Gericht

Versicherungsbetrug durch Brandstiftung?

Vor dem  Olper Schöffengericht geht es um Versicherungsbetrug.

Foto: Josef Schmidt

Vor dem Olper Schöffengericht geht es um Versicherungsbetrug. Foto: Josef Schmidt

Olpe/Wenden.   Ein Landwirt aus dem Raum Wenden steht wegen Versicherungsbetrugs vor Gericht

Vor dem Schöffengericht in Olpe unter Vorsitz von Richter Richard Sondermann muss sich ein Landwirt aus einem Ortsteil der Gemeinde Wenden wegen des versuchten Versicherungsbetrugs in einem besonders schweren fall verantworten. Ihm wird vorgeworfen, bei seiner Gebäudeversicherung einen Abschlag in Höhe von 30 000 Euro für den Abriss eines Hauses beantragt zu haben, dass er selber oder durch einen Dritten in Brand gesetzt haben soll.

Der Angeklagte bestreitet diesen Vorwurf und sieht sich im Recht, während sich die Staatsanwaltschaft in Person von Oberstaatsanwalt Hans-Werner Münker am ersten von zwei angesetzten Verhandlungstagen schwer tat, Beweise zu erbringen, die die Anklage stützen.

Versicherungssumme heraufgesetzt

Diese lautet auf versuchten Betrug und nicht etwa auf Brandstiftung, wie man vermuten könnte, da das Haus zum Zeitpunkt des Feuers unbewohnt war und eine einfache Brandstiftung nur bei fremden Objekten zum Tragen kommen kann, wie Richter Sondermann zu Beginn des Prozesses erläuterte.

Der Landwirt hatte nur wenige Wochen vor dem Brand des Hauses vor knapp einem Jahr dessen Versicherung vom Zeitwert von 100 000 auf den Neuwert von 240 000 Euro heraufsetzen lassen. Er habe das getan, weil er auf dem Dach des Hauses eine Photovoltaikanlage habe montieren lassen und um Schutz gegen Vandalismus zu erlangen. Nach dem Brand des Hauses habe er einen Kostenvoranschlag zum Abbruch der Ruine eingeholt und auf dieser Basis einen Abschlag von 30 000 Euro zur Durchführung der Arbeiten bei seiner Versicherung beantragt. „Ich habe einen Anspruch auf die Versicherungsleistung. Ich habe einen Vertrag und habe mir nichts zuschulden kommen lassen“, führte der Landwirt aus.

Keine Beweise für Brandlegung

Die Anklage geht davon aus, dass der Wendener sich in einer „angespannten finanziellen Situation“ befunden habe. Aufgrund von Subventionskürzungen von 20 Prozent, die für die kommenden Jahre sogar noch deutlich höher angedroht worden seien, und eines vorübergehend ausgesprochenen Tierhaltungsverbots habe er deutlich mehr Ausgaben als Einnahmen. Außerdem sei er verschuldet.

Das wollte der von seiner Schweigepflicht entbundene Steuersachbearbeiter des Angeklagten allerdings so nicht unterstreichen. Er sehe „keine gravierende finanzielle Schieflage“ des Angeklagten, der seines Wissens auch keinem Druck der Banken ausgesetzt sei.

Und Beweise dafür, dass das Feuer gelegt wurde, gibt es bisher auch nicht. Es wurden von den Brandermittlern der Polizei, die auch einen Spürhund einsetzten, weder Einbruch- noch Spuren von Brandbeschleunigern gefunden. Es gibt auch keine Zeugen, die den Angeklagten in der Brandnacht im oder in der Nähe des Hauses gesehen haben.

Als verdächtig wird bewertet, dass er am Vortag noch Post von der letzten Mieterin aus dem Haus geholt hat und nach der Entdeckung des Feuers sehr schnell am Brandort war. Weiterhin wurden zwei weitere, unbewiesene Verdachtsfälle von Brandstiftung im Zusammenhang mit dem Angeklagten thematisiert. Die Verhandlung wird am Dienstag, 30. Mai, in Olpe fortgesetzt.

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