Landwirtschaft

Sauerländer Höfetour: Vom „Kuh-Diplom“ bis zum Hühnermobil

| Lesedauer: 5 Minuten
Auf dem Hof Schneider in Fehrenbracht freuen sich auf den ersten "Sauerländer Höfetag", oben von links: Rouven Soyka (Sauerland-Tourismus), Rebecca Becker (Gemeinde Finnentrop), Michael Richard (Landwirtschaftlicher Kreisverband Olpe), Christian Otto und Michael Hellermann (Landwirtschaftlicher Kreisverband Hochsauerland), unten von links: Marius Spork (Erflinghausen), Gastgeber Andreas Schneider und Katrin Menschel sowie Peter Steinhoff (Theten).

Auf dem Hof Schneider in Fehrenbracht freuen sich auf den ersten "Sauerländer Höfetag", oben von links: Rouven Soyka (Sauerland-Tourismus), Rebecca Becker (Gemeinde Finnentrop), Michael Richard (Landwirtschaftlicher Kreisverband Olpe), Christian Otto und Michael Hellermann (Landwirtschaftlicher Kreisverband Hochsauerland), unten von links: Marius Spork (Erflinghausen), Gastgeber Andreas Schneider und Katrin Menschel sowie Peter Steinhoff (Theten).

Foto: Martin Droste

Kreis Olpe/Fehrenbracht.  Sechs Bauernhöfe am SauerlandRadring öffnen am 14. August ihre Tore - Tiere, Spaß und viele Überraschungen inklusive.

Zur „Sauerländer Höfetour“ laden die Landwirtschaftlichen Kreisverbände Olpe und Hochsauerland am Sonntag, 14. August, ein, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen sowie ihre Betriebe und Produkte vorzustellen. An diesem Tag öffnen sechs Bauernhöfe aus beiden Kreisen in der Nähe des beliebten SauerlandRadrings von 11 bis 16 Uhr kostenlos ihre Hoftore. Dazu steht die gelernte Land- und Forstwirtin Hildegard Hansmann-Machula aus Weringhausen mit dem „Kuhmobil“ am Lokschuppen im Finnentroper Lennepark und macht Kinder spielerisch mit der Landwirtschaft und speziell der Milcherzeugung vertraut. Zur Belohnung gibt es ein „Kuh-Diplom“.

+++ Lesen Sie auch: Kirchhundem: Neue Treppenlifte für Schüler im Rollstuhl +++

Auch im Sauerland nimmt die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit Jahren ab. Und wo es noch Bauernhöfe gibt, wissen viele Menschen gar nicht, wie Landwirtschaft funktioniert und mit welchen Problemen die haupt- und nebenberuflichen Bauern zu kämpfen haben. Bei der „Sauerländer Höfetour“ am 14. August nehmen sich die Landwirte von Arnsberg-Wettmarsen bis Finnentrop-Fehrenbracht die Zeit, um sich mit Touristen am SauerlandRadring und der Bevölkerung aus der Umgebung auszutauschen.

„Denn selbst im ländlichen Raum geht der Bezug zur Landwirtschaft zunehmen verloren“, wissen die Verantwortlichen der Landwirtschaftlichen Kreisverbände Olpe und Hochsauerland. „Wir wollen den Leuten unsere schönen Seiten zeigen, aber auch über unsere Sorgen informieren“, freut sich Michael Richard, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Olpe, über diese Gelegenheit, sich auszutauschen und besser kennenzulernen. „Wir wollen, dass die Akzeptanz und Wertschätzung der Landwirtschaft vergrößert wird“, betont Christian Otto aus Eslohe, 2. Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland, beim Pressetermin auf dem Hof Schneider in Finnentrop-Fehrenbracht. Hier, unweit des sogenannten „Fledermaustunnels“ am SauerlandRadring, betreiben Andreas Schneider und Katrin Menschel einen Nebenerwerbsbetrieb. Hauptberuflich arbeitet Schneider als Schlosser.

