Dorffest-Streit

Waffenstillstand in Eichhagen: Es darf gefeiert werden

Das Dorffest in Eichhagen findet nach zahlreichen Querelen zwischen Nachbarn und Bürgerverein wie gewohnt statt - vor den Dorfgaragen. Von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag darf bis Mitternacht gefeiert werden, aber nicht länger.

Das Dorffest in Eichhagen findet nach zahlreichen Querelen zwischen Nachbarn und Bürgerverein wie gewohnt statt - vor den Dorfgaragen. Von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag darf bis Mitternacht gefeiert werden, aber nicht länger.

Foto: Josef Schmidt / WP

Eichhagen/Olpe.  Der Dorfstreit in Eichhagen um das Dorffest findet ein vorläufiges Ende- mit einer Art Waffenstillstand zwischen Nachbarn und Bürgerverein.

Zwei Dinge stehen fest, wenn es um das für dieses Wochenende geplante Dorffest des Bürgervereins Eichhagen-Stade geht: Zum einen werden die sich beklagenden Nachbarn keine juristischen Schritte in Form einer einstweiligen Verfügung gegen das am Freitag beginnende Fest einleiten, zum anderen sind die Fronten zwischen den Nachbarn und dem Bürgerverein felsenfest verhärtet. Momentan herrscht Waffenstillstand.

Letzte Chance

Was sich schon bald ändern könnte. Denn die Familie, die in hörbarer Nähe zu den Dorf-Garagen wohnt, vor denen das Fest stattfindet, lässt auf Anfrage keinen Zweifel daran: „Kommt es noch einmal zu ausufernden Lärmbelästigungen, zu Beleidigungen und Schmähgesängen wie in der Vergangenheit, werden wir alle juristischen Möglichkeiten gegen die Verantwortlichen ausschöpfen.“ Dass der Stadtrat Olpe dem Bürgerverein Eichhagen per Ratsbeschluss das Fest bis 24 Uhr genehmigt habe, so die vierköpfige Familie, habe man jetzt akzeptiert, im Gegensatz zur vorherigen Position.

Vom Bürgermeister enttäuscht

Der Ratsbeschluss für das Fest widerspreche dem, was die Untere Bauaufsicht der Stadt Mitte Dezember 2018 schriftlich mitgeteilt habe - nämlich dem Fest die Genehmigung zu versagen. Von Bürgermeister Weber, so die Familie weiter, sei man auch deshalb bitter enttäuscht, fühle sich an der Nase herumgeführt. Weber habe im Stadtrat auch von mehreren Gespräche mit den Beteiligten berichtet, die aber nie stattgefunden hätten. O-Ton der Familie: „Mit uns hat niemand gesprochen.“

Unterschiedliche Genehmigungsansätze

Mit den Vorwürfen konfrontiert, versicherte Weber auf Anfrage: „Es hat immer wieder Kontakt zu Rechtsanwalt Thomas Gosmann gegeben, der die Familie ja vertritt.“ Grundsätzlich sagt der Olper Bürgermeister zum Eichhagener Dorffest-Streit: „Unser Ziel war es immer, die Situation zu befrieden.“

Zum scheinbaren Widerspruch, dem Fest erst die Genehmigung zu versagen, dann aber bis 24 Uhr doch Grünes Licht zu geben, weist Weber auf zwei unterschiedliche Ansätze hin: die baurechtliche und die ordnungsrechtliche Seite. Auf der einen Seite gebe es die Nutzung der Garagen, auf die sich die Bauaufsicht beziehe, auf der anderen das Dorffest, das ordnungsrechtlich auf dem Platz davor stattfinden könne. Weber: „Das muss man trennen.“

Auch Schankerlaubnis nur bis 24 Uhr

Der Bürgerverein, so Weber, habe sich zwischenzeitlich bewegt und einige zuvor auf dem Garagenvorplatz stattfindende Feierlichkeiten aufgegeben. Deshalb habe die Stadt dem Rat vorgeschlagen, das Dorffest zu genehmigen - bis 24 Uhr. Ordnungsamtsleiter Peter Püttmann bestätigte auf Anfrage, dass die Gestattung bis 24 Uhr auch die Schankerlaubnis beinhalte. Im Klartext: Dann müsse das Fest aber definitiv beendet werden.

Lärmmessungen

Thomas Kramer, Geschäftsführer des Bürgervereins Eichhagen, versicherte auf Anfrage, dass sich der Verein bereits 2017 und 2018 an die 24 Uhr-Regelung gehalten habe: „Die Livemusik hat jeweils pünktlich aufgehört, der Zapfhahn ist hochgeklappt worden.“

Zu den Vorwürfen der Nachbarsfamilie sagte Kramer: „Wenn die Festbesucher nach Festende noch privat irgendwo anders feiern und Musik hören, liegt das nicht mehr in der Verantwortung des Bürgervereins.“

Um in diesem Jahr irgendwelchen Vorwürfen vorzubeugen, so Kramer weiter, habe der Verein eigens einen Sicherheitsdienst beauftragt: „Der Verlauf des Festes am Samstag wird von diesen Sicherheitsleuten protokolliert.“ Zudem würden Lärmmessungen durchgeführt. Und eines ist für Kramer ganz sicher: „Um 24 Uhr ist Schluss.“

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