Rückzug

Volksbank Bigge-Lenne will 13 Filialen schließen

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Die Vorstände der Volksbank, Michael Griese, Andreas Ermecke und Bernd Griese (von links) sehen zum neuen Standortkonzept keine Alternative. 

Die Vorstände der Volksbank, Michael Griese, Andreas Ermecke und Bernd Griese (von links) sehen zum neuen Standortkonzept keine Alternative. 

Foto: Volksbank

Kreis Olpe.   Verändertes Kundenverhalten zwingt zu rigorosen Maßnahmen in den nächsten vier Jahren. Keine betriebsbedingten Kündigungen geplant.

Die Volksbank Bigge- Lenne will ihre Zukunft nicht dem Zufall überlassen und ihre Zukunftsfähigkeit sicherstellen, betont der Vorstand. Das hat Folgen. Bis 2023 wird die Bank 13 ihrer derzeit noch 23 mit Personal besetzten Filialen schließen, allein acht im Kreis Olpe, fünf im Hochsauerlandkreis (siehe Infobox).

Los geht der „große Rückbau“ im kommenden Jahr. Welcher Standort wann an der Reihe ist, sei noch nicht entschieden. „Wir schließen keine Filiale von heute auf morgen“, versprach Bankvorstand Bernd Griese am Freitag bei der Vorstellung der Pläne. Betriebsbedingte Kündigungen soll es auch nicht geben, aber die Personaldecke von derzeit 365 Beschäftigten soll verschlankt werden, u.a. durch Ruhestandsregelungen, Altersteilzeit, etc. Wieviele neue und alte Arbeitsplätze übrig bleiben, sei noch nicht klar, so Bernd Griese. Ebenso werde noch genau analysiert, in welchen der 13 betroffenen Orte zumindest ein Geldautomat und ein Auszugsdrucker, etc. übrig bleiben wird. Man werde sich aber an laufende Verträge, zum Beispiel bei gemeinsamen Automaten mit anderen Geldinstituten, halten, so Michael Griese.

Strategisches Maßnahmenpaket „Zukunft 23“ nennt der Vorstand die Pläne bis 2023. Als Gründe nennen die drei Vorstandsmitglieder Bernd und Michael Griese sowie Andreas Ermecke die allgemeinen Trends im Finanzwesen, unter denen alle Regionalbanken leiden.

Spezialberatungen gewünscht

Der Trend zum Online-Banking sei ungebrochen. Ein Großteil der 85.000 Kunden und über 47.000 Mitglieder der Bank nutzten zweimal in der Woche die Online-Filiale und dreimal die Woche ihre Banking App. „Eine intensive Beratung wünschen die meisten Kunden maximal ein - bis zweimal im Jahr, wenn es zum Beispiel um ihre Altersvorsorge oder eine Baufinanzierung geht. Selbst die Nutzung der Geldautomaten nehme weiter ab, weil sich die Zahlungsgewohnheiten der Menschen verändert haben. „Sie zahlen heute viel lieber mit Kredit- und Bankkarten und neuerdings auch ganz selbstverständlich mit ihrem Smartphone“, so Andreas Ermecke.

Beratungszentren

Dagegen steige der Bedarf nach Spezialberatungen, zum Beispiel für Existenzgründer oder bei Baufinanzierungen. Deshalb sollen die verbleibenden Filialen zu Beratungszentren ausgebaut werden, im HSK sind das Schmallenberg, Winterberg und Medebach, zusätzlich Beratungsfilialen (mit Terminberatungen für Privatkunden) in Bad Fredeburg und in Hallenberg. Im Kreis Olpe sind die Beratungszentren in Attendorn, Bamenohl, Grevenbrück und Altenhundem, die Filiale Würdinghausen wird zukünftig als Beratungsfiliale geführt. Kirchhundem wird zum KundenDialogCenter ausgebaut, wo Kunden per Telefon oder e-Mail von erfahrenen Berater betreut werden.

Der Vorstand setzt zudem konsequent auf den Ausbau neuer Geschäftsfelder, u.a. Energieversorgung und altersgerechten Wohnungsbau. Aufsichts- und Betriebsrat hätten den Plänen bereits zugestimmt.

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