Trauer

Tod des 16-jährigen Schülers: Wendener nehmen Abschied

An der Gesamtschule Wenden ist es still. Der hintere Teil des Schulhofes ist zu einer Gedenkstätte geworden. Die Trauer um den 16-jährigen Jungen aus Wenden sitzt tief.

An der Gesamtschule Wenden ist es still. Der hintere Teil des Schulhofes ist zu einer Gedenkstätte geworden. Die Trauer um den 16-jährigen Jungen aus Wenden sitzt tief.

Foto: Jana Wehmann

Wenden.   Gesamtschule in Wenden ist zur Gedenkstätte geworden. Auf dem Schulhof haben Menschen Kerzen angezündet. Der Schock sitzt tief:

Es ist kurz nach Elf. An der Gesamtschule in Wenden ist es still. Kein Schüler, kein Lehrer – nur bedrückende Leere. Der gestrige Brückentag wird zum Gedenktag. Einige Kerzen und Blumen liegen auf dem Schulhof. Unmittelbar in der Nähe des Ortes, wo der 16-jährige Schüler aus Rothemühle tot aufgefunden wurde. Vereinzelnd kommen Menschen vorbei, nehmen Anteil an dem tragischen Schicksal der Familie. Der Schock steht ihnen ins Gesicht geschrieben.

Eine Frau steht mit zwei ihrer Söhne an der Gedenkstätte. Sie zünden eine Kerze an, legen einen Strauß Blumen nieder. „Ich kenne die betroffenen Familien“, erzählt sie. „Es wurden zwei Familien zerstört. Es ist schlimm, hier der Schulhof und direkt da hinten i st es passiert.“ Die drei Trauenden senken ihre Blicke, beten stumm.

Der Platz auf dem hinteren Teil des Schulhofes ist zur Gedenkstätte geworden. Ein Brief liegt dort. „Wir können es nicht begreifen. Es ist nicht zu fassen – so abrupt, so unerwartet – mitten aus dem Leben gerissen“, steht dort geschrieben. Andere fragen auf ihren Kerzen nach dem Warum. „Was ist bloß mit der Welt passiert?“, ziert es eine Kerze. Das THW Olpe bekundet seine Trauer: „Es gibt überall einen Platz, auf dem ein Engel landen kann.“

Der Schock sitzt tief

Ein Mann kommt mit seiner jungen Tochter vorbei. Das Mädchen legt eine gelbe Rose zu den anderen Blumen. Sie nickt kurz auf die Frage, ob sie den 16-jährigen Schüler kannte. Die beiden schweigen.

Nur einige Meter weiter, den Berg hinunter, geht der Alltag weiter. Zumindest scheint es so. „Es ist schlimm für beide Familien“, sagt ein älterer Mann vor dem Supermarkt in Wenden. „Man denkt immer, sowas passiert nicht in den kleinen Orten. Aber es kann eben auch uns treffen. Die Realität holt uns schnell ein.“ In Rothemühle hält man inne. Man bittet um Verständnis, nichts über die Tragödie sagen zu wollen. Der Schock sitzt tief.

Die Wendener Gesamtschule hat ihre Internetseite still gelegt – bis auf einen Text der Anteilnahme: „Die Schule trauert um ein Mitglied ihrer Gemeinschaft und ist in Gedanken in diesen schweren Stunden bei der betroffenen Familie. Wir erfahren Unterstützung durch unsere schulfachliche Dezernentin und Schulpsychologen...., die uns zur Seite stehen und besonders die Schülerinnen und Schüler ...professionell durch diese schreckliche Zeit begleiten werden.“

Das bestätigte gestern die Pressesprecherin der Bezirksregierung Arnsberg, Anna Carla Springob: „Das Ministerium für Schule und Bildung hatte bereits frühzeitig ein Krisen-Interventionsteam mit Schulpsychologen nach Wenden geschickt.“ Die Schule habe Freitag ohnehin einen beweglichen Ferientag eingeplant. Am Montag hätten Schüler, Lehrer und Eltern die Möglichkeit, mit den Psychologen des Teams das Gespräch zu suchen. Wie weiter vorgegangen werde, sei dann zu entscheiden.

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