Gesundheit

Tagesklinik: Krankenhäuser in Olpe und Lennestadt wachsen

Dr. med. Christine Menges (oben Mitte) und das Team der Tagesklinik am St. Martinus-Hospital.

Dr. med. Christine Menges (oben Mitte) und das Team der Tagesklinik am St. Martinus-Hospital.

Foto: Privat

Olpe/Lennestadt.  St. Josefs-Hospital in Lennestadt erhält im Herbst 2019 eine psychiatrische Tagesklinik. Plätze am Olper Standort werden von zwölf auf 15 erhöht.

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Den ganz normalen Alltag selbstständig zu bewältigen ist für viele Erkrankte nach einer vollstationären psychiatrischen Behandlung nicht unmittelbar möglich. Damit eine schrittweise Wiedereingliederung in den Alltag und in Arbeit gelingt, ist es sinnvoll, die Therapie in einer Tagesklinik fortzusetzen.

Am St.-Martinus-Hospital in Olpe erfolgt die Arbeit in der psychiatrischen Tagesklinik mit einem multiprofessionellen Team, bestehend aus Oberarzt, erfahrenen Assistenzärzten, Psychologen, Sozialarbeitern sowie Ergo- und Kunsttherapeuten und Krankenpflegern, teilstationär.

Die Patienten kommen werktags von 8 bis 16 Uhr und erfahren somit einen geregelten, strukturierten Tagesablauf – das ist ein erster Schritt zur Wiedereingliederung in einen normalen Alltag. Meistens kommen die Patienten selbstständig zur Therapie, bei vorübergehender Fahruntüchtigkeit organisiert die Klinik den Transport – eine Leistung, die von den Krankenkassen in der Regel übernommen wird.

Tagesklinik: Bedarf steigt an

Das Therapieangebot besteht aus therapeutischen Einzel- und Gruppengesprächen. Darüber hinaus gibt es spezialisierte Gruppen für Patienten mit Angst- und Traumafolgestörungen, Depressionen, Psychosen sowie psychosomatischen Erkrankungen, in denen gezielt am jeweiligen Krankheitsbild gearbeitet wird.

Ergänzt wird das Therapieprogramm durch Ergo- und Kunsttherapie, Musiktherapie, soziales Kompetenztraining, Alltagstraining sowie Sport- und Bewegungstherapie.

Zwölf Patienten konnte das St. -Martinus-Hospital bislang in der Tagesklinik behandeln. „Der Bedarf ist aber seit Jahren sehr viel größer, so dass wir schon in der Vergangenheit mehr Patienten als vorgesehen behandelt haben, was sich für uns nicht refinanziert“, erklärt Dr. med. Christine Menges, Chefärztin der Psychiatrie am St.-Martinus-Hospital und zukünftig am St.-Josefs-Hospital in Lennestadt tätig. Um dem großen Bedarf gerecht zu werden, wird die Anzahl an Tagesplätzen in Olpe von zwölf auf 15 erhöht.

Darüber hinaus wird die Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen (KHS) im Herbst 2019 am St. Josefs-Hospital in Lennestadt eine weitere Tagesklinik mit 15 Plätzen eröffnen. „Besonders für Patienten aus dem Hochsauerlandkreis, für die Olpe bislang eine zu weite Anfahrt bedeutete, ist der zusätzliche Standort in Lennestadt eine echte Erleichterung und neue Behandlungsperspektive“, meint Dr. Menges.

Die Tagesklinik wird in bestehenden Räumlichkeiten des Krankenhauses neu ausgestattet. Zudem wird wie schon in Olpe auch in Lennestadt eine psychiatrische Institutionsambulanz (PIA) eingerichtet.

Das Angebot der PIA richtet sich an psychisch erkrankte Patienten, die neben fachärztlich psychiatrischer Behandlung auch sozialarbeiterische und ergotherapeutische Betreuung benötigen. „Mit dem Neuaufbau der Tagesklinik erhält das St.-Josefs-Hospital eine zusätzliche Betriebsstelle. Zudem erhöht sich unsere Bettenanzahl in Lennestadt von 187 auf 202 – das stärkt den Standort weiter“, erklärt Johannes Schmitz, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft.

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