Biomüll

Schlechte Zeiten für Umweltsünder im Kreis Olpe

Ob Wolldecke oder Plastikeimer, im Kompostwerk finden sich immer wieder Fehlwürfe. Schon eine Verunreinigung von fünf Prozent des gesamten Bioabfalls gilt als zu hoher Wert.

Ob Wolldecke oder Plastikeimer, im Kompostwerk finden sich immer wieder Fehlwürfe. Schon eine Verunreinigung von fünf Prozent des gesamten Bioabfalls gilt als zu hoher Wert.

Foto: privat

Kreis Olpe.   Zako macht Ernst: Wer Plastiktüten in seinen Bioabfall wirft, muss damit rechnen, dass seine Tonne stehen bleibt und nachsortiert werden muss

Passend zu Beginn der kalten Jahreszeit soll es auch für Umweltsünder im Kreis Olpe deutlich ungemütlicher werden. Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Kreis Olpe (Zako) hat beschlossen, dass ab sofort die braunen Tonnen vor der Abfuhr kontrolliert und bei fehlerhaftem Inhalt stehen gelassen werden.

In einer zweiten Stufe müssen sich Unbelehrbare darauf einstellen, zur Kasse gebeten zu werden: „Wenn sich die Wiederholungstäter ermitteln lassen“, so Zako-Geschäftsführer Theo Melcher, „müssen sie sich auf ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einstellen.“

Zwei Arten von Sündern

Melcher hat mit Blick auf die braune Tonne zwei Arten von Sündern ausgemacht: Da sind die, die immer noch davon ausgehen, dass die im Handel erhältlichen „kompostierbaren Kunststoffmülltüten“ auch im Kreis Olpe verwendet werden können, und die, denen die Mülltrennung zu kompliziert oder gleichgültig ist. Obwohl schon mehrfach darauf hingewiesen worden ist, finden sich immer wieder kompostierbare Kunststoffmülltüten in den braunen Tonnen. „Theoretisch sind die auch kompostierbar“, so Melcher, „die brauchen dafür aber zwei bis drei Jahre.“ (Dazu auch eine Empfehlung des Umweltbundesamtes). Im Olper Entsorgungszentrum OEZ ist der Durchlauf des angelieferten Bioabfalls um ein Vielfaches kürzer.

Der Kampf um die Einsicht der Bürger in eine Mülltrennung erinnert an die Anfänge des Systems in den frühen 90er-JJahren. „1991 und 1992 haben wir das schon mal gemacht“, erinnert sich Melcher. „Wir haben die Tonnen kontrolliert und gegebenenfalls auch stehen gelassen, aber lange nicht in dem Umfang, in dem wir es jetzt machen müssen.“

Sorge um die Qualität

Die Sorge um die Qualität des Biomülls hat auch einen handfesten finanziellen Hintergrund. Den Bioabfall aus dem Kreis Olpe bearbeitet das OEZ. Dort werden schlechte Chargen mit dem Bagger auf den Lkw verladen und zu einer Müllverbrennungsanlage gefahren – auf Kosten des OEZ. Das geht nach Einschätzung von Theo Melcher nicht beliebig lange so weiter. „Wenn wir niemanden mehr finden, der unseren Biomüll annimmt, weil er einfach zu schlecht ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als ihn ebenfalls zu einer Müllverbrennungsanlage zu bringen. Das ist aber wesentlich teurer als ihn zu kompostieren.“

Melcher rechnet mit Mehrkosten in Höhe von mindestens 800.000 Euro pro Jahr, die dann auf die Gebühren umgerechnet werden müssten.

Die jetzt anstehenden Kontrollen werden in einem rollierendem System in sämtlichen Sammelbezirken vorgenommen, so dass regelmäßig alle Biotonnen kontrolliert werden. Zurückgewiesene Tonnen müssen nachsortiert werden.

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