Garten

Was Sie mit dem Giersch in Ihrem Garten am besten machen

Giersch wird 30 cm hoch und bedeckt garantiert die ganze Fläche. "Allerdings müssen Sie höllisch aufpassen, dass er nicht aus dem Beet abhaut und an einer anderen Stelle im Garten weiterwächst," rät Garten-Experte Thomas Kramer.

Giersch wird 30 cm hoch und bedeckt garantiert die ganze Fläche. "Allerdings müssen Sie höllisch aufpassen, dass er nicht aus dem Beet abhaut und an einer anderen Stelle im Garten weiterwächst," rät Garten-Experte Thomas Kramer.

Foto: Thomas Kramer

Die Gartensaison geht wieder los und hier finden Sie wöchentlich wertvolle Tipps rund um das Thema Garten, zusammengestellt von Thomas Kramer.

Na, haben Sie ihn schon im Beet entdeckt? Ich meine diesen wüchsigen „Bodendecker“ der alles platt macht, gegen den kein „Unkraut“ gewachsen ist und der uns manchmal verzweifeln lässt. Ich meine Aegopodium podagraria. Alles klar, oder? Natürlich, ich hätte auch Giersch sagen können, aber Aegopodium hört sich einfach viel besser an.

Bei Giersch fallen mir unzählige Adjektive ein: hartnäckig, langwierig, mühselig, schweißtreibend und unverwüstlich. Wer ihn im Garten hat weiß wovon ich rede. Er vermehrt sich durch Samenbildung selber, seine unterirdischen Rizome gehen in alle Himmelsrichtungen und bilden dabei Sprossausläufer, die sich wiederum bewurzeln. Besonders bei Staudenpflanzungen ist es schwierig ihn wieder los zu werden. Wir haben schon ganze Flächen 40-50 cm tief abgebaggert, den Boden entsorgt, mit Substrat wieder aufgefüllt und neu bepflanzt. Wer diese aufwändige Arbeit scheut, braucht Geduld und Zeit.

Wichtig: Wurzeln nicht durchtrennen

Sie können nur ganz konsequent immer wieder die neuen Austriebe entfernen und das möglichst frühzeitig, wenn die Blätter aus dem Boden kommen. Nehmen Sie eine flache Hacke und schlagen Sie damit die Triebe dicht über dem Boden ab. Wichtig ist dabei, dass Sie die Wurzeln bzw. Rizome nicht verletzen oder durchtrennen. Das hätte zur Folge, dass diese zum Wachsen angeregt und doppelt aus dem Boden sprießen würden. Daher gehören Gierschblätter- und Rizome nicht auf den Kompost, sondern in die Abfalltonne.

Beetflächen umgraben scheidet auch aus, da die Rizome im Boden bleiben und schnell wieder alles in Beschlag nehmen würden. Sie können höchstens mit einer Grabegabel den Boden tief lockern und alle Gierschwurzeln sorgfältig entfernen. Giersch wird 30 cm hoch und bedeckt garantiert die ganze Fläche, allerdings müssen Sie aufpassen, dass er nicht aus dem Beet abhaut und an einer anderen Stelle im Garten weiterwächst.

Wir können es natürlich auch anders betrachten und uns einreden, wir hätten das beste und pflegeleichteste Gemüse im Garten. Tatsächlich enthält Giersch viele Vitamine und Proteine und wurde früher sogar als Wildgemüse kultiviert. Also los, wir bekämpfen ihn, indem wir ihn einfach aufessen.

Hier schon mal ein Gierschpesto-Rezept: 4-5 handvolle Giersch, Salz, Pfeffer, Olivenöl, 2 handvolle Sonnenblumenkerne, 1 Hand voll geriebenen Parmesan. Die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Öl rösten, den Giersch waschen, die Stängel entfernen, alles mit dem Pürierstab zerkleinern und soviel Öl dazugeben bis eine dickflüssige Masse entsteht. Fertig.

Viel Spaß beim Gärtnern wünscht Ihnen Ihr Thomas Kramer!

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