„Bei uns auf dem Hof leben drei Generationen“, berichtet Katrin Menschel, Mutter von vier Kindern. Den Hof, früher ein Milchviehbetrieb, hat Andreas Schneider 2006 von seinen Eltern übernommen. Seiner aus Elspe stammenden Lebensgefährtin hat er im alten „Holzschoppen“ einen kleinen Hofladen gebaut, wo selbst angefertigte, saisonale Dekoration verkauft wird.

Bei der „Sauerländer Höfetour“ am 14. August sind auf dem idyllisch gelegenen Bauernhof der Familie Schneider (Adresse Fehrenbracht 9) Ammenkühe und Shetlandponys zu sehen. Darüber hinaus wird ein mobiles Sägewerk in Aktion sein, zwei Jäger der Kreisjägerschaft Olpe informieren mit der „rollenden Waldschule“ über den Lernort Natur.

+++ Auch interessant: Apotheke geschlossen: Jetzt kommen die Rezepte in die Box +++

Das Angebot bei der „Sauerländer Höfetour“ reicht von der Mutterkuhherde bis zum Hühnermobil. So mancher Betrieb hat noch mehr als Tierhaltung zu bieten. Kunstgewerbe, altes Handwerk oder sogar eine eigene Metzgerei können besichtigt werden. Bei Marius Spork aus Meschede-Erflinghausen, dessen Betriebe sich auf die Direktvermarktung von Eiern spezialisiert hat, leben 340 Legehennen im Hühnermobil. Hier gibt es auch Nudeln, Eierlikör und Kräuter. „Wir sind für Gespräche bereit“, will sich Spork wie seine Kollegen an diesem 14. August viel Zeit für die Gäste nehmen.

Der Bauernhof der Familie Steinhoff in Lennestadt-Theten ist ein typischer Milchviehbetrieb. Auf den Weiden rund um den traditionsreichen Hof grasen 90 Milchkühe. Neu im Angebot sind Eier von Hühnern, die in ihrem Hühnermobil täglich auf eine andere Wiese gebracht werden. Ein befreundeter Imker bietet Honig an.

„Wir wollen vor Ort zeigen, was wir produzieren. Jeder darf hinter unsere Tore blicken. Es macht Spaß, hier zu leben. Es ist wichtig, dass die Landwirtschaft bei uns erhalten bleibt“, sagt Kreislandwirt Peter Steinhoff, der sich mit Ehefrau Barbara sowie den Kindern Johannes und Maria auf neugierige Besucher und einen offenen Austausch mit den Gästen freut. Sohn Johannes beginnt am 1. August eine landwirtschaftliche Ausbildung.

Diese sechs Bauernhöfe machen bei der „Sauerländer Höfetour“ am 14. August mit:

  • Biohof Nagel - Wettmarsen 3 in Arnsberg-Wettmarsen: Schweine, Hofladen, Metzgerei, Mutterkühe.
  • Heimatschätze Erflinghausen - Erflinghausen 20 in Meschede-Erflinghausen: Hühnermobil, Direktvermarktung von Eiern, Besichtigung Hühnermobil.
  • Hof Schneider Holzs(c)hoppen - Fehrenbracht 9 in Finnentrop-Fehrenbracht: selbst gefertigte Holzdeko, mobiles Sägewerk, rollende Waldschule.
  • Hof Steinhoff - Hachener Str. 12 in Lennestadt-Theten: Milchkühe, Mobilstall für Hühner, Pferde, Forstwirtschaft.
  • Hof Heinemann - Im Brauck 4 in Lennestadt-Kickenbach: Hofcafé, Pferde.
  • Islandpferdehof Frettertal - Kalkwerkstraße 4 in Finnentrop-Fretter: Islandpferde, Vorführung Pferde beschlagen, Schmiede.

Die „Sauerländer Höfetour“ orientiert sich an dem beliebten Radweg, die Betriebe sind natürlich auch per Auto oder zu Fuß erreichbar. Weitere Infos: wlv.de/hoefetour-sauerland.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Kreis Olpe