Marien-Parkgarage

Über Brücke zur Olper Stadthalle

So soll sie aussehen, die Marien-Parkgarage an der Martinstraße. Der Olper Architekt Guido Becker hat die Pläne entwickelt.

So soll sie aussehen, die Marien-Parkgarage an der Martinstraße. Der Olper Architekt Guido Becker hat die Pläne entwickelt.

Foto: privat

Olpe.   Ein privater Investor will eine Parkgarage an der Martinstraße bauen. Geplant ist zudem eine Brücke über den Olpebach zur Stadthalle.

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Das Areal an der Martinstraße gegenüber dem „Kaufland“ ist schon seit längerer Zeit als zusätzliche Parkfläche für die Kreisstadt im Gespräch. Nachdem jetzt auch der „Warenkorb“ den Standort verlassen hat, kommt neuer Schwung in das Projekt. Das liegt vor allem an einem privaten Investor, der seine Pläne der Verwaltung und den Fraktionen präsentiert hat.

Der Investor ist Inhaber des 630 ­Quadratmeter großen Grundstücks Martinstraße 43, wo der DRK-Kleidershop „Jacke wie Hose untergebracht ist. Rechts daneben gehören der Stadt Olpe die 1400 Quadratmeter Martinstraße 45 bis 47. Der Olper Architekt Guido Becker hat die Pläne für den Investor entwickelt. Dieser möchte die Grundstücke der Stadt erwerben, auf dem kompletten Areal eine Parkgarage errichten und die Parkflächen dann an die Stadt Olpe vermieten. Im Erdgeschoss soll zudem Einzelhandel untergebracht werden.

Bis zu 221 Parkplätze

Vorgesehen sind drei Obergeschosse, mit oder ohne Tiefgarage. Sollte die Zahl der Parkplätze nicht ausreichen, könnte zusätzlich das vierte Geschoss als offenes oder teilweise offenes Parkdeck genutzt werden. Nach dem dieser Zeitung vorliegenden Arbeitspapier würden ohne Tiefgarage 137 Parkplätze entstehen, mit Nutzung eines vierten Obergeschosses 183. In der Variante mit Tiefgarage würde es 176 Plätze geben, mit einem vierten Obergeschoss sogar 221. Der Name steht bereits fest: „Marien-Parkgarage“.

Die genauen Kostenberechnungen für das Millionenprojekt laufen noch. „Durch das Angebot an Einzelhandelsflächen und zusätzlichen Parkplätzen erhöht sich die städtebauliche Attraktivität in der oberen Martinstraße in der Einkaufsstadt Olpe signifikant“, ist dem Arbeitspapier zu entnehmen. Das zusätzliche Angebot von Einzelhandel zu den reinen Parkflächen führe zu einer weiteren Belebung der oberen Martinstraße. Dabei handelt es sich um 1200 bis 1400 Quadratmeter Flächen für Geschäfte. Der Investor will diese Flächen an einen oder mehrere Betriebe vermieten.

Besonders interessant: Geplant ist auch eine 15 Meter lange Brücke, vom ersten Stock der Parkgarage aus über den Olpebach zur Stadthalle: „Ein Vorteil ist das Mehrangebot von Parkplätzen für Veranstaltungen in der Stadthalle. Dadurch entsteht eine zusätzliche Belebung des Standortes.“

Erst Bahnhofsbereich abwarten

„Es herrscht Parkdruck in der ­Martinstraße. Wir müssen in dem Bereich etwas tun“, sagte Bürgermeister Peter Weber auf Anfrage. Man habe sich die Ideen des Investors angehört, aber im Haushalt beschlossen, auf den städtischen Grundstücken zunächst einen ebenerdigen, größeren Parkplatz zu errichten: „Es ist sinnvoll, dort erst einmal etwas mit geringen Mitteln zu schaffen.“ Aktuell seien die Pläne des Investors kein Thema: „Ich will nicht ausschließen, dass das irgendwann kommt. Für die Stadt ist es aber ganz gut, dort nicht noch ein größeres Gebäude zu haben.“ Allerdings hat die Stadt Olpe mit täglich 12 000 Pendlern aus dem Umland zu kämpfen, die meist mit dem Auto in die Stadt kommen und die zu wenig Parkplätze finden, worunter der innerstädtische Einzelhandel leidet.

Vom Grundsatz her sei die Idee des Investors gut, so CDU-Fraktionsvorsitzender Carsten Sieg auf Anfrage dieser Zeitung: „Das hat durchaus Charme, aber es ist der völlig falsche Zeitpunkt. Es ist eine Frage, die beantwortet werden kann, wenn wir am Bahnhof mit den Planungen durch sind. “ Und: „Die Lebensdauer des Parkhauses an der Franziskanerstraße ist sehr absehbar. Wenn wir im Bahnhofsbereich ein neues Parkhaus bauen müssen, glaube ich nicht, das wir noch weiteren finanziellen Spielraum haben.“ Allerdings, so Sieg weiter, schließe die Union die Realisierung der Pläne des Investors nicht vollständig aus.

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