Sauerland.Inspiration

Wandern als Balsam für die Seele

Das Projekt Sauerland.Inspiration

Sabine Risse (Themenmanagerin Wandern und Gesundheit Sauerland-Tourismus e.V.) und Susanne Falk (Freiberufliche Kulturwissenschaftlerin) erklären das Projekt Sauerland.Inspiration - besondere Orte in den Wanderdörfern. Video: Josef Schmidt
Josef Schmidt Fr, 04.08.2017, 17.01 Uhr

Das Projekt Sauerland.Inspiration

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Kreis Olpe/Südwestfalen.   Das Projekt Sauerland.Inspiration lockt Wanderfreunde an besondere, ebenso kraftvolle wie beruhigende Orte.

Dass Wandern viel mehr sein kann, als nur Kilometer abspulen und Kalorien verbrennen, weiß man bei den Touristikern nicht nur im Sauerland schon längst. Den Wert des Wanderns aber vor allem als geistige Inspiration zu entdecken, als eine Art seelisches Ruhekissen, das hilft, den stressgeplagten Alltag hinter sich zu lassen - genau das steckt hinter dem Projekt „Sauerland.Inspiration“, dem sich unter anderem Sabine Risse und Susanne Falk verschrieben haben.

Mit Blick auf den Kreis Olpe und insbesondere auf Lennestadt und Kirchhundem erklären die beiden, was es mit dem Projekt, aber auch mit dem Begriff der „besonderen Orte“ auf sich hat.

„Für viele Menschen ist ein Wanderurlaub inmitten der grünen Natur Balsam für die Seele. Und das Projekt ,Sauerland. Inspiration’ will herausarbeiten, was Wald und Natur da leisten können“, sagt Sabine Risse, Themen-Managerin für Wandern und Gesundheit beim Sauerland-Tourismus in Schmallenberg.

Susanne Falk, Projektbegleiterin von Sauerland.Inspiration, erklärt den Hintergrund und die Vorgeschichte: „Die Grund-Idee stammt aus dem Regionale-Projekt „Wege zum Leben in Südwestfalen“ - initiiiert vom Tourismus Schmallenberger Sauerland, den dortigen Kirchen und Kulturvereinen. Damals sei es darum gegangen, nach Möglichkeiten für einen spirituellen Tourismus zu suchen, ob es sich nun „um den Urlaub im Kloster handelte oder um Yoga im Hotel.“ Den Gästen sollten Wege - im mehrdeutigen Sinne - aufgezeigt werden, „zu sich selbst zu kommen, sich vielleicht auch neu im eigenen Leben zu orientieren.“

Die wichtige Brücke von der theoretischen Zielsetzung hin zur praktischen Umsetzung sei dann die Tourismus-Kooperation „Sauerland-Wanderdörfer“ gewesen. Falk: „Wir wollten spirituelle und kraftvolle, somit ,besondere Orte’.“

Mit Hilfe von Netzwerken und Workshops, an denen sich Menschen aus den Dörfern und Städten aus den Bereichen Kirche, Kultur, Tourismus und Heimat beteiligt hätten, sei man dem Ziel dann Stück für Stück nähergekommen.

„Lausebuche“ das reale Experiment

Für die Region Lennestadt/Kirchhundem seien sieben sogenannte „besondere Orte“ ausgemacht worden, die sich für die vorher gesteckten Ziele besonders eigneten, so Falk. Der Kohlhagen, das Heinsberger Schwarzbachtal, die Rahrbacher Pfarrkirche, der Steinbruch neben dem „Schinkenkeller“ in Silberg, der Stadtwald bei der Peperburg in Grevenbrück, der Rinslay-Felsen bei Saalhausen und der Aussichtspunkt „Lausebuche“ in Oberelspe (siehe Locator auf dieser Seite).

Und die „Lausebuche“ ist auch der Ort, an dem uns die beiden Wander-Fachfrauen quasi am „realen Objekt“ zeigen wollen, worauf es ankommt. Treffpunkt ist ein Parkplatz an der B 55 in Oberelspe.

Abschalten leicht gemacht

Dann ist Selbsterfahrung angesagt: Der Weg führt durch die Kreuzbergstraße, vorbei an wunderschönen Fachwerk-Fassaden und fantasievollen Vorgärten und weiter einen malerischen Hangweg hinauf. Auf der Anhöhe erhalten wir einen eindrucksvollen Ausblick in die Täler, wenig später verabschieden sich Auto- und Menschenlärm, nur die frische Brise zwischen den Baum-Wipfeln ist zu hören, untermalt vom kostenlosen Konzert einiger Singvögel, die den schüchternen Sonnenstrahl begrüßen, der sich durch aufziehende Wolken zwängt... - Stop.

Das Experiment ist offenbar geglückt: Das Ensemble rund um die Lausebuche mit Bäumen, Wiesen und herrlichem Talblick hat bei uns erreicht, was für alle Wanderfreunde beabsichtigt ist - innehalten, sehen und zuhören, was die Natur gerne zur Verfügung stellt, in sich gehen, abschalten, ohne sich abzuschotten.

Wer also mal in die Natur und dabei ebenso in sich selbst gehen will, sollte die „besonderen Orte“ und inspirierenden Wanderwege ausprobieren. Handy am besten zu Hause lassen. Oder zumindest ausschalten.

Kurzum: Erst ausschalten - dann abschalten!

Zahlen - Daten - Fakten

Wer mehr erfahren will über inspirierende Wanderdörfer und besondere Orte, kann sich informieren unter www.sauerland-wanderdoerfer.de und www.wege-zum-leben.com.

Zu den sogenannten Sauerland-Wanderdörfern gehören neben Lennestadt und Kirchhundem Schmallenberg, Eslohe, Olsberg, Brilon, Winterberg, Hallenberg, Willingen, Medebach und Diemelsee. In diesen elf Kommunen wurden 35 besondere, weil kraftvolle und spirituellöe Orte ausgewählt, davon sind sieben in Lennestadt und Kirchhundem.

Wer sich am Projekt Sauerland.Inspiration in den Sauerland-Wanderdörfern beteligen wollte, musste gewisse Kriterien erfüllen. Das betraf die Wegeausstattung, Beschilderung, Tourist-Informationen und Wander-Gastronomie.

Das unter anderem über die EU geförderte Projekt Sauerland.Inspiration wird 2019 abgeschlossen sein.

Das gesamte Projekt wird mit 250 000 Euro gefördert, die Kommunen bzw. Wandergasthäuser beteiligen sich mit 20 Prozent.

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