Unfall mit Folgen

Schussfahrt in die Rahrbacher Dunkelheit

Auto rammt einen Strommasten in Rahrbach.

Auto rammt einen Strommasten in Rahrbach.

Foto: Michael Meckel

Rahrbach.   Pkw macht sich selbstständig, rasiert einen Strommasten plus Stromkasten, löscht dem SV Rahrbachtal die Flutlichtanlage und das Licht im Klubheim

Für den SV Rahrbachtal bekommt das Wort Elektro-Auto eine völlig neue Bedeutung. Denn der Sportverein hatte eine unfreiwillige Begegnung mit einem Wagen, der innerhalb einer Sekunde eine Energiemenge verbrauchte, die gereicht hätte, das Sportgelände tagelang mit Elektrizität zu versorgen. Konkret: Ein unbedacht abgestelltes Auto hatte sich oberhalb des Sportparks selbstständig gemacht und auf seiner führerlosen Schussfahrt einen Strommasten plus Stromkasten rasiert. An beidem hängen sowohl Klubheim als auch Flutlichtanlage des SV Rahrbachtal .

Es werde Licht. Und wenn’s geht, noch vor dem Wochenende. Stephan Ochsenfeld, 1. Vorsitzender des SV Rahrbachtal, hofft, dass der Verein Freitag wieder Strom hat. Aber: „Das ist ein Riesenschaden,“ vermutet er, „da sind einige Strippen wieder zusammenzufügen.“ Als gutes Zeichen wertet er, dass RWE flott vor Ort war. „Die haben schon mal einen neuen Holzmasten geliefert,“ stellte der Vereinsboss Mittwoch erfreut fest. Eile tat auch not, denn laut Ochsenfeld war der gerammte Masten „gegen ein Haus gekippt. RWE hat dann erstmal den Strom abgeschaltet.“

Doch selbst wenn der neue Mast sich wieder in den herbstlichen Rahrbacher Himmel reckt und ein Kabel schultert, bedeutet das für den Sportverein gerade einmal Halbzeit im Ringen um Strom. Denn noch liegt die Zählersäule in Trümmern. Stephan Ochsenfeld: „Das ist die Kiste, die praktisch der Anschluss für unseren Sportplatz ist.“ Und so lange die nicht wieder zum Leben erweckt wird, ist es zappenduster im Sportpark. Ein Ereignis, das Anfang November, wenn Tageslicht rar ist, denkbar ungelegen kommt. Da kann der Verein genau so gut auf einer Waldlichtung trainieren, „und eine Kerze anmachen,“ ergänzt Ochsenfeld mit dem gesunden Schuss Galgenhumor.

Training in Brachthausen

Am Dienstag ist das Training ausgefallen, zwei Jugendfußballspiele sind auf den Sportplatz des SV Brachthausen/Wirme verlegt worden, mit dem der SV Rahrbachtal im Nachwuchsbereich eine Kooperation unterhält. Stephan Ochsenfeld ist dem Partner dankbar: „Die Brachthauser haben uns auch schon Trainingszeiten angeboten.“

Dass der ohnehin sportfreie Allerheiligen-Tag in die Phase der Rahrbacher Finsternis fällt, ist ein zweischneidiges Schwert. Positiv: Wenn kein Spiel und kein Training angesetzt ist, kann auch nichts ausfallen.

Andererseits: „Da legt möglicherweise mancher Handwerker einen Brückentag ein,“ sagte Stephan Ochsenfeld vorsichtig, „aber wir müssen es geregelt kriegen und die Ersatzteile herbei bekommen.“

Wenn dann letztlich der Wettlauf mit der Zeit verloren geht, hat dies keinen Einfluss auf die Sonntagsspiele. Die erste Mannschaft hat um 14.30 Uhr die SG LOK zu Gast. Um diese Tageszeit spendet der November-Himmel ausreichend Licht. Und die Zweite spielt auswärts, beim SSV Elspe. Trotzdem kann der SV Rahrbachtal einen Stromausfall am Sonntag nicht gebrauchen. Denn Duschen und Heizung würden kalt bleiben. Stephan Ochsenfeld: „Wir würden dann in die Turnhalle Welschen Ennest duschen gehen oder ins Josef Gockeln Haus.“

So unangenehm die Geschichte ist, trägt sie dennoch das viel zitierte „Glück im Unglück“ in sich. Stephan Ochsenfeld schätzt: „Wäre das Auto nur zwei Meter weiter links abgegangen, hätte es den Masten verfehlt und wäre, wahrscheinlich dann schon mit RiesenSpeed, bis runter auf den Sportplatz gerast.“

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