Karneval

Rund 16.000 Jecken feiern ausgelassen in Attendorn

Etwa 16.000 Jecken kommen am Veilchendienstag  zum großen Karnevalsumzug nach Attendorn. Die Stimmung ist prächtig und es bleibt, bis auf ganz wenige Ausnahmen, trocken.

Etwa 16.000 Jecken kommen am Veilchendienstag  zum großen Karnevalsumzug nach Attendorn. Die Stimmung ist prächtig und es bleibt, bis auf ganz wenige Ausnahmen, trocken.

Foto: Viktor Dobek

Attendorn.   Großer Veilchendienstagumzug findet wieder großen Zuspruch. Mit wenigen Ausnahmen bleibt es die ganze Zeit über trocken in der Hansestadt.

Der Wettergott ließ Gnade walten mit den rund 16.000 Jecken, die zum großen Karnevalsumzug der KG Attendorn am Veilchendienstag, dieses Jahr unter dem Motto „Sei kein Tor, trag’s mit Humor“, in die Hansestadt gekommen waren. Mit ganz wenigen Ausnahmen blieb es nach dem morgendlichen Regen- und Schneetreiben ab 11.11 Uhr trocken, so dass rund 2000 aktiven Teilnehmer, die 26 Wagen, mehr als 50 Fußgruppen und die elf Fanfaren- und Musikzüge ohne nass zu werden durch die Innenstadt ziehen konnten. Entsprechend erleichtert war auch Christopher Huperz, Zugleiter und Vizepräsident der „Kattfiller“ in Personalunion. „Mit Ausnahme der Bürgergesellschaft aus Olpe sind alle Gruppen da, die Stimmung ist super. Wenn das Wetter so bleibt, ist alles gut.“

Veilchendienstagsumzug durch Attendorn

Ausgelassene Feierstimmung beim großen Veilchendienstagsumzug durch Attendorn. Rund 16.000 Jecken kommen in die Attendorner Innenstadt.
Veilchendienstagsumzug durch Attendorn

Huperz selbst weist als Zugführer eine, was das Wetter angeht, ausbaufähige Bilanz vor: Viermal war der Vizepräsident bereits als Zugleiter im Einsatz, dreimal davon ist das Wetter schlecht gewesen. Doch selbst die paar Regentropfen in diesem Jahr, die zwischenzeitlich vom Himmel fielen, machten Huperz keine Sorgen. Er betonte: „Wir sind doch alle sauerländisch regenfest.“

Gäste aus Nah und Fern

Zum größten Karnevalsumzug in Südwestfalen waren auch wieder viele Gäste aus nah und fern erschienen. „Unser Einzugsgebiet reicht bis nach Dortmund oder Hagen, also in jene Städte, in denen Karneval nicht so intensiv gefeiert wird wie hier“, freute sich Huperz. Zu diesen Gästen aus der Ferne gehörten etwa Sascha, Arne, Flo und Bianca, die aus Hemer und Valbert angereist waren. Verkleidet als „Voll-Assis“, wie sie ihre Kostüme selbst beschrieben. „Für uns ist das ein ganz normaler Dienstag, eigentlich wollten wir nur einkaufen“, sagten sie mit Blick auf ihre Rollen, die sie an diesem Dienstag einnahmen, und mussten dabei laut lachen. Jedes Jahr seien die Vier in Attendorn zu Gast, und natürlich blieben sie auch bis zum bitteren Ende.

Aus Bamenohl war Michael angereist, verkleidet als bunter Papagei. Ihm machten die wenigen Regentropen ebenso nichts aus, denn: „Es gibt hier kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.“ Seine Begleiterinnen Sandra, Tanja und Nadine, alle als Cowboys verkleidet, sahen ebenfalls keine Einschränkungen. „Das Wetter spielt keine Rolle. Hauptsache wir haben Spaß.“ Das hatten sie.

Großer Einfallsreichtum

Wie jedes Jahr zeigten die Karnevalisten im Zug wieder großes Einfallsreichtum und gestalteten ihre Motivwagen auch mit lokalen Themen. Die Pfadfinder Ennest bauten beispielsweise einen Wagen mit dem Benediktiner Wirtshaus. Ihr Spruch: „Von Alter Post zum Klosterorden. Jetzt son ma bayrisch worn!“ Allerdings ließen sich die Pfadfinder auch zu einem etwas provokanten Spruch verleiten: „Die neue Post gefällt uns sehr, ein netter Wirt muss her.“

Die „Mooskämper“ führten ihren Zug mit dem Spruch „Letzte Klappe für das Kläppchen“ auf. Sie spielten dabei auf den neuen Wirt der bekannten Attendorner Gastronomie, Tobias Lohölter, an. Unvergessen auch die Posse um den in einem öffentlichen Mülleimer in Attendorn entsorgten Pizzakarton. Für diese „Tat“ sollte ein Junge schließlich ein Bußgeld in Höhe von zehn Euro zahlen. Daran hatte sich nun auch die Gruppe „Wir sind Wir“ erinnert und Ordnungsamtsleiter Karl-Josef Hammer sowie Bürgermeister Christian Pospischil abgebildet. Letzterer war übrigens auch mitten im Zug versteckt, als Feuerwehrmann. Auf die Frage, ob der Veilchendienstag einer der schönsten Tage für den Bürgermeister im Jahr sei, antwortete dieser: „Ja, das kann man schon so sagen.“

Die zahlreichen Jecken sahen dies übrigens genauso und feierten fröhlich-beschwingt die fünfte Jahreszeit. Nach dem Zug ging es für viele in der Stadthalle mit dem Feiern weiter.

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