Finnentrop

Stadtwerke Aachen planen Windpark bei Serkenrode

Die Windkraftanlagen am Engelsberg zwischen Neuenkleusheim und Kruberg über dem aufsteigenden Nebel, fotografiert von einer alten Bergwerkshalde am Altenberg zwischen Littfeld und Müsen.

Die Windkraftanlagen am Engelsberg zwischen Neuenkleusheim und Kruberg über dem aufsteigenden Nebel, fotografiert von einer alten Bergwerkshalde am Altenberg zwischen Littfeld und Müsen.

Foto: WP

Finnentrop.   Die Stadtwerke Aachen (STAWAG) wollen bei Serkenrode einen Windpark errichten. Vorverträge wurden bereits beschlossen. Voraussetzung für eine Realisierung ist allerdings die Ausweisung des Gebiets als Konzentrationsfläche für Windkraft .

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Die Gemeinde Finnentrop steht dem Ausbau der Windenergie positiv gegenüber. Sie will das Feld aber nicht privaten Investoren überlassen, sondern selbst Einfluss nehmen, wirtschaftlich daran partizipieren und sich positive Effekte für eine Wertschöpfung sichern. Zum Beispiel durch die Errichtung von Bürgerwindparks.

Zurzeit ist man dabei, einen sogenannten sachlichen Teil-Flächennutzungsplan Windenergie zur Ausweisung von Vorrangflächen für Windräder aufzustellen. Nach Voruntersuchungen wurden acht Suchräume mit einer Gesamtgröße von 938 Hektar ausgewiesen, die jetzt eingehend untersucht werden.

Info-Veranstaltung abgesagt

Nichtsdestotrotz sind bereits private Investoren im Gemeindegebiet unterwegs, die Windenergieanlagen betreiben wollen. Neben dem Energieversorger Mark-E, der im Bereich Oberbecken seines Pumpspeicherkraftwerks Windenergieanlagen errichten möchte (wir berichteten), sind die Stadtwerke Aachen AG (STAWAG) daran interessiert, im Bereich Serkenrode/Schliprüthen fünf bis acht Windenergieanlagen zu betreiben. Dazu wurden bereits Vorverträge mit Grundstückeigentümern geschlossen, wie STAWAG-Pressesprecherin Eva Wußling auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte.

Eine für vergangenen Dienstag kurzfristig einberufene Informationsveranstaltung mit den Grundstückseigentümern wurde noch kurzfristiger wieder abgesagt. Das sei geschehen, weil man „keinen anderen Untersuchungen vorweggreifen“ wollte. Eine Information der breiten Öffentlichkeit werde man „nur in enger Abstimmung mit der Gemeinde (Finnentrop) terminieren“.

Wußling bestätigte ebenfalls, dass die STAWAG bereits im Vorfeld der Ausweisung von Vorranggebieten durch die Gemeinde - wie auch Mark E - auf eigenes Risiko und Kosten notwendige Untersuchungen, etwa der Windverhältnisse, sowie Vogelkartierungen durchführen lässt. Dieses Vorgehen sei „deutschlandweit Standard“. Es wurde auch ein „Windmessgerät neuester Technik“ zur Datenerfassung im Wald zwischen Serkenrode und Schliprüthen aufgestellt. Mit Blick auf den Wunsch der Gemeinde Finnentrop auf Einflussnahme und wirtschaftliche Beteiligung, etwa durch die Errichtung von Bürgerwindparks, erklärte Wußling, dass eine Kooperation mit der Gemeinde Finnentrop denkbar und möglich sei. „Die STAWAG versteht sich als kommunaler Partner der Gemeinden, der sowohl kommunalen Unternehmen, der Kommune selbst als auch Bürgern vor Ort die Möglichkeit geben will, sich direkt unternehmerisch an dem Projekt zu beteiligen. Weitere Beteiligungsmöglichkeiten sind für uns denkbar. Wir sind sehr daran interessiert das Projekt im Konsens mit der Gemeinde umzusetzen“.

Intensive Untersuchung

Das bestätigte Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß: „Die Gemeinde ist über alle Schritte informiert“. Auch die Finnentroper Öffentlichkeit sei, nicht zuletzt bei diversen Bürgerversammlungen, umfassend über den Stand der Planungen für Vorranggebiete für Windkraftanlagen informiert worden. Derzeit sei man dabei, die nach Voruntersuchungen festgelegten acht Suchräume intensiver zu untersuchen und die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange einzuholen. „Das wird absehbar bis mindestens Ende dieses Jahres dauern“, so Heß. Dann sei im Rahmen des Verfahrens eine umfassende Information und Beteiligung der Bürger vorgesehen und auch sinnvoll.

Alle Vorverträge und Vorleistungen potenzieller Betreiber von Windenergieanlagen stehen laut Heß unter dem Vorbehalt, dass die Flächen von der Gemeinde als Konzentrationszone ausgewiesen werden.

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