Verabschiedung

St. Josefs-Hospital dankt Chefarzt Dr. Reinhard Schröder

Von links: Geschäftsführer  Johannes Schmitz, der neue Chefarzt Dr. Oliver Weber mit seiner Lebensgefährtin Vera Hütte, Dagmar und Dr. Reinhard Schröder sowie Wilhelm Rücker, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Katholischen Hospitalgesellschaft.

Foto: Volker Eberts

Von links: Geschäftsführer Johannes Schmitz, der neue Chefarzt Dr. Oliver Weber mit seiner Lebensgefährtin Vera Hütte, Dagmar und Dr. Reinhard Schröder sowie Wilhelm Rücker, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Katholischen Hospitalgesellschaft. Foto: Volker Eberts

Altenhundem.   Dr. med Reinhard Schröder, ärztlicher Direktor des Krankenhauses in Altenhundem, geht in den Ruhestand.

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Es ist eine Zäsur für das St. Josefs-Hospital in Altenhundem. Dr. med Reinhard Schröder, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgischen Klinik, geht nach 20 Jahren an der Spitze des Hauses in den Ruhestand.

Gestern wurde der Würdinghauser von Kollegen, leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Weggefährten und Funktionären des Gesundheitswesens und der Katholischen Hospitalgesellschaft mit sehr herzlichen und teilweise recht emotionalen Worten verabschiedet.

Viele waren gekommen, mehr als erwartet. Der „überwältigende Besuch“ sei ein „Sympathiebeweis für Dr. Schröder und zeigt, welch guten Ruf Sie genießen“, so Wilhelm Rücker, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Hospitalgesellschaft. Dass der scheidende Chefarzt diesen Ruf sowohl unter den Kollegen als auch unter den Patienten genießt, ist nicht selbstverständlich. Rücker: „Sie sehen den Patienten als Mensch, nicht als Fallnummer oder Fallpauschale und so haben sie gehandelt.“

Patienten im Blick

„Sie haben den schwierigen Spagat hinbekommen, die Interessen von Ärzten und Patienten zu wahren“, so auch Dr. Roger Dietz für die niedergelassene Ärzteschaft.

Oberärztin Dr. Ines Rentrop erinnerte an so manche nette Anekdote aus 20 „unvergesslichen und prägenden Jahren“, in der der Chefarzt mit „unerschütterlichem Optimismus“ alle Probleme gemeistert habe. Dafür verlieh sie ihm im Namen der Kollegen das Zertifikat „Fünf-Sterne-Chef“.

Was die wenigstens bisher wussten, Schröders medizinische Karriere begann auf Umwegen. Am Anfang stand eine Lehre als Büromaschinentechniker in Münster, danach ein Ingenieurstudium. Nach einem Semester katholische Theologie und Politikwissenschaft begann Schröder 1974 das Studium der Humanmedizin in Düsseldorf. 1997 übernahm Schröder als Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Visceralchirurgie die chirurgische Klinik des St. Josefs-Hospitals, zwei Jahre später wurde er ärztlicher Direktor - in einer „turbulenten Zeit“, so Rücker. Die Fusion mit dem Olper St. Martinus-Hospital stand vor der Tür, es gab allgemeinen Kostendruck auf allen Fluren und dennoch galt es, den medizinischen Fortschritt zu adaptieren. Schröder gelang es trotz dieser Hemmnisse, das Behandlungsspektrum wesentlich an der Uferstraße zu erweitern, was mit der Zertifizierung als Endoprothetikzentrum im letzten Jahr gekrönt wurde.

„Mit ihren Werten und Moralvorstellungen, mit ihrer Persönlichkeit haben Sie die Qualität der Chirurgischen Klinik wesentlich geprägt“, so Wilhelm Rücker.

Dass der Abschied den Chef berührt, war ihm anzusehen. „Es waren spannende, aber nicht gerade stressfreie 20 Jahre. Die Begegnungen mit den Menschen haben mich geprägt. Ich freue mich, dass wir uns in schwierigen Zeiten so behauptet haben“, sagte der 65-jährige.

Die Kritik an dem aktuellen Gesundheitswesen wollte er sich nicht verkneifen: „Es darf nicht sein, dass ein System zur Gesundung von Patienten die darin Beschäftigten krank macht“, sagte Schröder.

Nachfolge geklärt

Die Nachfolge Schröders als Chefarzt der Chirurgie ist bereits geklärt. Neuer Chefarzt wird Privat-Dozent Dr. med. Oliver Weber, der seit bereits 2014 als Oberarzt in Schröders Team mitarbeitet.

Der promovierte und habilitierte Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie wurde gestern von Wilhelm Rücker unter großem Beifall offiziell zum neuen Chefarzt ernannt.

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