Windkraft

Windkraftgegner aus Südwestfalen warnen Landesregierung

Windkraftanlagen in der blauen Stunde

Foto: Jens Büttner

Windkraftanlagen in der blauen Stunde Foto: Jens Büttner

Kreis Olpe.   Windkraftgegner aus Südwestfalen senden klare Botschaft nach Düsseldorf und kündigen Widerstand an, wenn ihre Belange nicht berücksichtigt werden

So klingt Klartext: „Hier in Südwestfalen regt sich immer stärkerer Widerstand aus der Bürgerschaft, es ist davon auszugehen, dass dieser Widerstand in Aggression und vermutlich bald in Ausschreitungen ausartet, wenn die Politik nicht endlich unsere Belange respektiert, statt diese zugunsten der Windindustrie zu ignorieren.“ Christof Gerhard, erster Vorsitzender des Bündnisses Gegenwind Südwestfalen, ist der Überzeugung, dass wer in Düsseldorf Gehör finden will, argumentativ sehr deutlich werden muss, denn: „Aus unserer Sicht ist das sich aufbauende Konfliktpotenzial bis heute nicht im Landtag angekommen“, schreibt Gerhard in einer Stellungnahme zur Änderung des NRW-Windenergieerlasses.

Widerstand, Aggression und Ausschreitungen von Windkraftgegnern könnten aus Sicht des Olper Landtagsabgeordneten Jochen Ritter (CDU) allerdings überflüssig werden, denn im zweiten, sogenannten Entfesselungspaket von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) geht es auch um Windkraft. Ritter: „Das Paket ist kurz vor Weihnachten beschlossen worden und wird voraussichtlich im ersten Quartal im Landtag beraten.“

Kommt es unbeschadet durch, haben die Windkraftgegner in NRW zumindest einen Etappensieg errungen. Jochen Ritter: „In Puncto Windkraftnutzung ist vorgesehen, die Möglichkeit der Errichtung von Windenergieanlagen im Wald und die Verpflichtung zur Festlegung von Vorranggebieten für die Windenergie in Regionalplänen aufzuheben. Außerdem soll der Grundsatz, mit dem der Umfang der Flächenfestlegungen für Windenergie geregelt wird, ganz entfallen.“ Der weitere Ausbau der Windenergie scheint 2018 in NRW unter der Überschrift „Kann, muss aber nicht“ zu stehen.

Wasser auf die Mühlen der Windkraftgegner

Wasser auf die Mühlen der Windkraftgegner war auch eine Meldung des Stromnetzbetreibers Tennet vom Dienstag. Tennet musste 2017 fast eine Milliarde Euro für Noteingriffe ins Netz zahlen. Noteingriffe werden nötig, wenn Stromleitungen fehlen, um Windstrom von Norden nach Süden zu bringen. Im Herbst und Winter müssen im Norden immer wieder Gas- und Kohlekraftwerke heruntergefahren oder Windparks abgeschaltet werden, weil andernfalls mehr Strom produziert würde als die Netze aufnehmen können. Zu den dringend benötigten Nord-Süd-Höchstspannungsleitungen gehört die in Attendorn diskutierte Amprion-Leitung.

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