Wahl 2017

Im Olper Kreishaus: Kopfschütteln über Abschneiden der AfD

Nachdenkliches Schweigen im Olper Kreishaus. Gerade ist die erste Wahlprognose über die Leinwand geflimmert.

Foto: Herbert Kranz

Nachdenkliches Schweigen im Olper Kreishaus. Gerade ist die erste Wahlprognose über die Leinwand geflimmert. Foto: Herbert Kranz

Kreis Olpe.   Gemischte Gefühle gibt es nach den Ergebnissen der Bundestagswahl quer durch die Parteien im Kreis Olpe. So sieht auch Johannes Vogel im Erfolg der FDP ein „tolles Signal“. Aber das Wahlergebnis der AfD lasse einen schon nachdenklich werden.

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Gemischte Gefühle gibt es nach den Ergebnissen der Bundestagswahl quer durch die Parteien. So sieht auch Johannes Vogel im Erfolg der FDP ein „tolles Signal“. Aber das Wahlergebnis der AfD lasse einen schon nachdenklich werden. Mit Blick auf mögliche Koalitionen und die frühe Absage der SPD meint er: „In einer so schwierigen Lage müssten eigentlich alle Parteien gesprächsbereit sein.“

Nezahat Baradari bedauert Abschneiden der SPD

Nezahat Baradari ist „sehr traurig, dass die SPD nicht besser abgeschnitten hat“ und „erschüttert, dass die AfD drittstärkste Fraktion im Bundestag wird“. Jetzt stehe das Land vor wichtigen, umwälzenden Entscheidungen. Dass die SPD sich für die Opposition ausgesprochen hat, findet die Bundestagskandidatin richtig. „Bei diesem Ergebnis haben wir einen klaren Auftrag, in die Opposition zu gehen“, erklärte sie.

Außerdem sei die große Koalition für die SPD eher schädlich gewesen, weil „unsere Erfolge nicht deutlich wurden“. Die SPD brauche „mehr Klarheit und mehr Profil durch gute Oppositionsarbeit“. Ob sie selbst über die Liste den Einzug in den Bundestag schafft, war gestern um 22 Uhr noch nicht klar.

Ähnlich sagt es Christian Hohn. Er freue sich über ein gutes Ergebnis auf Bundesebene. Das Abschneiden der AfD erklärt sich der Kandidat der Grünen so: „Die Protestwähler haben die AfD so weit nach vorn gebracht.“ Jamaika sei für die Grünen „keine Koalition, die wir uns wünschen“. Aber: „Wir müssen den Wählerauftrag annehmen.“

Eine langsame, aber stetige Aufwärtsentwicklung sieht Ingeborg Mohr-Simeonidis für die Linke im Kreis Olpe. Zwar hätte sie sich ein besseres Ergebnis gewünscht, sei aber zufrieden - auch mit dem eigenen Abschneiden. Dass die AfD so stark würde, hat sie nicht erwartet. Eine Jamaika-Koalition werde „wieder klarer machen, wohin die Parteien wollen“. Die Linke werde „die Finger in die Wunden dieser Koalition legen.“

Sehr zufrieden ist Klaus Heger mit dem Wahlergebnis, der Kandidat der AfD. Auch im Wahlkreis sei das Ergebnis „deutlich“. In Berlin werde es darum gehen, die Themen auf den Tisch zu bringen, die nicht angesprochen würden, etwa der Euro und die Migrationspolitik. Die AfD sei nicht rechtsradikal, sondern wertekonservativ, betont er. Sie besetze eine Position, „die die CDU verlassen hat“.

CDU-Kreischef Ritter: Ergebnis nicht befriedigend

Als „bundesweit nicht befriedigend“ bewertet der heimische CDU-Kreisvorsitzende Jochen Ritter das Wahlergebnis. Ritter findet es bedauerlich, dass es nicht für eine Zweierkoalition reicht. Der SPD wirft er vor: „Sie lässt die Verantwortung fallen wie eine heiße Kartoffel." Dieses Verhalten sei zumindest bedenklich. Zur AfD meint Ritter, er habe als Landtagsabgeordneter in Düsseldorf die Erfahrung gemacht, dass die „Beiträge der AfD nicht besonders konstruktiv“ seien.

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