Eine Frau an der Spitze

Tatjana Vente ist neue Ortsvorsteherin in Kirchhundem

Bürgermeister Andreas Reinéry gratuliert Tatjana Vente nach der Wahl zur Ortsvorsteherin von Kirchhundem, ebenso Georg Kaiser (links) und Dieter Wurm.

Bürgermeister Andreas Reinéry gratuliert Tatjana Vente nach der Wahl zur Ortsvorsteherin von Kirchhundem, ebenso Georg Kaiser (links) und Dieter Wurm.

Foto: Nicole Voss / WP

Kirchhundem.  Tatjana Vente (44) ist neue Ortsvorsteherin in Kirchhundem und hat einiges vor, um „ihr Zuhause“, wie sie sagt, aufzuwerten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nach zehn Jahren Vakanz ist die Position der Ortsvorsteherin für Kirchhundem, Flape und Herrntrop mit Tatjana Vente seit Mittwochabend neu besetzt. Die 44-jährige dreifache Mutter hat bereits Erfahrungen in verschiedenen Ehrenämtern (Förderverein des Kindergartens und der Schule, Vorstand des Bürgervereins) gesammelt und betont: „Ich habe viele Ideen im Kopf, die mit Hilfe vieler Bürger umgesetzt werden könnten. Kirchhundem ist unser Zuhause und unser Zuhause machen wir uns ja auch schön.“ Am Donnerstag muss sie noch vom Gemeinderat bestätigt werden. Die Gemeinde Kirchhundem ist in zwölf Ortsvorsteher-Bezirke eingeteilt. Unbesetzt sind die Ortsvorsteherposten in Heinsberg, Hofolpe und Marmecke-Rinsecke.

Kommunalfriedhof immer teurer

Zweites Thema des Abends waren der Friedhof in Kirchhundem, der einzige in kommunaler Trägerschaft in der Gemeinde. Kurz zusammengefasst begründen sich die hohen Friedhofsgebühren im Zentralort durch die rückläufigen Bestattungszahlen und die Personalkosten, die die Gemeinde zur Pflege aufwenden muss. Rund 20.000 Euro stehen dabei für den Lohn des Bauhofsmitarbeiters auf der Soll-Seite, der mit einem Drittel seiner Arbeitszeit gerechnet wird.

Kostendeckung

Zum Hintergrund: Ein kommunaler Friedhof muss kostendeckend sein. Zu dem besteht ein Investitionsstau. Momentan kostet ein Rasen-Reihengrab 2300 Euro. Bei kostendeckender Kalkulation müssten die Kosten 7000 Euro betragen. „Wir möchten keine Preise, die einem Mausoleum gleich kommen. Der Kirchenvorstand unterstützte in den vergangenen Jahren. Wenige Ehrenamtliche geben sich viel Mühe, um das Bild zu verändern“, erklärte Georg Kaiser vom Kirchenvorstand in der Versammlung im Feuerwehrhaus.

Kostenspirale

Bürgermeister Andreas Reinéry erklärte, dass die Gemeinde Pächter und Betreiber des Friedhofs und dadurch verpflichtet sei, die Gebühren kostendeckend auf die Nutzer umzulegen. „Jede fehlende Bestattung setzt eine Kostenspirale nach oben in Bewegung. Im vergangenen Jahr haben wir 20 Bestattungen kalkuliert. Tatsächlich waren es 14. Ich sehe keine Möglichkeit das zu verändern mit Preisen, die sich vom Markt abheben“, so das Gemeindeoberhaupt. Auf den Friedhöfen in kirchlicher Trägerschaft seien die Gebühren niedriger und der Zustand besser, so Reinéry.

Helfer gesucht

Andreas Picker, vom Friedhofsverein betonte, dass der Friedhof vor 17 Jahren in einem katastrophalen Zustand gewesen sei. 150.000 Euro seien investiert worden, die Gemeinde stellt jährlich 6000 Euro zur Verfügung. „Es wird immer nur gemeckert, dann bitte kommen und sich zur Verfügung stellen“, betonte Andreas Picker. Konrad Schlechtinger erklärte, dass die Kirche die Gemeinde im Jahr 1978/79 bat den Friedhof zu übernehmen, da dieser dringend erweitert werden musste. Er dankte dem Friedhofsverein, der die Pflege übernommen hat.

Bürger in der Pflicht

Peter Kaufmann sagte: „Wir sind in der Verpflichtung. Die Kommune bleibt in der Verantwortung, aber die Bürger haben auch Verpflichtungen.“ Fazit: Ideen sammeln, über einen Rückbau des Friedhofs nachdenken, den Bereich der Pastöre neu gestalten und gemeinsam eine gute Lösung finden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben