Volkstheater

Rollen den Akteuren auf den Leib geschrieben

Auf der Bühne der Elsper Schützenhalle ging es mit der Sauerländer Volksbühne turbulent zu. Hier eine Szene mit Petra Zimmermann, Reiner Schönebeck, Hermann-Josef Grewe und Lisa-Marie Reichling (von links).

Foto: Nicole Voss

Auf der Bühne der Elsper Schützenhalle ging es mit der Sauerländer Volksbühne turbulent zu. Hier eine Szene mit Petra Zimmermann, Reiner Schönebeck, Hermann-Josef Grewe und Lisa-Marie Reichling (von links).

Elspe.   Die Sauerländer Volksbühne erntete nach ihrer Premiere in der Schützenhalle viel Lob und Dank. Das Ensemble hat´s einfach drauf.

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Kaum war bei der Premiere der Sauerländer Volksbühne der Vorhang geschlossen, gab es viele Lobes- und Dankesworte. Die Theaterbesucher ließen ihrer Begeisterung in den sozialen Medien wie auch in der Elsper Schützenhalle freien Lauf. Sätze wie: „Es war herrlich, komme nochmal vorbei“ und „Danke für den schönen Abend. Ihr wart wieder Spitze. Das war ein schönes Stück“ waren der überzeugende Beweis dafür, dass sich die wochenlangen Proben mal wieder gelohnt hatten.

Vorstellungen gut besucht

Noch voller als bei der Premiere war es am Sonntag. Das Stück „Hauptsache schön“ zog die Gäste erneut in ihren Bann. Das Lustspiel aus der Feder von Georg Ludy überschlug sich fast an Irrungen und Wirrungen. Oder besser gesagt, das neunköpfige Ensemble, das die Vorlage perfekt umsetzte. Das Stück spielt in der Schönheitsklinik „Veischedetal“, die renoviert wird. Eine gute Gelegenheit für Hochstapler und Möchtegern-Ärzte sich zu profilieren. Selbst ehemalige verschmähte Liebschaften erblühen förmlich. Obwohl die Klinik geschlossen hat, finden sich einige Patienten ein. Was mit ihnen passiert, ist einfach köstliches Amüsement.

Wohlweislich gehören nämlich zu einem Theaterstück mehr als nur die Manuskripte. Es kommt genauso auf Mimik und Gestik, Situationskomik und natürlich eine Portion Lokalkolorit an. Hier gehören die Elsper Laiendarsteller zu den Meistern ihres Fachs. Wer ein Auge auf die einzelnen Darsteller wirft, hat so manches Mal das Gefühl, dass der Klamauk und die Freude am Theaterspielen und der Vorsatz, den Besuchern einen Abend mit vielen Lachern zu bieten, einfach drin steckt.

Die einen erscheinen jedes Jahr einen Touch verrückter, andere schlüpfen einfach mal in eine andere Rolle und noch andere wachsen binnen kürzester Zeit zu richtigen Größen auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Beispiele: Petra Zimmermann mutiert von der Putzfrau wider Erwarten zur Schönheitsmedizinerin. Wilfried Schudmann, der für seinen trockenen Humor und Schenkelklopfer hinreichend bekannt ist, schafft es mal wieder, auf illegalen Wegen zur angeblichen Urlaubsvertretung des Klinikchefs. Uta Willmes passte perfekt in die Rolle der ängstlichen Putzfrau, die sich für die angebliche Schönheitschirurgin „opfert“.

Neulinge etabliert

Neugieriger als die wissbegierige Lernschwester (Lisa-Marie Reichling) mit ebenso erwähnenswerter schauspielerischer Leistung kann man kaum sein.

Die vier letztjährigen Neulinge auf der Bühne knüpften locker an ihre Leistungen an. Gerlinde Gotthardt machte eine tolle Figur als „Barbie“, der letztjährige Pantoffelheld Peter Kaiser blieb seiner Rolle treu, Reiner Schönebeck veränderte sich überzeugend vom betrunkenen Angsthasen zum unglücklichen Sportwagenverkäufer und Hermann-Josef Grewe ist ebenfalls mit erneut textlastiger Rolle eine Bereicherung für das Ensemble.

An Spontanität fast nicht zu überbieten war Thomas Mertens. In nur zwei Tagen lernte er den Text und ersetzte kurzfristig den erkrankten Reimund Busse.

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