Käferbefall

Schon 100.000 Festmeter "Käferholz" im Kreis Olpe

Nach dem trockenen und heißen Sommer sind tausende Fichten von Borkenkäfern befallen. Mittlerweile ist die dritte Generation unterwegs.

Nach dem trockenen und heißen Sommer sind tausende Fichten von Borkenkäfern befallen. Mittlerweile ist die dritte Generation unterwegs.

Foto: Katrin Clemens

Kreis Olpe.   Die Preise für Fichtenstammholz sind seit Jahresbeginn um 40 Prozent gefallen. Die Forstwirte hoffen jetzt auf einen feuchten und milden Winter.

Knackig kalt, ein bisschen Schnee und ganz viel Sonnenschein, so wünschen sich die meisten Bürger den perfekten Sauerländer Winter. Jürgen Messerschmidt, Leiter des Regionalforstamts Kurkölnisches Sauerland in Olpe, und mit ihm die heimischen Waldbauern hoffen auf das Gegenteil, auf einen feuchten und milden Winter. Denn das würde die weitere Vermehrung der ungeliebten Borkenkäfer-Population in den heimischen Fichtenbeständen deutlich eindämmen und die Forstwirte kämen womöglich mit einem blauen Auge davon.

Nach vorsichtiger Schätzung beträgt die Menge des sogenannten Käferholzes in NRW mittlerweile mehr als 2,3 Millionen Festmeter. Im Kreis Olpe waren es laut Forstamtsleiter Messerschmidt Mitte November 93.000 Festmeter, bis Jahresende dürfte die 100.000 Festmetergrenze überschritten sein.

Preise im Sinkflug

Die Waldbauern bekommen jetzt die Folgewirkungen der Borkenkäferkalamität auf dem Holzmarkt zu spüren. Die Preise für Fichtenstammholz sind im Sinkflug, weil die sich abzeichnenden Schadholzmengen die Kapazitäten der Sägewerke deutlich übertreffen. „Infolge des weiteren steigenden Überangebots an Kalamitätsholz hat der Preis spürbar nachgegeben und liegt derzeit rund 40 Prozent unterhalb dem Ausgangsniveau zu Jahresbeginn“, schreibt Forstamtsleiter Messerschmidt in einem Brief an alle Waldbesitzer im Kreis Olpe.

Und da der Käfer infolge des Sturms Friederike im Januar und des trockenen und heißen Sommers in ganz Mitteleuropa aktiv ist, kann das Holz, anders als beim Sturm Kyrill im Januar 2017, nur begrenzt in andere Regionen abfließen.

Gute Nachrichten

Aber es gibt auch gute Nachrichten. „Wir sind zum Glück nicht so stark gebeutelt wie die umliegenden Kreise“, sagt Messerschmidt. Und sollte das Flehen und Hoffen der Waldbauern Erfolg haben und sich der Käferbefall abschwächen, „kann die insgesamt robuste Nachfrage nach Holz auch eine mittelfristige Erholung des Holzmarktes bedeuten, schreibt Jürgen Messerschmidt.

Dies könne aber nur gelingen, wenn die Ausgangspopulation der Borkenkäfer für das Frühjahr 2019 deutlich reduziert wird. Deshalb sollen die Waldbauern auf den üblichen Frischholzeinschlag verzichten und auch bereits trockene Fichten oder Windwurfholz nicht aufarbeiten, sondern einfach liegen und stehen lassen, auch wenn Waldbauern ihren Wald gern aufgeräumt und sauber halten.

Appell an die Waldbauern

Oberste Priorität für den Holzeinschlag haben Fichten mit lebenden Käfern, Larven und Eiern der beiden Borkenkäfer-Unterarten Buchdrucker und Kupferstecher unter der Rinde, denn von diesen geht eine akute Gefahr für noch gesunde Fichten aus. Deshalb sei es wichtig, dass dieses Käferholz so schnell wie möglich aus dem Wald kommt. Sägewerke und Transportunternehmen etc. sollten deshalb nicht durch anderes Holz blockiert werden.

Das Forstamt appelliert darüber hinaus an die Waldbauern, wie schon zu Kyrillzeiten mit den benachbarten Waldbauern „schlagkräftige Aufarbeitungs- und Vermarktungseinheiten“ zu bilden. „Sprechen Sie sich ab und nutzen Sie den Zusammenschluss (FBG) als Plattform zur Koordinierung“, empfiehlt Messerschmidt, denn: „Der Borkenkäfer hält sich nicht an Grundstücksgrenzen.“

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