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Sind verkaufsoffene Sonntage in Corona-Zeiten vernünftig?

Bei verkaufsoffenen Sonntagen kommen meist viele Menschen in die Innenstädte, wie hier in Dortmund.

Bei verkaufsoffenen Sonntagen kommen meist viele Menschen in die Innenstädte, wie hier in Dortmund.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Lennestadt.  Lennestadt setzt im Advent auf einen verkaufsoffenen Sonntag. Unsere Redakteure diskutieren, ob das in Lockdown-Zeiten das richtige Signal ist.

In Lennestadt soll am 6. Dezember ein verkaufsoffener Sonntag stattfinden – Corona-Lockdown zum Trotz. Unsere Redakteure diskutieren im „Pro & Contra“, ob diese Entscheidung richtig ist.

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„Pro“ von Flemming Krause: Kundenströme entzerren

Grundsätzlich war es eine weise Entscheidung, dass die arg gebeutelten Einzelhändler im Lockdown – unter Einhaltung der strengen Corona-Spielregeln – weiter geöffnet haben dürfen. Das oberste Gebot lautet aber auch hier: Je weniger Kunden sich gleichzeitig in einem Ladenlokal aufhalten, desto besser. Denn dadurch sinkt das Risiko, sich oder andere mit dem Virus anzustecken. Insofern begrüße ich den verkaufsoffenen Sonntag bzw. die verlängerten Öffnungszeiten am Samstag.

Die einfache Milchbubenrechnung: Wer sonntags in den Laden kommt, bleibt ihm unter der Woche fern. Und wer unter der Woche kommt, der wird es in der Regel nicht am Sonntag noch einmal tun. Dadurch entzerren sich die Kundenströme und alle Beteiligten profitieren gleichermaßen.

„Contra“ von Volker Eberts: Handel könnte sich selber schaden

Erst am Freitag hat Ministerpräsident Laschet wieder eindringlich appelliert, Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, um die Infektionszahlen zu bremsen. In dieser Situation einen Verkaufsoffenen Sonntag anzubieten, dazu mit adventlicher Bläsermusik, damit der Besuch noch attraktiver und noch mehr Publikum angezogen wird, geht nicht.

Hygieneauflagen, Abstandsregeln hin und her, es ist und bleibt ein Event und wird zum Treffpunkt werden. Das war immer so und wird auch unvorsichtige Leute und nicht nur kaufwillige Kunden anziehen. Bei allen Verständnis für die Sorgen des Einzelhandels, es ist das falsche Signal. Müssen auch wegen solcher Veranstaltungen bald wieder alle Geschäfte auf Dauer schließen, hat sich der Handel damit selbst geschadet.

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