Tierisch

So rettete Hündin Shy ihr Herrchen vor einem Einbrecher

Einbruch verhindert. Mischlingsdame Shy erkennt einen Einbrecher und bellt laut. Herrchen Günther Reuber ist stolz auf seinen Hund.

Einbruch verhindert. Mischlingsdame Shy erkennt einen Einbrecher und bellt laut. Herrchen Günther Reuber ist stolz auf seinen Hund.

Foto: Jana Wehmann

Olpe.   Günther Reuber aus Olpe wurde beinahe Opfer eines Einbrechers. Ein Fenster war schon demoliert, da schlug die Stunde von Mischlingshündin Shy.

Montagnachmittag, 16 Uhr. Günther Reuber ist in der oberen Etage seines Hauses. Er erledigt den Haushalt. Mischlingsdame Shy liegt gemütlich auf der Couch. Ein ganz normaler Nachmittag. Zumindest auf den ersten Blick. Hündin Shy hört plötzlich jemanden vor der Haustür. Sie wird nervös, wedelt mit dem Schwanz. Auf einmal ein klirrendes Geräusch. Shy springt von der Couch, rennt zur Haustür und bellt. Sie bellt so laut sie kann. Günther Reuber hört seine Hündin, läuft den Flur hinunter. Er sieht seine misstrauische Hündin und eine zerbrochene Scheibe. Jemand hat versucht einzubrechen.

Hund verhindert Schlimmeres

„Sie war richtig böse“, sagt Reuber. Er zeigt auf die Haustür. Die Spuren des Einbrechers sind zu sehen: Druckstellen, eine verschobene Fußmatte und Glassplitter. „Jemand hat versucht, das Glas meiner Haustür zu zerdrücken. Aber das Sicherheitsglas hält.“ Nur die innere Glasscheibe hielt dem Druck nicht stand, sie zersprang. Hündin Shy verhinderte jedoch Schlimmeres. „Durch ihr Bellen hat sie den Einbrecher abgeschreckt und verjagt“, sagt Reuber.

Dennoch entstand ein Schaden von rund 800 Euro. Ob es sich um einen versuchten Einbruch oder nur einem Sachschaden handele, könne die Polizei aktuell nicht sagen. Der Aufwand für Reuber und seine Frau Heike Knott ist dennoch groß. „Da es sich um eine Sicherheitsscheibe handelt, muss das Glas komplett ausgetauscht werden. Das kostet schon etwas“, so der 73-Jährige.

Der Schock sitzt tief

Drei Tage nach der Tat sitzt der Schock noch tief. „Da denkt ja keiner dran“, so Reuber, „Aber ich bin sehr stolz auf meine Shy.“ Die Retterin ist vier Jahre alt und kommt aus der Tierhilfe Köln. Die Mischlingsdame beschützt nicht nur Reuber und seine Frau, sondern auch die gesamte Nachbarschaft. „Seit dem der Hund hier ist, haben wir Ruhe.“ Auf Freunde und Bekannte hat Shy ein Auge - sie ist eine Beschützerin. „Bei Fremden ist sie erstmal sehr misstrauisch. Deswegen bellt Shy Sie jetzt auch an“, erklärt Reuber. Kurz darauf kommt ein Nachbar am Vorgarten vorbei und spricht mit Reuber. Shy springt auf, wedelt freudig mit dem Schwanz. Sofort wirkt sie offener. „Bei Leuten, die sie kennt, ist sie ganz anders. Sie hat einen sehr starken Charakter“, sagt Reuber.

Revierverhalten von Hunden

Der Beschützerinstinkt von Mischlingsdame Shy lasse sich auf das Territorialverhalten zurückführen, erklärt Roland Steckelbach, Inhaber der Hundeschule-Biggesee. „Das Alarmieren und Warnen beim Eindringen von fremden Personen machen sehr viele Hunde, auch kleine. Das ist ein angeborenes Verhalten“, erklärt der Experte. Dennoch sei die Ausprägung und die Erscheinung von Hund zu Hund unterschiedlich. „In diesem Fall ist das Beschützer-Verhalten sehr ausgeprägt“, so Steckelbach, „Hunde können das Verhalten auch durch den Briefträger lernen. Wenn dieser ankommt, bellen die Hunde. Und wenn der Briefträger dann wieder geht, denkt der Hund, er verlasse das Grundstück durch das Bellen. Er hat also ein Erfolgserlebnis.“ Auch Herrchen Reuber bestätigt, dass sich das ausgeprägte Verhalten von Shy erst über die Jahre entwickelt habe.

Durch seinen Hund fühle sich der 73-Jährige sicherer. „Ich kann es nur jedem raten, sich einen Hund anzuschaffen. Das sind die treuesten Wesen, die es gibt. Einen besseren Freund gibt es nicht.“ Eine Belohnung hat sich Shy nun wirklich verdient.

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