Justiz

Wenden: Beschäftigter stiehlt Geld aus Tresor

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Im Olper Amtsgericht ging es um drei Diebstähle in einem Lebensmittelgeschäft.

Im Olper Amtsgericht ging es um drei Diebstähle in einem Lebensmittelgeschäft.

Foto: Roland Vossel / WP

Olpe/Wenden.  Der Angeklagte erschien am Freitag nicht im Olper Amtsgericht. Trotzdem gab es ein Urteil.

Um Diebstähle in einem Lebensmittelgeschäft im Wendener Land ging es am Freitag im Olper Amtsgericht. Ein Beschäftigter soll im vergangenen Jahr dreimal Geldbeträge aus dem Tresor, zu dem er Zugang hatte, genommen haben. Vor Gericht erschien der 41-Jährige nicht.

Zur Vorgeschichte. Bereits am 25. März dieses Jahres hatte es in diesem Fall einen Verhandlungstermin vor dem Richter im Olper Amtsgericht gegeben, doch auch da war der Angeklagte nicht gekommen. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl beantragt, den der Richter dann auch erlassen hatte. Zur Erklärung: Strafbefehle sind Bestrafungen im schriftlichen Verfahren und bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe zur Bewährung möglich. Der Richter hatte den 41-Jährigen damals zu zehn Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

Gegen diesen Strafbefehl hatte der 41-Jährige über seinen damaligen Verteidiger Einspruch eingelegt, so dass der Fall jetzt am Freitag erneut im Olper Gericht terminiert wurde. Wie gesagt: Der Angeklagte erschien wiederum nicht, dafür aber zwei Zeugen, die eine verantwortliche Position in dem Lebensmittelgeschäft haben. Die beiden Männer waren bereits am 25. März gekommen und konnten wegen des abwesenden Angeklagten nicht als Zeugen gehört werden.

Auf frischer Tat ertappt

Der in einer Notunterkunft lebende 41-Jährige hatte zunächst am 19. August vergangenen Jahres 850 Euro aus dem Tresor in dem Geschäft gestohlen. Der zweite Diebstahl ereignete sich am 2. September 2021. Hier erbeutete der Angeklagte 600 Euro. Beim dritten Mal wurde der damals in dem Lebensmittelgeschäft tätige 41-Jährige auf frischer Tat ertappt, als er erneut 300 Euro aus dem Tresor stehlen wollte.

Im letzten Fall konnte das Geld sichergestellt werden, doch die bei den ersten beiden Taten insgesamt erbeuteten 1450 Euro sind weg. Neben den zehn Monaten Freiheitsstrafe wurden dem Angeklagten folgende Bewährungsauflagen erteilt: Ihm wird ein Bewährungshelfer an die Seite gestellt und es werden bei ihm 1450 Euro eingezogen. Dieses Verfahren werde in den vergangenen Jahren häufiger praktiziert, erläuterte Richter Richard Sondermann. Damit sollen die Opfer bei der Wiedergutmachung des Schadens unterstützt werden.

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Staatsanwältin Dr. Franziska Walther beantragte am Freitag die Verwerfung des Einspruchs des Angeklagten gegen den Strafbefehl. Dem folgte Richter Sondermann im Urteil. Dieses ist nun rechtskräftig.

Es war ein recht kurioser Tag im Olper Amtsgericht. Bei allen drei angesetzten Verhandlungen erschien der Angeklagte nicht. So platzten die Prozesse wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Betruges. Hier gibt es nun jeweils einen neuen Termin, zu dem die beiden Angeklagten polizeilich vorgeführt werden. So konnte der Aktendeckel am Freitag nur bei den Diebstählen im Wendener Lebensmittelgeschäft zugeklappt werden.

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