Serie: Familienbande

Warum Dustin und Aylin das Rauchen eigentlich nicht schmeckt

Dustin aus Meggen und Aylin aus Olpe – die beiden Jugendlichen wollen anonym bleiben – haben im jungen Alter angefangen zu rauchen.

Dustin aus Meggen und Aylin aus Olpe – die beiden Jugendlichen wollen anonym bleiben – haben im jungen Alter angefangen zu rauchen.

Foto: DPA/Archivbild

Kreis Olpe.  Dustin aus Meggen und Aylin aus Olpe haben früh mit dem Rauchen angefangen – und sind erwischt worden. Sie erzählen uns ihre Geschichte.

Auf der Party, in der hintersten Schulhofecke oder zuhause im Keller: Es gibt dutzende Orte, an denen junge Menschen sich zum ersten Mal an einer Zigarette ausprobieren. Manche haben danach schon genug, andere kommen von dieser Last nicht mehr weg. So erging es auch Dustin aus Meggen und Aylin aus Olpe. Die beiden Jugendlichen können sich noch genau an ihren ersten Nikotin-Kontakt erinnern. Und daran, wie sie erwischt wurden.

In Altenhundem heimlich gepafft

Elf, maximal zwölf Jahre war Dustin jung, als er zum ersten Mal an einer Zigarette zog. „Das war in Altenhundem“, erinnert sich der junge Mann, „ich war mit meiner Clique unterwegs. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wie man raucht.“ Also erst mal paffen, und nicht direkt auf Lunge ziehen – so einfach lautete die Formel für’s erste Mal. Seinen Eltern erzählte er nichts.

Vor etwa anderthalb Jahren fing Dustin an, sich regelmäßig eine „Fluppe“ anzustecken – heimlich und versteckt, „damit bloß niemand etwas mitbekommt.“ Und er wurde kreativ: Wenn er zuhause Schmacht bekam, schloss er sich auf der Toilette ein, öffnete das Fenster und machte Musik an. Das perfekte Alibi. Sein Vater, da ist sich der Meggener heute sicher, hegte bereits Verdacht. Aber: „Wenn er in meiner Hose ein Feuerzeug fand, habe ich immer abgestritten, zu rauchen.“

Bis zu dem Tag, als er aufflog. Wie gewöhnlich schloss sich der junge Mann auf dem Klo ein. Sein Vater, so dachte Dustin, schläft. Doch dieses eine Mal vergisst der Schüler des Maria-Königin-Gymnasiums die Tür abzuschließen. „Plötzlich stand mein Vater im Badezimmer, und der Raum stand voll im Nebel“, erzählt er, „ich wusste nicht, was ich in diesem Moment sagen sollte, es war viel zu offensichtlich.“ Doch anstatt seinem Sohn einen Anschiss zu verpassen, reagierte Dustins Vater erstaunlich cool. „Er hat mich gefragt, ob ich nicht auch eine Zigarette für ihn hätte. Dann hat er sich umgedreht und ist gegangen.“

Zehn bis zwölf Kippen am Tag

Wie eingefroren verblieb Dustin im Badezimmer, „bestimmt zehn Minuten“, um den Schock zu verdauen. Als er sich erholt hat, geht der junge Mann ins Wohnzimmer, wo sein Vater wartet, und zaubert eine Schachtel Zigaretten hinterm Kopfkissen hervor – aus seinem Versteck. „Dann haben wir tatsächlich zusammen eine geraucht. Mein Vater wollte noch wissen, wie lange ich das schon mache, aber er hat die Sache erstaunlich klein gehalten“, staunte Dustin, der heute zehn bis zwölf Kippen am Tag raucht, nicht schlecht.

Erst vor wenigen Tagen entschied sich der Meggener aus Geldgründen dazu, Tabak zu kaufen und sich die Zigaretten selbst zu drehen. Es habe auch einen psychologischen Hintergrund: „Seitdem ich drehe, rauche ich weniger, weil ich manchmal keine Lust habe, mir eine zu drehen.“ Gedanken, irgendwann komplett aufzuhören, schiebt Dustin noch beiseite. Nur soviel: „Ich will in näherer Zukunft aufhören, nur wann genau, dass lass ich noch offen. Die Entscheidung muss aus dem Bauch getroffen werden.“

Mit 18 ist Schluss

Auch Aylin kann sich an ihr erstes Zigaretten-Mal noch genau erinnern: Es war auf dem Schulhof. Dort, wo sich die junge Olperin und ihre Freunde damals regelmäßig trafen – und sie eines Tages eine Zigarette angeboten bekam. Da war sie gerade einmal zwölf Jahre alt. „Ich wäre fast verreckt, in meinem Hals hat es richtig gekratzt“, weiß Aylin noch heute.

Damals ging die 15-Jährige sogar extra mit dem Hund raus, um in Ruhe rauchen zu können. Die Schachteln, die sie von ihrem damaligen Freund bekam, versteckte sie im Schrank. „Es wurden immer mehr, da ich anfangs nur wenig geraucht habe.“ Wenige Monate später flog auch sie auf. „Wir waren bei einer Freundin meiner Mutter und angeblich habe ich verlegen auf die Zigarettenschachtel geguckt, die auf dem Tisch lag.“ Plötzlich bot ihr die Freundin ihrer Mutter eine Kippe an, Aylin lehnte jedoch ab – doch zu ihrem Erstaunen sagte Aylins Mutter: „Nimm ruhig, du rauchst doch eh schon.“

Während ihre Mutter schon vorher Verdacht geschöpft und wenig Probleme damit hatte, „war mein Stiefvater gar nicht einverstanden.“ Und dennoch blieb die junge Frau beim Rauchen, auch wenn es ihr gar nicht schmeckt. Aufhören will sie mit 18 Jahren. „Dann mache ich mein Fachabi und möchte gesünder leben."

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