Sauerlandlinie

A45: Sanierung im Autobahnkreuz Olpe-Süd für 14 Millionen Euro

Sanierung A 45 im Autobahnkreuz Olpe-Süd

Christian Struck von Straßen.NRW erläutert das Millionen-Bauprojekt auf der A 45 im Autobahnkreuz Olpe-Süd. Video: Hartwig Sellmann

Christian Struck von Straßen.NRW erläutert das Millionen-Bauprojekt auf der A 45 im Autobahnkreuz Olpe-Süd. Video: Hartwig Sellmann

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Olpe.   Wegen erheblicher Substanzmängel wird die Sauerlandlinie am Autobahnkreuz Olpe-Süd erneuert. Die Arbeiten an der A45 sollen zwei Jahre dauern. Sanierungskosten: 14 Millionen Euro.

Wäre es eine Patientenakte, die Diagnose über das Kreuz wäre erschreckend. Von „erheblichen Substanzmängeln über längere, zusammenhängende Abschnitte wie allgemeine Unebenheiten, Rissbildungen, fehlendem Haftverbund sowie Ausbrüchen“ ist zu lesen. Das Fazit: Auch „andere Zustandsmerkmale deuten auf eine prägnante Verschlechterung hin. Das Schadensbild verschlechtert sich kontinuierlich“.

Gemeint ist die Sauerlandlinie, die „Königin der Autobahnen“, in Höhe des Olper Autobahnkreuzes. Weil der Zustand so schlecht ist, haben jetzt umfangreiche Reparaturarbeiten begonnen. Sie werden zwei Jahre dauern. Die Kosten: rund 14 Millionen Euro.

Umweg durch die Kleeblätter

Eine Kreuz-OP im fließenden Verkehr: Berufspendler wie Ausflügler in Richtung Bergisches Land und Köln haben die Auswirkungen schon zu spüren bekommen. Wo sie sonst, aus Olpe oder Drolshagen kommend, auf die A4 abbiegen, sind jetzt Asphaltfräse, Bagger und Muldenkipper unterwegs. Die Tangente, die auf die A4 führt, ist gesperrt. Der Umweg führt durch drei der vier Kleeblätter des Autobahnkreuzes. Es ist die Bauphase 1. Elf weitere werden folgen.

Alle Fahrbahnen im Autobahnkreuz, also die Fahrspuren geradeaus nach Norden und Süden, wie die Abbiegespuren und Tangenten, erhalten nach und nach eine neue Asphaltschicht. „34 Zentimeter tief, bis auf den Untergrund aus Schotter, werden die Fahrbahnen ausgefräst“, beschreibt Christian Struck, Projektleiter Bau beim Landesbetrieb Straßen NRW, das Vorgehen, während neben ihm der Verkehr gen Siegen vorbeidonnert. Denn: „Wir wollen bei der gesamten Baumaßnahme die Auswirkungen so gering wie möglich halten“. Heißt: keine Vollsperrungen, sondern Umleitungen durch das Autobahnkreuz.

Derzeit ist die Tagente auf die A4, aus Norden kommend, dran. Bis zur Fertigstellung aller Fahrbahnen plant Straßen.NRW zwei Jahre. „Das ist der Höhenlage geschuldet. Wir werden nur im Sommerhalbjahr tatsächlich arbeiten können“, verweist Christian Struck auf den Risikofaktor Witterung.

Mit der Erneuerung gehen durchaus auch Verbesserungen für Anrainer wie für die Fahrzeugfahrer einher: Als oberste, neue Schicht bekommen die Fahrbahnen Gussasphalt. Der soll den Lärm verringern. „Um zwei Dezibel“, berichtet der Projektleiter. Die Seitenneigung der Fahrbahnen soll um zwei Prozent erhöht werden. „Damit Regenwasser schneller abfließt“, begründet Struck. Und auch die Fahrdynamik soll am Ende der Schwarzarbeiten mit dem Asphalt besser sein.

Oberhalb der Fahrbahnen wird ebenfalls so ziemlich alles neu: Leitplanken und Schilder sowie deren Halterungen werden erneuert. Aus den Betonmasten, an denen die Hinweisschilder angebracht sind, werden künftig Stahlrohrbrücken.

Auf bislang unerkannte Befunde hofft Struck im Kreuz nicht zu stoßen: Zumindest Blindgänger waren auf der Luftbildauswertung nicht zu erkennen.

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