Trauer

Trauer um Herbert Kemper

Herbert Kemper ist gestorben.

Herbert Kemper ist gestorben.

Foto: Josef Schmidt / WP

Olpe.  Der Seniorchef Herbert Kemper ist vergangenen Freitag kurz vor seinem 88. Geburtstag verstorben. Berührende Worte bei der Totenfeier.

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Es sind Weggefährten, die nach vorne treten. Familienmitglieder, Freunde, Kollegen. Ihre Worte gelten dem Mann, der ihr Leben bereichert hat. Mit seiner Lebensfreude. Mit seinem Lachen. Mit seinem unbändigen Tatendrang, seinem Ehrgeiz – und seiner Herzlichkeit. Die Rede ist von Herbert Kemper. Der Seniorchef der Metallwerke Gebr. Kemper aus Olpe ist kurz vor seinem 88. Geburtstag am 6. September nach schwerer Krankheit gestorben. Etliche Menschen nehmen in der gestrigen Totenfeier in der St.-Martinus-Kirche von ihm Abschied.

Herbert Kemper war im Kreis Olpe eine Institution, ein Mann, der als Unternehmer und Ehrenamtler in Erinnerung bleiben wird. Er wuchs in Olpe auf, lebte in der Eupener Straße, dort am Imberg war sein Elternhaus. An der Imberg-Schule hat er die Grundschule besucht, ging später ins Internat an den Niederrhein. Er hat Betriebswirtschaftslehre in München und Köln sowie der Gießerei- und Metallkunde an der TH Aachen studiert, stieg im Jahr 1958 in das Familienunternehmen ein. 1971 übernahm er in der vierten Generation die Geschäftsführung. Die Armaturenfertigung wurde ausgeweitet, das Walzwerk modernisiert. Er stellte das Unternehmen erfolgreich auf – noch heute arbeiten in den vier Werken rund 800 Menschen.

Großes Engagement für Stadtmuseum

Herbert Kemper war ein Mann, der durch sein Engagement für das Unternehmen und für die Mitarbeiter bekannt war. Ein Mann, der auch ehrenamtlich aktiv war. Ein Mann, der für seinen klugen Weitblick, für seine Bescheidenheit geliebt wurde.

Es sind berührende Worte der Trauer, der Bewunderung und des Dankes, die während der Totenfeier in der St.-Martinus-Kirche in Olpe, begleitet vom Kemper Werks-Chor, fallen. Pfarrer Clemens Steiling spricht von einem Menschen, der Kompetenz ausgestrahlt hat, der Talente gefördert hat – und der stets ein Auge auf seine Mitarbeiter hat. Ein Arbeitstier mit dem Herzen am rechten Fleck.

Eine seiner drei Töchter tritt nach vorne. Es ist Tessa Bertram. Sie erinnert daran, wie ihr Vater als einfacher Sacharbeiter in das Unternehmen einstieg. Sie erinnert daran, dass er es war, der die Metallwerke weiterentwickelte. „Qualität setzte er nach ganz oben auf die Prioritätenliste“, sagt sie. „Er hatte hohe Ansprüche an sich selbst und seine Mitarbeiter. Er verlangte viel, gab aber auch viel. Er sah in jedem Mitarbeiter den Menschen. Er war ein Vorbild. Kein Zweifel, mein Vater war ein Unternehmer.“

Einer seiner Weggefährten war auch Gerd Reichenbach aus Olpe. Sie waren praktisch Nachbarn, kannten sich aus dem Rotary Club Olpe-Biggesee. „Seine Heimatstadt Olpe lag ihm sehr am Herzen“, sagt Reichenbach. „Er hat sich dort in vieler Hinsicht engagiert. Er war eine beeindruckende Persönlichkeit, die die Stadt Olpe mitgeprägt hat.“ Er betont während der Totenfeier, dass Herbert Kemper ein außergewöhnlicher Mensch war. Ein Menschenfreund, der sich jedem einzelnen mit Hingabe und Herzlichkeit gewidmet hat, ein Freund und Förderer diverser Projekte – unter anderem unterstützte er die Bongaschule in Südafrika.

Die Trauer um den Verstorbenen ist auch in den Vereinen und Verbänden groß, in denen Herbert Kemper gewirkt hat. Der Seniorchef der Metallwerke Geb. Kemper hat unter anderem den Museumsverein 1997 mitgegründet und sich dort eingesetzt. „Die Nachricht von seinem Tod stimmt uns traurig, aber auch dankbar für sein großes Engagement und die Förderung unseres Vereines“, teilt der Förderverein des Stadtmuseums Olpe in ihrem Nachruf mit. „Unsere Gedanken sind in Anteilnahme bei seiner Frau Gretel und seiner Familie.“

Unermüdlich war er für das Vereinsziel unterwegs, in Olpe ein Stadtmuseum zu bauen, um das kulturelle Erbe seiner Vaterstadt zu erhalten und für die nächsten Generationen sichtbar zu machen, so die Vorsitzenden des Fördervereines Wilma Ohly und Dr. Ludger Ohm. Und weiter: „Er war in seiner Heimatverbundenheit und selbstlosen Sorge um das Wohl und die Entwicklung der Stadt ein Vorbild.“

Ein Freund seiner Heimatstadt Olpe

1997 stieg Herbert Kemper aus der Geschäftsführung aus – doch er blieb dem Unternehmen im Beirat treu. Auch in der Stadtverordnetenversammlung, im Kreistag wirkte er. Im Kirchenvorstand von St. Martinus war er aktiv, acht Jahre war er Mitglied der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Siegen, war viele Jahre Bundesvorsitzender des Verbands deutscher Metallgießereien, war ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht in Münster und am Handelsgericht in Siegen.

Es ist ein trauriger Tag für die Metallwerke Gebr. Kemper. Die Familie, die Geschäftsführung, die Gesellschafter, der Beirat, die Belegschaft – alle trauern um den Seniorchef. Doch egal, wer während der Trauerfeier in der St.-Martinus-Kirche in Olpe spricht. Sie alle verbinden die schönen Erinnerungen an diesen besonderen Menschen. Erinnerungen, die bleiben.

Die Beisetzung von Herbert Kemper erfolgte im Anschluss der Totenfeier im kleinen Kreis.

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