Regen

Starkregen bedrohte Technik im Pumpspeicherwerk Rönkhausen

Wasserschaden am Pumpspeicherwerk Rönkhausen

Durch den starken Regen lief am Freitag ein Teil des eigentlich leeren Beckens des Pumpspeicherwerks Rönkhausen voll. Das Wasser bedrohte die Elektronik.

Durch den starken Regen lief am Freitag ein Teil des eigentlich leeren Beckens des Pumpspeicherwerks Rönkhausen voll. Das Wasser bedrohte die Elektronik.

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Finnentrop/Balve/Kreis Soest.  Durch den starken Regen lief ein Teil des eigentlich leeren Beckens des Pumpspeicherwerks Rönkhausen voll. Das Wasser bedrohte die Elektronik.

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Die Feuerwehr der Gemeinde Finnentrop konnte am Freitag Vormittag eine größere Katastrophe am Pumpspeicherwerk in Rönkhausen im letzten Moment verhindern. Aufgrund starke Regenfälle in den frühen Morgenstunden war ein Teil des Oberen Beckens voll gelaufen, in dem sich derzeit wegen Sanierungsarbeiten (wir berichteten, siehe Infobox) eigentlich kein Wasser befinden sollte.

Die Gefahr: Die Regemassen drohten sich einen Weg über die großen Schutz-Sandsäcke hinweg in den 900 Meter langen Druckstollen zu bahnen und von dort hinunter zum Unteren Becken und dem dort befindlichen Krafthaus zu strömen. Dort hätte das Wasser innerhalb kürzester Zeit das mit der gesamten Elektrizität ausgestattete Pumphäuschen unter Wasser gesetzt.

Feuerwehr spricht von "bedrohlicher Situation"

Wasserschaden in Reitanlage Wocklum

Denn besagte Rohrleitung, die Ober- und Unterbecken verbindet, steht derzeit komplett offen. Der Schieber, der im Normalfall regelt, wie viel Wasser ins Krafthaus fließt, um dort die Stromturbinen anzukurbeln, ist aufgrund der Renovierungsmaßnahme ausgebaut worden. Somit wäre das Wasser unaufhaltsam und ohne Regulierung nach unten geschossen. „Gar nicht auszudenken, was dann passiert wäre. Es war eine sehr bedrohliche Situation“, sagte Uwe Menzebach, Sprecher der Finnentroper Wehr, auf Nachfrage dieser Zeitung.

Er war sichtbar erleichtert, dass seine Kameraden diesen „Worste Case“ noch verhindern konnten. Und auch Stefan Grüger, Projektleiter der Mark E am Speicherwerk, dem Betreiber der Anlage, betonte: „Wir haben noch Glück im Unglück gehabt und keinen großen Schaden davongetragen.“

Zwar wären laut Betreiber und Feuerwehr kleinere Mengen an Regenwasser nach unten geflossen, doch diesen Wasserandrang konnten die eigenen, sogenannten Lenzpumpen im Krafthaus standhalten. Auch, weil die Feuerwehr am Oberen Becken mit fünf großen Pumpen, sogenannten Tragekraftspritzen, sowie den Fahrzeugpumpen schnell Herr der Lage wurde.

Unterstützung aus Olpe

Unglaublich, aber wahr: Laut Angaben der Feuerwehr vor Ort hätten die Schläuche, mit denen das Wasser auf dem Becken gepumpt wurde, 16 000 Liter pro Minute gezogen, und das über einen Zeitraum von anderthalb Stunden. „Da kann man sich ausrechnen, über wie viel Wasser wir hier sprechen“, betonte Menzebach.

Halbeswiger Straße in Velmede nach Regen erneut unter Wasser

Gegen Mittag traf zur Unterstützung noch der Wasserförderzug der Feuerwehr Olpe ein, der mit einer besonders leistungsstarken Maschine anrückte. „Sie kann ein vielfaches der normalen Pumpen absaugen“, erklärte Matthias Springmann, stellvertretender Zugführer aus Olpe. Und er ergänzte: „Dieser Schlauch kommt erst zum zweiten Mal zum Einsatz, erstmalig hatten wir ihn bei dem Hochwasser im Kreis Borken in 2016 im Einsatz .“

Starkregen trifft auch Balve, Velmede und den Kreis Soest

Gegen kurz vor 14 Uhr war der Einsatz dann auch wieder beendet, die Helfer zogen von dannen. Sie hatten bravouröse Arbeit geleistet

Auch andere Orte waren von starken Regenfällen betroffen: In Velmede wurde die Halbeswiger Straße komplett überspült. In Balve entstanden Schäden an einer Asylunterkunft und einer Reitanlage. Im Kreis Soest musste die Feuerwehr zu 20 Einsätzen ausrücken.

Infos:

  • Im Einsatz waren die Löschgruppen aus Rönkhausen, Lenhausen, Schönholthausen, Ostentrop und Fretter mit rund 50 Helfern.Der Einsatz begann gegen 10.30 Uhr und war um kurz vor 14 Uhr wieder beendet.
  • Das Pumpspeicherwerk in Rönkhausen wird derzeit für rund 25 Millionen Euro saniert. Die ausführende Schweizer Firma Walo ist damit beauftragt, dem Betonasphalt des Speicherbeckens eine neue Schicht aufzutragen. Die Fläche: Rund 100 000 Quadratmeter, das entspricht eine Größe von rund 14 Fußballfeldern.
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