Schrotschuss an den Pflanzen im Garten vermeiden

Die Schrotschusserkrankung tritt auch bei Obstbäumen, besonders bei Kirschen auf.

Die Schrotschusserkrankung tritt auch bei Obstbäumen, besonders bei Kirschen auf.

Foto: Thomas Kramer

Die Gartensaison geht wieder los und hier finden Sie wöchentlich wertvolle Tipps rund um das Thema Garten, zusammengestellt von Thomas Kramer.

Schrotschuss am Kirschlorbeer – Sachen gibt es! Da denkt man nichts Böses, kommt eines morgens an seinem Kirschlorbeer vorbei und stellt bei seinem Anblick fest – hier wird scharf geschossen. Hallo, habe ich dem Nachbar etwas getan? Ist etwa der Waffenlobbyist aus dem Weißen Haus auf Deutschlandtour? Oder hat jemand beim Schützenfest am Kugelfang vorbeigeschossen und aus Versehen meinen Kirschlorbeer getroffen? Oder haben Sie etwa in Nachbars Garten gewildert?

Pilz wächst, wenn es feucht ist

Weit gefehlt. Was so aussieht, wie mit Schrotkugeln geschaffen und auch als Schrotschuss bezeichnet wird, ist eine Pilzinfektion. Besonders vermehrt tritt diese Erkrankung nach einem feuchten Frühjahr auf. Aber diese Aussage trifft auf viele Pilzinfektionen zu.

Immer, wenn es warm und feucht ist, wachsen Pilzkulturen besonders gut und verbreiten sich. Deshalb ist die erste vorbeugende Maßnahme zur Vermeidung von Pilzerkrankungen immer dieselbe: Pflanzen sie anfällige Gehölze und Stauden immer so, dass sie nach Niederschlägen durch Windströme schnell abtrocknen können. Unter Bäumen haben solche Pflanzen auch nichts zu suchen, denn da tropft es auch nach Niederschlägen noch nach.

Die Schrotschusserkrankung tritt auch bei Obstbäumen, besonders bei Kirschen, auf. Aber bei Obstbäumen sind auch andere Pilzerkrankungen zu nennen. Wer z.B. braun-rötliche Flecken auf den Blättern seiner Birnbäume entdeckt, braucht nicht lange zu überlegen – die Diagnose lautet Birnengitterrost. Die Folge der Erkrankung ist ein früher Blattfall und über die Jahre eine starke Schwächung der Bäume.

Wenn wir Landschaftsgärtner im Normalfall sagen, dass alles Laub von pilzbefallenen Pflanzen sorgfältig aufgesammelt und über die Abfalltonne entsorgt werden soll, so ist das beim Birnengitterrost anders. Das Laub der Birnen kann ruhig auf den Kompost, da die Pilzsporen nicht am Boden oder den Blättern überwintern, sondern sich hierfür eine andere Pflanze ausgesucht haben – den chinesischen Wacholder.

Wir reden in diesem Fall von einer sogenannten Wirtspflanze. Der Pilz richtet dort bei seinem Winterbesuch keinen großen Schaden an und zieht im Frühling wieder um zu den Birnen.

Dabei ist er durchaus in der Lage Entfernungen von 500 Metern zurück zu legen. Wer also jetzt den Pilz bekämpfen möchte, muss als erstes tatsächlich alle Wacholder in der Nähe entfernen.

Für beide Erkrankungen gibt es zugelassene chemische Spritzmittel, die im Handel erworben werden können. Wenn Sie diese nicht einsetzen möchten, können Sie auch ein rein pflanzliches Mittel wählen. Schachtelhalm-Extrakt ist ebenfalls im Handel erhältlich, stärkt die Pflanzen und schützt sie so gegen Pilzerkrankungen. Sie müssen es nur mehrfach einsetzen und es dauert länger, bis der Erfolg einsetzt.

Viel Spaß beim Gärtnern wünscht Ihnen Ihr Thomas Kramer

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