Interview

Rönkhausen: „Es muss locker, flockig, lustig sein“

Hubertus Hoffmann ist seit 25 Jahren Regisseur.

Hubertus Hoffmann ist seit 25 Jahren Regisseur.

Foto: Voss

Rönkhausen.   Am 13. Oktober feiert der Theaterclub Rönkhausen Premiere mit dem Stück „Die Western Schwestern“. Hubertus Hoffmann ist seit 25 Jahren Regisseur.

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Hubertus Hoffmann ist seit 25 Jahren Regisseur beim Theaterclub Rönkhausen. Am Samstag, 13. Oktober, findet die Premiere des diesjährigen Stücks „Western Schwestern“ in der Schützenhalle Rönkhausen statt. Wir sprachen kurz vor der Premiere mit Hubertus Hoffmann. Wie sind Sie zum Theater gekommen, wie hat alles angefangen?
Hubertus Hoffmann: Durch meine Frau Magdalena. Sie spielte vor mir schon Theater in Sundern-Hagen. Anfang der 80er Jahre wurde ich angesprochen, ob ich mitspielen möchte. Ich zögerte nicht und sagte: Na klar, mache ich mit.

Theater hat in Rönkhausen ja schon Tradition. Wie hat das damals begonnen, wo lagen die Anfänge?
Die Feuerwehr spielte vor der Entstehung des Theaterclubs das Stück: „Der gute Ruf. Das nächste Stück, das bestellt worden war, hieß „Das Eigentor“. Ein Stück mit vielen männlichen Rollen, es wollte aber keiner spielen. Eine Clique kam auf mich zu und sagte: Wir möchten Theater spielen. Einige davon zählen heute noch zum Theaterclub und stehen nach wie vor auf der Bühne.


Wie oft haben Sie selbst auf der Bühne gestanden? Was waren Ihre Lieblingsrollen?
Ich habe dreimal mitgespielt und dann festgestellt, dass jährlich Aufführungen zu oft sind. Die Rolle muss mir einfach Spaß machen, so wie beispielsweise der Revolverheld. Eine Rolle, die zu ernst ist, liegt mir nicht. Für mich muss es locker, flockig, lustig sein.


Haben Sie ein Lieblingsstück?
Wilder Westen im Goldenen Land gefiel mit persönlich sehr gut. Aber auch die Stücke der letzten Jahre „Pension Schöller“ und „Der Meisterboxer“. Ernste Stücke kämen für mich nicht in Frage. Die Besucher wollen lachen und unterhalten werden.“

Wer wählt die Theaterstücke aus? Ein Gremium aus vier bis fünf Personen bestellt und liest die Stücke. Alle Darsteller haben ein Mitspracherecht. Es wird darauf geachtet, dass sich weibliche und männliche Rollen die Waage halten. Wichtig ist auch die Nachwuchsgewinnung. In diesem Jahr haben vier junge Leute ihre Premiere.“

Vier junge Darsteller, das ist beachtlich. Was sollte ein Neuling mitbringen?
Die Liebe zur Darstellung, ein Faible dafür, verschiedene Charaktere auf die Bühne zu bringen und Freude daran, seinen Mitmenschen eine Freude zu machen. Schön ist, dass es noch nie schwierig war, die Rollen mit den passenden Darstellern zu besetzen. Ich habe schon beim Lesen ein Konzept im Kopf, wer welche Rolle darstellen könnte. Die besten Stücke sind übrigens die, bei denen man schon beim Lesen lachen muss.“


Wie viele Aktive hat der Theaterclub Rönkhausen?
Es sind etwa 20 Darsteller. Das heißt, wir haben immer ausreichend Möglichkeiten, die Rollen in den unterschiedlichsten Stücken zu besetzen. Es will ja auch nicht jeder jedes Mal mitspielen und die Besucher möchten auch gerne verschiedene Gesichter auf der Bühne sehen.
Gab es ein Ereignis, das sie auch heute noch schmunzeln lässt?

Als ich den Revolverhelden gespielt habe, sollte ich in einer Szene auf ein Bild schießen, dass dann runter fällt. Ein Mitglied des Theaterclubs sollte hinter der Bühne den Nagel aus der Wand ziehen. Ich war so vertieft in meine Rolle, dass ich gleich mehrfach geschossen habe.


Zwei Monate im Jahr steht der Theaterclub im Mittelpunkt. Wie reagiert die Familie?
Meine Familie nimmt das gelassen. Meine Frau weiß, worum es geht. Sie hat schon als Souffleuse in Rönkhausen mitgewirkt.“


Haben Sie mal davon geträumt, groß raus zu kommen?
Ich habe schon mal drüber nachgedacht, dass ich, wenn ich in der Stadt gewohnt hätte, versucht hätte, mehr aus meinem Hobby zu machen.“


Sie sind seit 25 Jahren Regisseur. Worauf achten Sie bei den Darstellern besonders?
Es ist mir wichtig, dass die Darsteller ihre Rollen ernst nehmen und locker blieben. Es muss ihnen Spaß machen. Man merkt sofort, ob jemand seine Rolle verinnerlicht oder nur gequält spielt.


Sind Sie aufgeregt vor der heutigen Premiere?
Bei dieser Truppe nicht. Wir hoffen, dass alles so klappt, wie wir es uns vorstellen und falls nicht, kann ich es ja auch nicht mehr ändern.“

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