Gericht

Tatort Attendorn: Vorwurf der sexuellen Nötigung

Trotz seines Freispruches vom Olper Schöffengericht muss sich ein 21-Jähriger nun vor dem Landgericht in Siegen verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt.

Trotz seines Freispruches vom Olper Schöffengericht muss sich ein 21-Jähriger nun vor dem Landgericht in Siegen verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt.

Foto: David-Wolfgang Ebener

Attendorn/Siegen.   Ein 21-Jähriger muss sich trotz Freispruch vor dem Siegener Landgericht verantworten. Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt.

Vor fast sechs Monaten stand der 21-Jährige vor dem Olper Schöffengericht. Tatverdacht: sexuelle Nötigung. Aufgrund vieler Widersprüche wurde ein Freispruch ausgesprochen. Nun muss sich der 21-Jährige vor dem Siegener Landgericht verantworten. Es ist derselbe Fall, denn die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt.

Vor fast genau zwei Jahren, am 31. Januar 2017, ereignete sich der Vorfall. Schüler einer Berufsschulklasse trafen sich bei einem Klassenkameraden in Attendorn. Es sollte ein Abend unter Freunden werden, bevor es am nächsten Tag wieder an die Arbeit ging.

Es wurde zu Abend gegessen und Alkohol getrunken. Die 20-jährige Nebenklägerin und Zeugin konsumierte ebenfalls Alkohol, laut Zeugenaussagen jedoch weniger als der Rest der Gruppe. Da es ihr nicht gut ging, sei sie gegen Mitternacht ins Bett gegangen.

Hand auf der Brust

Gegen 3.30 Uhr sei sie von einer fremden Hand auf ihrer Brust aufgewacht. Obwohl sie niemanden in das Zimmer habe kommen hören, habe sie sich zunächst nichts Schlimmes dabei gedacht, sagte die 20-Jährige, und habe die Hand von ihrer Brust genommen. Doch nachdem die Auszubildende die Hand mehrfach von ihrer Brust nehmen musste, sei es „heftiger“ geworden, so die Zeugin. Sie erkannte den 21-Jährigen. Er habe gesagt, sie solle nicht so „pissig“ sein, wiederholte die Zeugin die Aussage.

Nachdem der 21-Jährige sie mehrfach an Brust und Gesäß berührt habe, habe sie versucht, sich zu wehren. Der Angeklagte habe sie jedoch festgehalten, zu sich gezogen und versucht, mit den Fingern in ihre Scheide einzudringen. Wieder habe sie sich gewehrt, sie habe sich losreißen können und sei in das Bad im Nebenzimmer gelaufen. Dort habe sie gewartet, bis sie jemanden im Flur hörte. Erst im Laufe des Tages habe sie das Ereignis einer Freundin erzählt.

Widersprüche in Aussagen

Der Angeklagte weiß von dem Abend nur wenig, er habe einen Filmriss. Er könne sich nicht vorstellen, diese Übergriffe begangen zu haben. „So bin ich nicht“, sagt der 21-Jährige. Dennoch hat sich der Auszubildende einige Tage nach der angeblichen Tat bei seiner ehemaligen Klassenkameradin entschuldigt.

Auch im Verfahren vor dem Siegener Landgericht widersprachen sich die Aussagen der Zeugin. An jede Situation könne sie sich nicht mehr genau erinnern. Laut einer Mitschülerin sei der Angeklagte bereits im Zimmer gewesen und schlief neben der Nebenklägerin, als sie nachts nach ihrer Freundin schauen wollte. Auch vom nächsten Morgen schildert die Zeugin ein anderes Bild:

Sie traf die 20-Jährige nicht im Flur an, sondern in ihrem Zimmer. Dort stand die Nebenklägerin und zog sich etwas an, der Angeklagte schlief noch im Bett.

Für das Verfahren ist ein weiterer Termin am 24. Januar 2019 angesetzt. Dann soll die Richterin ein neues Urteil fällen.

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