Jahresbilanz

Volksbank Bigge-Lenne erzielt Gewinn in Millionenhöhe

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Wolfgang Teipel (3. v.l.) erhielt für sein langjähriges Engagement im Aufsichtsrat die Silberne Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes durch Wirtschaftsprüfer Jürgen Lanvers vom Genossenschaftsverband. Aufsichtsratsvorsitzender Christian Berken (2. v.l.) und die Vorstände Andreas Ermecke, Michael Griese und Bernd Griese gratulierten.

Wolfgang Teipel (3. v.l.) erhielt für sein langjähriges Engagement im Aufsichtsrat die Silberne Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes durch Wirtschaftsprüfer Jürgen Lanvers vom Genossenschaftsverband. Aufsichtsratsvorsitzender Christian Berken (2. v.l.) und die Vorstände Andreas Ermecke, Michael Griese und Bernd Griese gratulierten.

Foto: Volksbank Bigge-Lenne eG

Lennestadt.  Die Volksbank Bigge-Lenne hat einen Überschuss von 5,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Trotzdem sei die Fusion mit der Volksbank Sauerland nötig.

Der Rückblick auf das von der Corona-Pandemie geprägte Geschäftsjahr 2020 und der Ausblick auf die nähere Zukunft standen angesichts der Herausforderungen für Banken auf der diesjährigen Vertreterversammlung der Volksbank Bigge-Lenne im Fokus des Interesses. „Wir sind überzeugt davon, dass eine Genossenschaft durch den persönlichen und direkten Austausch mit ihren Mitgliedervertretern lebt. Das ist das, was uns von anderen Banken unterscheidet,“ erklärte Vorstandsmitglied Andreas Ermecke gegenüber den 150 anwesenden Mitgliedervertretern in der Stadthalle Schmallenberg. Die vom Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Berken geleitete Versammlung fand unter klaren Bedingungen statt, die da hießen: Geimpft, getestet oder genesen!

Aber nicht nur die Vertreterversammlung fand unter Corona-Bedingungen statt, sondern nahezu das gesamte Jahr 2020, so Vorstandsmitglied Andreas Ermecke in seiner Berichterstattung für das Geschäftsjahr. Rückblickend stellt der Vorstand fest, dass sich die Wirtschaft, die Kapitalmärkte und auch die Bank selber in dieser Zeit als sehr robust erwiesen hätten. So verzeichnete die Bank einen Zuwachs von 8,5 Prozent bei den Kundenanlagen und ein ebenfalls starkes Verbundpartnergeschäft. Die Kapitalmärkte haben sich in einer der größten Krisen der Nachkriegszeit sehr gut geschlagen. „Bereits Ende August übertrafen die weltweiten Aktienkurse erstmals wieder das Vorkrisenniveau“, blickte Ermecke auf die heimische Wirtschaft im Jahr 2020 zurück. „Investieren lohnt sich weiterhin“, so die Botschaft von Andreas Ermecke.

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Einig zeigten sich die Mitglieder-Vertreter bei allen anstehenden Beschlüssen: Das galt für den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss samt Lagebericht ebenso wie bei der notwendigen Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Auch folgte die Versammlung dem gemeinsamen Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Verwendung des Jahresüberschusses: 5,8 Millionen Euro hat die Volksbank an Bigge und Lenne erwirtschaftet. Wie in den Vorjahren werden die nunmehr 46.981 Mitglieder in Form einer Dividende in Höhe von 3,0 Prozent daran beteiligt. Zudem werden die Rücklagen weiter gestärkt.

Wolfgang Teipel aus Attendorn verlässt Aufsichtsrat

Auf Kontinuität setzt die Volksbank bei der Besetzung ihres Aufsichtsrats. Aufsichtsratsvorsitzender Christian Berken (Schmallenberg) und Dieter Lütteken (Siedlinghausen) wurden einstimmig wieder gewählt. Neu in das Gremium der Volksbank wurde Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Gregor Nieswand (Heggen) gewählt. Nach über 22 Jahren verabschiedete die Vertreterversammlung Wolfgang Teipel. Der Attendorner scheidet aus und konnte gemäß Satzung nicht wieder gewählt werden. Er erhielt für sein langjähriges Engagement die Silberne Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes.

Die wichtigsten Kennzahlen stellte in diesem Jahr Bankvorstand Andreas Ermecke vor. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 9,2 Prozent auf jetzt 2,151 Milliarden Euro. Das gesamte betreute Kundenvolumen – dieser Wert beinhaltet neben den in der Bilanz festgeschriebenen Geschäften das gesamte Volumen aller Kreditgeschäfte und Einlagen mit den Mitgliedern und Kunden – erhöhte sich von um 7,9 Prozent auf über 4,23 Milliarden Euro.

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Das Kreditgeschäft wuchs überdurchschnittlich um 7,9 Prozent auf 1,95 Mrd. Euro Kundenkreditvolumen. Zusätzlich baute die Volksbank das Immobiliengeschäft weiter aus. 101 Objekte im Gesamtwert von 17,4 Millionen Euro wurden vermittelt. Dabei stiegen die Immobilienpreise an. Die Sparte Baufinanzierungen legte um 56 Millionen Euro (10,1 Prozent) auf 619 Millionen Euro zu.

Die in der Bilanz eingestellten Einlagen der Kunden stiegen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls an – und zwar um 9,3 Prozent auf 1,454 Milliarden Euro. „Bei einer Umlaufrendite von -0,4 Prozent müssen die Einlagen zu Geldanlagen gemacht werden“, so Ermecke. Das gesamte von der Volksbank Bigge-Lenne betreute Kundenanlagevolumen stieg um 8,5 Prozent auf 2,379 Milliarden Euro.

Mehr als eine halbe Million Euro an Dividende ausgeschüttet

Die Volksbank ist zudem ein wichtiger und lebhafter Wirtschaftsfaktor in der Region. 4,6 Millionen Euro Steuern zahlte die Bank an Bigge und Lenne. Über 300.000 Euro wurden für soziale Projekte und gesellschaftliches Engagement gespendet und 514.000 Euro Dividende ausgeschüttet. Und trotz der Corona-Pandemie konnten die Berater und Spezialisten der Bank 27.000 Finanz-Beratungen durchführen, viele davon bereits digital.

Für die Zukunft sehen sich Aufsichtsrat und Vorstand gut aufgestellt. „Wir wollen und müssen uns weiterentwickeln,“ betonte Bernd Griese. Veränderungen und Transformation sind die zentralen Themen mit Blick auf die angestrebte Fusion im nächsten Jahr mit der Volksbank Sauerland. „Und für diese Weiterentwicklung und Transformation benötigen wir mehr Schwung und Masse. Ohne mehr ,Schwungmasse’ für unternehmerische Investitionen und Innovationen wird es in keinem Fall gehen,“ so Griese.

Griese versicherte, dass die Vorstände beider Häuser ein ganz klares Bild davon haben, was die dann über 82.000 Mitglieder zukünftig erleben sollen: „Lebendige, regionale Netzwerke mit nutzenstiftenden Kontakten und Impulsen, umfassende Leistungen für ausgewählte Lebenswelten (z.B. Bauen, Wohnen, Energie), einen nachhaltigen, werteorientierten Dienstleister, immer wieder neue Lösungen und Angebote für den Bedarf der Mitglieder und der Region und selbstverständlich weiterhin einen verlässlichen und professionellen Partner rund um Bankdienstleistungen und Finanzierung!“

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