Kultursommer

Start des Attendorner Kultursommers macht Appetit auf mehr

"Wingenfelder“ können nicht nur leise und melancholisch, sondern auch rockig-kraftvoll.

"Wingenfelder“ können nicht nur leise und melancholisch, sondern auch rockig-kraftvoll.

Foto: martin droste / Martin Droste

Attendorn.  Vor 1800 gut gelaunten Zuhörern auf dem Alten Markt begeistert die Band „Wingenfelder“. Cheforganisator Frank Burghaus ist rundum zufrieden.

Der Auftakt des 4. Attendorner Kultursommers vor 1800 gut gelaunten Besuchern auf dem Alten Markt hat Appetit auf mehr gemacht. Mit nach eigenen Worten „Storyteller-Rock für Erwachsene“ begeisterten „Wingenfelder“ am Mittwochabend auf der großen Bühne vor dem Südwestfalenmuseum. Mal nachdenklich-melancholisch, mal rockig und zornig. Und immer wieder mit einer klaren politischen Aussage: Die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder und ihre Band hatten an diesem Sommerabend viel zu erzählen.

Gänsehautfeeling pur

Mit ihrem Stil verwandeln sie Erfahrungen mit falschen Freunden, einem fast ins Wasser gefallenen Familienurlaub, der pubertierenden Tochter oder der Zeit der Klassenfahrten in persönliche Lieder. „Wingenfelder“: Das sind nicht nur die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder, die Köpfe der ehemaligen Kultband „Fury in the Slaughterhouse“. Mit Benny Glass (drums), Sebastian Demmin und Alex Blum (keys), Volker Rechin (bass), Fabian Schulz-Git (keys) Robbie Schuller (keys, git) haben die Wingenfelder-Brüder bei ihren Live-Auftritten exzellente Musiker an ihrer Seite.

Die alten Zeiten mit „Fury in The Slaughterhouse“ wollen „Wingenfelder“ gar nicht vergessen. So durfte der Klassiker „Time to Wonder“ in einer XL-Fassung in Attendorn nicht fehlen.

Das textsichere Publikum sang begeistert mit – Gänsehautfeeling pur. Im Mittelpunkt standen aber Songs aus dem neuesten Album „Sieben Himmel hoch“, die Thorsten Wingenfelder so beschrieben hat: „Sie kommen um die Ecke gesaust wie zu spät kommende Partygäste. Wie ein unerwartetes Geschenk, leicht unkontrolliert, aber immer mit einem Lächeln im Gesicht. Tolle Songs – vielleicht so gut wie noch nie – und wir haben gerade ein cooles Tempo drauf.“

Alles hat gepasst

„Alles hat gepasst. Die Musiker hatten sichtlich Spaß. Wir hatten keine Probleme mit der Sicherheit“, freute sich Cheforganisator Frank Burghaus von der Stadtverwaltung über den gelungenen Start in den 4. Kultursommer.

Gefreut haben dürften sich Burghaus und Co. auch über das Kompliment von Thorsten Wingenfelder zu Beginn des Konzerts. Der Mann mit dem Hut nannte es „nicht selbstverständlich“, dass so ein Event in einer kleineren Stadt wie Attendorn über die Bühne gehe. Bei so viel guter Laune wollte auch der Wettergott mitspielen und schob eine halbe Stunde vor Konzertbeginn die letzten Wolken über dem Alten Markt zur Seite.

Nach zwei Zugaben konnten die 1800 Zuhörer – laut Sicherheitskonzept hätten 2500 auf den Platz gedurft – zufrieden nach Hause gehen oder fahren. Im Ohr dürften sie noch die Hymne „Rocking in the free world“ von Neil Young gehabt haben, von „Wingenfelder“ mit einem aktuellen deutschen Text versehen.

Den Opener für „Wingenfelder“ machten „Bongen’s“ mit Rock-Indiepop. Die vier Musiker aus Köln, Wuppertal und Lennestadt sind auch schon im „Studio A“ in Attendorn aufgetreten.

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