Serie Tierische Helfer

Therapiebegleithündin Frieda: 45 Kilo gute Laune

Die Berner Sennen Hündin Frieda begleitet ihre Besitzerin und Ergotherapeutin Jana Lenneper bei der Arbeit im Josefinum in Lennestadt. Die Bewohner der Senioreneinrichtung freuen sich, Frieda zu sehen.

Foto: Sarah Engelhard

Die Berner Sennen Hündin Frieda begleitet ihre Besitzerin und Ergotherapeutin Jana Lenneper bei der Arbeit im Josefinum in Lennestadt. Die Bewohner der Senioreneinrichtung freuen sich, Frieda zu sehen. Foto: Sarah Engelhard

Lennestadt.   Berner Sennenhündin Frieda und Ergotherapeutin Jana Lenneper sind das Therapie-Hunde-Team in der Senioreneinrichtung Josefinum in Lennestadt.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Senioreneinrichtung Josefinum in Lennestadt versammeln sich nach und nach im Eingangsbereich des Gebäudes. Hier soll gleich der Gottesdienst stattfinden. Mitarbeiterinnen verteilen die Gesangbücher. „Frieda“, ertönt es aus den Reihen. „Hallo Frieda, komm doch mal her“, kurz darauf aus einer anderen Ecke. Die Angesprochene lässt nicht lange auf sich warten und trabt mit wedelndem Schwanz heran.

Die zweijährige Berner Sennen-Hündin ist im Josefinum bekannt und beliebt, denn zusammen mit ihrer Halterin, der Ergotherapeutin Jana Lenneper, bildet sie das Therapie-Hunde-Team. Gemeinsam kümmern sie sich um Menschen, die in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind.

Patient steht im Mittelpunkt

Frieda befindet sich noch in der Ausbildung, schon jetzt nimmt sie bei der Therapiearbeit eine wichtige Rolle ein: „Der Hund ist wie ein Brückenbauer“, sagt Jana Lenneper. Er wird grundsätzlich therapiebegleitend eingesetzt, das heißt, er ist nicht Hauptakteur, im Therapiemittelpunkt steht immer der Patient. „Meine Herausforderung als Ergotherapeutin ist es, die Aufgeschlossenheit des Hundes sinnvoll für den Bewohner und tiergerecht für den Hund zu verbinden.“

Die Hündin holt zum Beispiel Bewohner mit depressiver Verstimmung am Bett ab. „Manche Patienten wollen an bestimmten Tagen gar nicht aufstehen, aber wenn der Hund so lieb mit seiner Leine vor dem Bett sitzt und signalisiert, dass er spazieren gehen möchte, dann sind die Beine auf einmal doch nicht mehr so schwer“, so Jana Lenneper. Im gezielten körperlichen Training wirkt die Hündin auch als Motivatorin, erklärt die Ergotherapeutin: „Wenn Frieda voller Begeisterung darauf wartet, einem Ball hinterherzulaufen, ist das Werfen motivierender, als mit einem Gymnastikball beispielsweise um Bewegungen in der Schulter zu trainieren.“

Namensschild für den Dienst

Der gutmütige Hund bereitet den alten Mernschen immer wieder Glücksgefühle. „Wenn Frieda da ist, lässt sie mich für den Moment und meine Krankheit vergessen, sie bringt mich zum Lachen“, sagt eine Bewohnerin, die ihren Namen nicht nennen will. Im Josefinum leben unter anderem Menschen mit demenziellen Erkrankungen, Parkinson und Schlaganfall-Patienten. „Wenn Frieda schreiben könnte, würde sie ganze Bücher füllen mit all den Geschichten, die sie von den Bewohnern erfährt“, sagt die Ergotherapeutin.

Frieda ist generell nur halbtags im Einsatz. „Es ist wichtig, den Hund nicht zu überfordern. Wir dürfen nicht unterschätzen, wie anstrengend das ist“, sagt Jana Lenneper. Deshalb darf sich Frieda nach verrichteter Arbeit im Büro ausruhen. Mehr als zwei Einzelförderungen die jeweils nicht länger als 20 Minuten dauern, an einem Tag begleitet Frieda nicht.

Hund als Lagerungskissen

Manchmal ist sie einfach Haus- und Hof-Hund, dreht ihre Runden durch den Garten und lässt sich von den Bewohnern streicheln.

Wenn sie im Dienst ist, trägt die Hündin übrigens ein richtiges Namensschild: „Frieda – 45kg gute Laune.“ Und dieses Gewicht wird gerne zu Therapiezwecken eingesetzt. Eine Bewohnerin kann aufgrund ihrer Erkrankung nicht aus eigener Kraft sitzen, ihr dient Frieda als Lagerungskissen. Für die Patientin ist das ein besonderes Erlebnis, weil sie den Hund sehr gerne hat und der Körperkontakt zum Tier Ruhe vermittelt. „Frieda trägt ihr Namensschild nicht ohne Grund, sie ist wirklich immer fröhlich, unser Sonnenschein“, sagt Elfriede Reineck.

Ein Halstuch zum Geburtstag

Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind die Bewohner große Fans von Frieda, die bereits als Welpe mit ins Josefinum kam und dort aufgewachsen ist. Zum zweiten Geburtstag schenkten ihr Bewohnerinnen ein selbst genähtes Halstuch und stickten ihren Namen darauf.

Frieda ist ein gutmütiger Hund, sie bringt so schnell nichts aus der Fassung. Und ein Therapiehund muss vieles über sich ergehen lassen. „Frieda hat meine Erwartungen übertroffen“, sagt die Ergotherapeutin, „manchmal glaube ich, sie weiß gar nicht, dass sie Zähne hat.“

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