Bundesdelegiertentag

Traumergebnis für Tillmann vom Sauerländer Schützenbund

Mit dem Einmarsch der Schützen samt Standarten beginnt der Bundesdelegiertentag des Sauerländer Schützenbundes in Attendorn.

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Mit dem Einmarsch der Schützen samt Standarten beginnt der Bundesdelegiertentag des Sauerländer Schützenbundes in Attendorn. Foto: privat

Attendorn/Kreis Olpe.   Der Oberst des Sauerländer Schützenbundes erhält bei seiner Wiederwahl 100 Prozent der Stimmen. Es gab scharfe Kritik an den Behörden im HSK.

Lockere Atmosphäre, ungezwungene Gespräche. Keine Frage, die Sauerländer Schützen freuen sich auf die neue Festsaison. Diese Vorfreude war beim Bundesdelegiertentag des Sauerländer Schützenbundes am Samstag in der Stadthalle Attendorn spürbar. Doch zunächst galt es für die Delegierten aus den sieben Kreisschützenbünde des Sauerländer Schützenbunds einige Regularien abzuarbeiten.

Zur reinen Formsache wurde dabei erwartungsgemäß die Wiederwahl des neuen und alten Bundesobersten Martin Tillmann. Riesenbeifall brandete auf, als das Ergebnis verkündet wurde. Mit einstimmigem Votum bei einer Enthaltung und keiner Gegenstimme machten die Delegierten deutlich, dass sie mit der Arbeit des Schützenchefs aus Lennestadt-Bilstein rundum zufrieden sind.

Festabsage schmerzt immer noch

Reizthemen blieben den 381 Stimmberechtigten der insgesamt 851 Anwesenden aus 131 Vereinen weitgehend erspart. Eines beschäftigt den SSB-Vorstand und auch die Schützen aus Velmede-Bestwig nach wie vor, wie Wolfram Schmitz, Bundesgeschäftsführer, auf den Punkt brachte: „Was uns 2017 richtig sauer gemacht hat, war die durch unerfüllbare behördliche Auflagen erzwungene Absage des Bundesschützenfestes 2019 im Bereich des Kreisschützenbundes Meschede.“ Die Bruderschaft habe unter der Führung von Brudermeister Roland Burmann voller Elan mit den Planungen dieses Großereignisses begonnen, aber schließlich feststellen müssen, dass das erarbeitete Sicherheitskonzept den Behörden nicht ausreiche.

„Hier ist besonders negativ die Kreispolizeibehörde im Hochsauerlandkreis aufgefallen. Die Erfüllung sämtlicher Auflagen, ob sie sinnvoll ­waren oder nicht, hätte den Verein in den Ruin geführt“, so Schmitz. Nach der erneuten Ausschreibung blieb nach Vorgesprächen die Schützenbruderschaft Medebach, die bereits ein Bundes- und ein Europaschützenfest ausrichtete, als Kandidat übrig und wurde am Samstag von der Versammlung als Ausrichter bestätigt.

Dank an Vorstandskollegen

Nach dem plötzlichen Tod des Bundesehrenmitglieds Hans Dümpelmann, der als einziger die Sachkundelehrgänge im Vogelschießen durchführt, unterstützte der Westfälische Schützenbund (WSB) den SSB, so dass im Januar und Februar 2018 drei Sachkundelehrgänge angeboten werden konnten. Deshalb sprach Wolfram Schmitz Bundesschießmeister Wolfgang Klauke, Klaus Tacke, Dirk Niermöller und dem WSB-Vizepräsidenten Stefan Buff seinen Dank aus. Sie werden im Herbst dieses Jahres weitere Lehrgänge anbieten.

Für viel Aufsehen sorgt die EU-Datenschutzverordnung ab Mai 2018. Der SSB arbeitet an einem Praxisleitfaden für die Vereine, der Mustertexte für die Homepage, eine Geheimhaltungserklärung und die Satzungserweiterung enthält und den Vereinen per Mail zur Verfügung gestellt werden soll. „Leider müssen wir bei der Verordnung wieder feststellen, dass zusätzliche Arbeit auf uns Schützenvereine zukommt, deren tieferen Sinn ich nicht erkennen kann“, bedauerte Wolfram Schmitz.

In seinem Jahresbericht ging Bundesoberst Martin Tillmann auf die Termine des Bundesvorstands ein und bedankte sich bei seinen Vorstandskollegen und allen Schützenvereinen für die gute Zusammenarbeit. Marc Schmoll-Stübbecke, amtierender Bundeskönig, berichtete in seiner Funktion als Bundessportleiter im Schießsport vom 38. Bundespokalschießen und dankte dem WSB-Ehrenpräsidenten Klaus Stallmann und seinem Nachfolger Hans-Dieter Rehberg für die Unterstützung.

In den Grußworten von Christian Busch, Vorsitzender des Schützenvereins Ennest, Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil, des stellvertretenden Landrats Dietmar Meeser, des evangelischen Bundespräses Pfarrer Johannes Böhnke und des CDU-Bundestagsabgeordneten Matthias Heider wurde einmal mehr der Wert der Schützen für die Heimat deutlich. Bernhard Adams, Regionalpräsident der EGS Region 1, teilte mit Blick auf das Europaschützenfest vom 17. bis 19. August in Leudal/Niederlande mit, dass der Sauerländer Schützenbund über einen eigenen Schießstand mit ausreichend Platz für 50 Teilnehmer verfüge.

Zu Ehrenmitgliedern wurden Addi Grooten (1999 bis 2006 Geschäftsführer KSB Meschede, 2006 bis 2018 Kreisoberst Meschede, 2009 bis 2017 stv. Bundesoberst) und Thomas Plümper (2003 bis 2018 Geschäftsführer KSB Iserlohn) ernannt. Bestätigt wurde der neue Bundesjungschützensprecher Alexander Pusch. Der nächste Bundesjungschützentag findet am Samstag, 10. Oktober, statt. Interessenten zur Ausrichtung sollen sich melden.

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