Karneval

Trotz Karnevals-Gipfel: Attendorner fordern konkrete Ansagen

So feierten Karnevalisten den diesjährigen Veilchendienstagsumzug in Attendorn. Solche Bilder wird es im kommenden Jahr nicht geben.

So feierten Karnevalisten den diesjährigen Veilchendienstagsumzug in Attendorn. Solche Bilder wird es im kommenden Jahr nicht geben.

Foto: Barbara Sander-Graetz

Attendorn.  Auch mit dem Fahrplan des NRW-Gipfels kann die Attendorner Karnevalsgesellschaft nicht planen. Der Dünschede Karnevalsclub hat alles abgesagt.

Schon vor dem Karnevals-Gipfel in der vergangenen Woche war klar, dass die kommende Karnevalssession in der Corona-Pandemie eine andere sein wird. Großveranstaltungen sind vorerst bis Ende des Jahres verboten, der Auftakt in die fünfte Jahreszeit am 11.11. muss dementsprechend reduziert ausfallen. Aber wie soll das aussehen? Und wie soll es weitergehen? Der Kreiskarnevalsbund Olpe hoffte nach seiner Absage des Kreiskarnevals am 23. Januar 2021 in der Attendorner Stadthalle auf klare Signale der Landesregierung. Diese legte schließlich einen Fahrplan für die Session 2020/2021 vor. Trotzdem bleiben für die Attendorner Karnevalsgesellschaft noch viele Fragen offen, wie Marc Rohrmann, Präsident von „Die Kattfiller“, betont.

Klare Linie gefordert

„Die Frage ist: ‘Was können wir uns überhaupt erlauben?’ Wir haben gesehen, was in Hamm passiert ist, wo mehrere Hundert Leute zusammen gefeiert haben. Meines Erachtens nach müsste die Regierung eine klare Linie fahren und sagen: ‘Alles wird abgesagt’“, meint Rohrmann. Nicht, weil sich die Karnevalsgesellschaft das so wünsche, sondern weil sie dadurch eine Planungssicherheit bekäme. Das erhoffte politische Signal sei jedenfalls nicht gekommen, so wie es die Karnevalshochburgen Düsseldorf, Köln, Bonn und Aachen gefordert hätten.

Laut Rohrmann werde bis Ende des Jahres karnevalistisch „sowieso nichts passieren“. Aber: „Wie soll es das nächste Vierteljahr weitergehen? Da müsste jetzt eine Äußerung kommen, damit wir wissen, was zu tun ist. Denn sonst laufen wir 48-schienig.“ Will heißen: Jedes mögliche Szenario wird geplant. Von einer Familienfeier Zuhause, über eine Zusammenkunft mit zehn Leuten, hin zu einer Veranstaltung mit Hygienekonzept mit 500 Leuten – „wobei das zum aktuellen Zeitpunkt unwahrscheinlich ist“, so Rohrmann. „Wir wissen momentan ja nicht mal, ob wir im Elferrat zusammen kommen dürfen.“

„Die Kattfiller“ warten derzeit ab. Warten auf konkrete Aussagen aus der Politik, warten auf die Stabilisierung und Reduzierung der Infektionszahlen. „Wir werden mit einer Entscheidung nicht vorpreschen.“

Nicht realisierbar

Der Dünscheder Karnevalsclub (DüKC) – der kein Mitglied des Karnevalsverbunds Olpe ist – hat sich im Gegensatz dazu bereits entschieden: für eine Komplettabsage. Er ist damit der erste Verein im Kreis, der diesen Schritt geht. „Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass Karneval in Dünschede unter Einhaltung sämtlicher Corona-Schutzmaßnahmen nicht realisierbar ist“, erklärt Markus Steinberg, 1. Vorsitzender des DüKC. „Es wäre nicht der Karneval, wie wir ihn kennen und wie wir ihn haben wollen.“ Außerdem sei es ohnehin fraglich, ob die Menschen überhaupt Lust hätten, in der derzeitigen Situation Karneval zu feiern.

Bei der Absage habe aber auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle gespielt. „Unsere Einnahmen generieren wir in erster Linie über unsere After-Work-Christmas-Party, die wir bereits vorher absagen mussten“, so Steinberg. Sämtliche Karnevalsveranstaltungen des DüKC seien dahingehend ein Zuschussgeschäft, das in den vergangenen Jahren immer mit dem Erlös der Party finanziert wurde.

„Mit den derzeit geltenden Abstandsregelungen hätten wir zu Karneval vielleicht 200 Leute in die Schützenhalle ‘reinbekommen, wovon die Hälfte zu unseren Aktiven gehört hätte. Es wäre also vielleicht gerade mal Platz für 100 Gäste gewesen.“ Damit wäre das Verlustgeschäft noch höher ausgefallen. „Außerdem glauben wir, dass da kaum Stimmung aufgekommen und es sehr schwer gewesen wäre, überhaupt ein Dreigestirn zu finden“, meint Steinberg.

Aufführungen per Live-Stream?

Nichtsdestotrotz möchte der DüKC für Mitglieder, Familien und Freunde zumindest für ein bisschen Karnevalsstimmung sorgen. Wie – das steht noch nicht fest. „Wir könnten uns vorstellen, die Auftritte unserer Tanzgarden zu filmen und sie im Live-Stream bei Youtube oder Facebook zur Verfügung zu stellen“, sagt Steinberg. Bislang seien das aber nur erste Überlegungen.

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