Alarmsignal

Warum heute im Kreis Olpe die Warnsirenen heulen

So sehen die Warnsirenen aus, die am Donnerstagvormittag getestet werden.

So sehen die Warnsirenen aus, die am Donnerstagvormittag getestet werden.

Foto: Walter Fischer

Balve.  Wenn es um 10 Uhr laut wird, brauchen Bürger im Kreis Olpe keine Angst zu haben. Was es mit dem vergessen geglaubten Alarmsignal auf sich hat.

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Flächendeckend sind am Donnerstag ab 10 Uhr Sirenen in Balve zu hören. Der landesweite Warntag markiert das Comeback des Alarmsystems, das in den 1990er Jahren abgestellt wurde und sich im Nachhinein als unverzichtbar erwies.

Warum kehrt der Sirenenalarm zurück?

Ursprünglich waren die Sirenen in­stalliert worden, um die Menschen vor Luftangriffen warnen zu können. Nach dem Ende des Kalten Krieges schien diese Bedrohung gebannt. Daraufhin wurden die Sirenen außer Betrieb genommen. Jetzt sollen sie wiederkehren, um vor anderen Gefahren zu warnen: Großbrände, Extremwetterlagen in Folge des Klimawandels, Schadstoffaustritte, Kampfmittelfunde.

Ab zehn Uhr werden am Donnerstag in vielen NRW-Städten die Probealarme ausgelöst und verschiedene Sirenenklänge demonstriert (siehe Grafik). Zu hören sein wird zunächst der einminütige Dauerton. Er erklingt bei Entwarnung. Im Anschluss ist der an- und abschwellende Heulton zu hören. Das bedeutet Gefahr. "Im Ernstfall sollten die Bürger dann den Fernseher oder Radio anschalten und dort auf weitere Hinweise warten", sagt Mike Filzen, Pressesprecher der Essener Feuerwehr. Bei einem Probealarm wird zum Schluss noch einmal der Dauerton (Entwarnung) gesendet.

Zeitgleich wird über die Warn-App „NINA“ für Mobiltelefone die Warnung ankündigen. Es gibt verschiedene Signale. Hier finden Sie Hörbeispiele:


Warum braucht es wegen der Sirenen so viel Info-Aufwand?

Ganz einfach: Weil es diese Alarmsignale seit den 90er Jahren in dieser Form nicht mehr gab und der Umgang damit erst (wieder) zu erlernen ist. „Für die Älteren ist es nur eine Auffrischung, für die Jüngeren aber etwas Neues“, sagt Siegens Bürgermeister Steffen Mues. Am Donnerstag gibt es deshalb den ersten großen Probelauf, bei dem alle Signaltöne hintereinander erklingen.

Diese Städte und Kreise lösen am NRW-Warntag ihre Sirenen aus (alphabetisch sortiert):

  • Bochum: Die Feuerwehr Bochum wird mit den Warnfahrzeugen in der Innenstadt stehen. Ein flächendeckendes Sirenennetz ist noch in der Planung.
  • Duisburg: Hier werden die 75 elektrischen Hochleistungssirenen heulen. Hotline 0203/283-2000 (bis 16 Uhr)
  • Düsseldorf: Hinweise und Rückfragen an Gefahrentelefon unter 0211-3889889 (9.45-11 Uhr). Rückmeldungen, ob die Sirenen zu hören waren, nimmt die Feuerwehr auch auf ihren Facebook- und Twitter-Seiten entgegen.
  • Ennepe-Ruhr-Kreis: Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Herdecke, Schwelm, Sprockhövel und Wetter/Ruhr. In Witten wurden vor Jahren alle Sirenen abgebaut, in Kürze soll das System wieder aufgebaut werden.
  • Gelsenkirchen: In Gelsenkirchen werden die aktuell 19 Sirenen heulen, das System soll auf insgesamt 45 erweitert werden. Karte der Sirenenstandorte in Gelsenkirchen
  • Hagen: Auch in Hagen heulen ab 10 Uhr am Donnerstag die Sirenen. Abweichend von einem Flyer, der an vielen Orten im Stadtgebiet ausliegt, wird die Leitstelle der Stadt Hagen gegen 10 Uhr den Warnton "Warnung bei Gefahren", gefolgt von dem Sirenensignal zur Entwarnung, auslösen. Auf die Auslösung der Tonart "Probealarm" wird aus technischen Gründen verzichtet.
  • Hochsauerlandkreis: Die Sirenen in den Kommunen werden derzeit mit neuer Empfangs- und Steuerungstechnik ausgestattet. Künftig können nicht nur die örtlichen Feuerwehren, sondern auch die Bürger bei Großschadenslagen alarmiert werden. Alle Kommunen nehmen beim landesweiten Warntag teil.
  • Kreis Kleve: alle Kommunen, die auch monatliche Probealarme haben. Ferner werden in Geldern, Issum und Straelen mobile Sirenen oder Lautsprecherfahrzeuge zur Warnung der Bevölkerung getestet.
  • Kreis Mettmann: Es beteiligen sich die Städte Haan, Heiligenhaus, Langenfeld, Mettmann, Monheim und Velbert. In Erkrath wird außerdem das Kreiskonzept zur Warnung über Lautsprecherdurchsagen im Stadtgebiet erprobt. In den übrigen kreisangehörigen Städten gibt es noch keine funktionierenden Sirenen. Im Kreis Mettmann sollen das Sirenennetz modernisiert und bestehende Lücken geschlossen werden
  • Kreis Olpe: Ab zehn Uhr ist im Kreis Olpe in allen Kommunen der Probealarm zu hören.
  • Kreis Recklinghausen: Neun von zehn Städten im Kreis Recklinghausen beteiligen sich am Warntag. In Gladbeck sind außerdem mobile Warnfahrzeuge im Einsatz. Karte der Sirenenstandorte im Kreis Recklinghausen
  • Kreis Siegen-Wittgenstein: Im Kreisgebiet sind knapp 5000 Einsatzkräfte ehren- und hauptamtlich für die Sicherheit der Bürger im Einsatz. Meist passiere dies unbemerkt. Zum Warntag ziehen aber auch hier die Sirenen die Aufmerksamkeit auf sich.
  • Kreis Soest: Im Kreis Soest beteiligen sich von den 14 Kommunen die, die Sirenen haben und die diese auf den neusten technischen Stand bringen konnten. Lippstadt bleibt in jedem Fall stumm. Die Stadt hat keine Sirenen. Im Einsatz ist zudem eine mobile Sirene.
  • Kreis Unna: Um 10 Uhr werden in der Rettungsleitstelle Kreis Unna mit einem Knopfdruck alle 140 Sirenen im Kreis ausgelöst. Nicht dabei ist die Stadt Lünen, die die Luftschutzsirenen vom Bund nicht übernommen hat. Sie wurden abgebaut. Die meisten befinden sich in Kamen und Schwerte (jeweils 21, Holzwickede ist mit immerhin noch zwei Sirenen dabei.
  • Kreis Wesel: alle Kommunen beteiligen sich, Hotline, 0800-1204000 (9.30-13 Uhr).
  • Märkischer Kreis: Beim sogenannten "Anheulen" schaltet die Kreisleitstelle 140 Sirenen ein. Am landesweiten Warntag wird im Märkischen Kreis flächendeckend nur der Ton „Entwarnung“ zu hören sein.
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