15 Millionen Euro-Projekt

Rekordjahr 2018: Ohm & Häner wachsen und investieren

Das Olper Traditionsunternehmen Ohm & Häner investiert rund 15 Millionen Euro in eine neues Maschinenprojekt. Für die rund 60 mal 30 Meter große und rund 800 Tonnen schwere Anlage namens  Formlinie III werden derzeit die baulichen Voraussetzungen geschaffen. Im Bild die Geschäftsführer Dr. Ludger Ohm (links) und Bernd Häner (rechts) sowie Werksleiter Dr. Georg Dieckhues vor der Baugrube.

Das Olper Traditionsunternehmen Ohm & Häner investiert rund 15 Millionen Euro in eine neues Maschinenprojekt. Für die rund 60 mal 30 Meter große und rund 800 Tonnen schwere Anlage namens  Formlinie III werden derzeit die baulichen Voraussetzungen geschaffen. Im Bild die Geschäftsführer Dr. Ludger Ohm (links) und Bernd Häner (rechts) sowie Werksleiter Dr. Georg Dieckhues vor der Baugrube.

Foto: Josef Schmidt

Drolshagen/Olpe.   Für die Maschinenanlage „Formlinie III“ werden derzeit die baulichen Voraussetzungen geschaffen.

Das Olper Traditionsunternehmen Ohm & Häner ist auf Wachstumskurs: Wie Geschäftsführer Dr. Ludger Ohm (56) mitteilte, werde 2018 erstmals die Umsatz-Marke von 100 Millionen Euro überschritten, parallel dazu kann der Metallverarbeiter und Formengießer über eine Weichen stellende Groß-Investition am Standort in Drolshagen-Germinghausen berichten.

„An dieser Stelle werden gerade die baulichen Voraussetzungen für unsere neue Formlinie III geschaffen“, sagt Gießerei-Ingenieur Ohm in Anwesenheit seines Cousins, Diplom-Ingenieur Bernd Häner (52), mit dem er das Unternehmen seit vielen Jahren gemeinsam in die Zukunft führt. Mit dabei auch der Leiter des Drolshagener Gießerei-Werkes, Dr. Georg Dieckhues.

15 Millionen Euro

Insgesamt nehmen Ohm & Häner rund 15 Millionen Euro in die Hand, allein rund acht Millionen davon werden für das 800 Tonnen schwere Maschinen-„Ungetüm“ fällig, rund sieben Millionen für die Erd- und Betonarbeiten in der bereits 2008 erbauten Halle und für eine Schmelzanlage.

Nicht nur das Investitionsvolumen, auch die Ausmaße von „Formlinie III“ lassen den Laien staunen: Die vom Bad Laaspher Weltmarktführer „Heinrich-Wagner-Sinto“ (HWS) gefertigte Anlage misst stattliche 60 mal 30 Meter und kann nicht nur im Fertigungs-Zustand Gussformen aus einem Quarzsand-Ton-Gemisch herstellen, sondern gleich auch die Produkte aus Aluminium-Legierungen herstellen, die als flüssiges Metall in diese Formen fließt und dort erstarrt. „Das ist bereits die dritte Anlage von HWS“, sagt Dr. Ludger Ohm, während wir vom Rand der Baustelle für einen Moment die Stahlverlegung für die gewaltigen Fundamente verfolgen können.

Im Produktions-Modus kann „Formlinie III“ rund 120 Bauteile pro Stunde auswerfen. Für rund 320 Kunden in ganz Deutschland. Und die, so stellt Ludger Ohm klar, „kommen nur zu etwa 40 Prozent aus der Automobil-Industrie.“ Ein ausschließlicher Autozulieferer, versichert er, sei Ohm & Häner nicht. Zu den Kunden gehörten zwar BMW, Audi, Daimler und Porsche, aber eben auch die EMG in Wenden, heimische Bohrtechniker wie Tracto-Technik, Klemm und Eurodrill und Großkunden aus der Schienenfahrzeug-Branche.

E-Mobilität kein Problem, sondern Chance

Angesichts der heiß geführten Motoren-Diskussion in der Kfz-Branche macht Ohm sofort deutlich, dass ihm ein Umschwenken auf die Elektro-Mobilität alles andere als schlaflose Nächte bereite: „Unsere Teile würden auch in Elektro-Autos Verwendung finden. Wir haben schon viele Prototypen entwickelt.“ Und Batterien für Autos seien bekanntlich schwer, so dass gerade leichtes Aluminium hier ebenso zum Einsatz kommen werde wie in Elektro-Motoren.

Fest steht für Ludger Ohm und Bernd Häner jedenfalls, dass das Unternehmen sich weiterhin auf seine Standorte in der Heimat beschränke: „Hier haben wir unsere qualifizierten Mitarbeiter.“ Ideen in Richtung Osteuropa passten nicht ins Konzept.

Im Gegenteil: Für die „Formlinie III“ benötige der Betrieb sofort 25 bis 30 neue Mitarbeiter, ab 2021 50 weitere. Ohm: „Wir sind in diesem Jahr um 12 Prozent gewachsen und wollen an diesem Kurs festhalten.“

Zahlen - Daten - Fakten

Ohm & Häner mit Standorten in Olpe-Friedrichsthal (Mechanische Bearbeitung) und Drolshagen-Germinghausen (Gießerei) hat rund 700 Beschäftigte und wird im Jahr 2018 einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erwirtschaften: Rekordwert. Zu etwa 40 Prozent beliefern Ohm & Häner die Automobilindustrie.

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