeladen. „Beide hatten riesigen Spaß auf dem Fest“, so Rücker. „Wenn ansonsten Feierfreude im Mittelpunkt stand, waren sie dem ständigem, wenn auch freundlichem, Mulopp ausgesetzt“. Der bereits erwähnte Kopfschmuck hatte für Erheiterung auf dem Ümmerich gesorgt: „Nun ja, sie waren im Kopfschmuck des Heimatschutzvereins Herbram erschienen, man hatte sie für Attendorner gehalten.“

Unter den Feierwütigen befand sich im vergangenen Jahr auch Rückers Sparkassen-Vorstandskollege Dieter Kohlmeier: „Wir bedanken uns bei meinem Kollegen Dieter Kohlmeier und der ganzen Mannschaft der Sparkasse für die Unterstützung, das Mitfeiern und die gemeinsame Freude. Wenn ich nach der Stimmung in der Sparkasse nach dem Schützenfest befragt werde, zeige ich am liebsten das direkt nach dem Königsschuss entstandene Foto von Kohlmeier. Besser kann ich die Emotionen nicht in Worte fassen. Oft habe ich von Kollegen seither zugerufen bekommen: Wir sind König.“

Abgerundet wurde der Schützenball mit dem Arrangement „Once upon a Summer Day“, der Trailermusik von Two Steps from Hell. Diesmal jedoch mit einem eigens produzierten Kurzvideo zum „Olper-Summer Day 2019“, sowie der Polonaise und dem Walzer durch die Stadthalle mit strahlenden Gesichtern aller Beteiligten. Bis in die frühen Morgenstunden wurde den feierfreudigen Gästen danach mit Musik der Band „4-You!“ eingeheizt.

Zum Schluss blieb Wilhelm Rücker nur noch sein Dank an Königin und Frau Simone. Charmant meinte er: „Für immer ist eine verdammt lange Zeit, aber ich freue mich darauf, sie mit Dir zu verbringen.“

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