Prozessauftakt

Toter Junge in Wenden: Prozess gegen Schüler hat begonnen

Trauer in Wenden: Opfer und mutmaßlicher Täter gingen auf dieselbe Schule. Seit Donnerstag steht der heute 15-Jährige vor Gericht, weil er seinen Mitschüler im Oktober erwürgt haben soll.

Trauer in Wenden: Opfer und mutmaßlicher Täter gingen auf dieselbe Schule. Seit Donnerstag steht der heute 15-Jährige vor Gericht, weil er seinen Mitschüler im Oktober erwürgt haben soll.

Foto: Caroline Seidel/dpa

Wenden/Siegen.   Die Verhandlung gegen einen heute 15-Jährigen hat vor dem Jugendschwurgericht begonnen. Er soll seinen Mitschüler (16) in Wenden erwürgt haben.

Hinter verschlossenen Türen hat am heutigen Donnerstag um 9 Uhr vor dem Jugendschwurgericht des Landgerichtes Siegen der Totschlag-Prozess gegen den 15-Jährigen, der Ende Oktober 2018 seinen Mitschüler (16) in Wenden erwürgt haben soll, begonnen. Nach dem Auffinden der Leiche im Wald bei der Gesamtschule Wenden war der damals noch 14-Jährige festgenommen worden.

Nach etwa einer Stunde gab es eine längere Pause, in der Verteidiger Martin Kretschmer einigen Kamerateams vor dem Gerichtsgebäude ein kurzes Statement gab: „Die Anklage wurde vorgetragen, und ich habe eine Erklärung meines Mandanten verlesen. Zu den Inhalten möchte ich nichts sagen. Das Verfahren ist aus guten Gründen nicht-öffentlich. Mein Mandant hat aber erneut zugegeben, für den Tod seines Mitschülers verantwortlich zu sein. Es geht ihm nicht gut, er sieht sich einem gewaltigen Justiz-Apparat gegenüber.“

Gerichtssaal und Bereich davor für die Öffentlichkeit tabu

Mit dem Gefangenen-Transport war der 15-Jährige am Donnerstagmorgen aus der Jugendstrafanstalt Wuppertal-Ronsdorf nach Siegen gebracht worden. In Saal 183 hatte der nicht-öffentliche Prozess dann begonnen. Nicht nur der Gerichtssaal, auch der unmittelbare Bereich davor war für Öffentlichkeit und Presse absolut tabu.

Wie die WESTFALENPOST erfuhr, war es eine sehr kurze Anklage, die Staatsanwalt Reiner Hoppmann verlas. Der Angeklagte, der bereits mit 13 Jahren seine homosexuelle Neigung offenbart hatte, sei in den 16-jährigen Mitschüler verliebt gewesen, so Hoppmann.

In den Tagen vor dem 30. Oktober hätten die beiden verabredet, die Schule zu schwänzen und sich beim Schulgebäude zu treffen. Dann seien sie in den Wald gegangen, wo es zum Streit kam. Der Angeklagte habe solange gewürgt, bis der 16-Jährige tot war und die Leiche dann etwas weiter in einem Waldstück abgelegt.

Nach der Pause soll der Prozess um 11.15 Uhr fortgesetzt werden. Zeugen sind für den heutigen Verhandlungstag noch nicht geladen.

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