Karriere

Wendener Band TiL startet durch

Die Wendender Band TiL beim 1. Wendener Kinder- und Jugendfestival in Aktion. Dennis Wurm (Gesang, Gitarre), Enis Gülmen (Bass, Gesang) und Jona Boubaous (Schlagzeug; von links).

Foto: Sarah Engelhard

Die Wendender Band TiL beim 1. Wendener Kinder- und Jugendfestival in Aktion. Dennis Wurm (Gesang, Gitarre), Enis Gülmen (Bass, Gesang) und Jona Boubaous (Schlagzeug; von links).

Wenden.   Die Jungs von TiL treffen offenbar den richtigen Ton.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Einen beruflichen Plan B gab es nie. Wer sich die drei Jungs von TiL in Aktion auf der Bühne anschaut, glaubt das sofort. Dennis Wurm, Enis Gülmen und Jona Boubaous (alle 19) kennen sich seit dem Kindergarten und musizieren seitdem auch zusammen. „Angefangen hat das damals schon mit Kochtöpfen“, sagt Jona, der in der Band am Schlagzeug sitzt. Im Frühling dieses Jahres unterschrieben TiL einen Plattenvertrag bei Universal Music und brachten kürzlich ihre neue Single „Brand New Life“ mit dem ersten offiziellen Musikvideo heraus. Auf die Frage, was er jetzt beruflich machen würde, wenn das mit der Musik nicht geklappt hätte schüttelt Schlagzeuger Jona den Kopf und sagt: „Das kann ich nicht beantworten“.

TiL waren gerade zu Gast in ihrer Heimatstadt Wenden. Dort spielten sie im Rahmen des 1. Wendener Kinder- und Jugendfestivals „Gemeinsam für eine bessere Welt“ im Konrad Adenauer Schulzentrum. Dabei sind sie derzeit in der Heimat nur selten anzutreffen, denn ihre selbst geplante „TiL my School Tour“ läuft noch bis zum Frühjahr 2018 auf Hochtouren und das quer durch ganz Deutschland. Essen, Frankfurt, Stuttgart, Berlin und Hamburg sind nur ein paar der vielen und vor allem fast täglich wechselnden Ziele, die die jungen Musiker mit ihrem Bulli bereisen.

Aufbruch in eine neue Zeit

„Es ist jeden Tag was anderes. Mal spielen wir draußen im Regen vor gerade mal zehn Leuten, mal drinnen in einer riesigen Halle“, sagt Dennis Wurm, Sänger und Gitarrist der Band. Um die Technik, Fahrten, Unterkunft und Aufbau kümmern sie sich selbst. „Die Tour haben wir selbst geplant und in den Sommerferien gearbeitet – geputzt und an der Kasse gestanden – um das alles zu finanzieren“, sagt Jona.

Durch den Plattenvertrag haben sich der Band neue Möglichkeiten eröffnet. Zum Beispiel gibt es jetzt in den Städten regelmäßig Besuche bei Fernsehen und Radio. „Wir haben viele neue Kontakte und hatten die Möglichkeit, einen Song aufzunehmen und ein Video dazu zu drehen“, sagt Enis Gülmen, Bassist und Sänger. „Das Lied ,Brand New Life’ beschreibt perfekt den Aufbruch in eine neue Zeit, in dem wir uns ja gerade befinden“, sagt Dennis, der die Songtexte selbst schreibt. Das Video zum Lied spielt in der Gesamtschule in Wenden – bei einem Wettbewerb waren die Schüler am lautesten und verdienten sich damit den Videodreh. Gezeigt wird ein typischer (langweiliger) Schultag, der von TiL, die den Klassenraum mit Gitarren stürmen, komplett auf den Kopf gestellt wird.

Nach Hause zu kommen ist für die Jungs bei so viel Trubel eine willkommene Abwechslung: „Nach Hause zu kommen ist wie Urlaub. Es ist cool, dass die Leute uns nicht vergessen“, sagt Enis. „Außerdem gibt’s hier die beste Luft“, ergänzt Dennis und lacht.

Vor Jahren noch ein Traum

Und jetzt die bekannte Bewerbungsfrage: Was passiert in Zukunft? Was macht TiL in zehn Jahren? „Eigene Konzerte vor möglichst vielen Leuten spielen“, ist die klare Vorstellung von Jona. Dennis wäre wohl dabei: „Immer noch Musik machen und davon leben können.“ Und wie wär’s mit dem Cover einer bekannten Jugendzeitschrift? „Klar! Ja, das wär cool“, sagt Enis ohne zu zögern.

Wenn es weiter läuft, wie bisher, stehen die Chancen gar nicht so schlecht, denn immerhin sind schon ganz ähnliche Wünsche in Erfüllung gegangen: „Ein Plattenvertrag war vor ein paar Jahren noch ein absoluter Traum“, sagt Dennis.

Und Enis erinnert sich: „Wenn man abends eingeschlafen ist, hat man sich vorgestellt, auf Tour zu sein.“

Beim Kinder- und Jugendfestival dabei

Das 1. Wendener Kinder- und Jugendfestival „Gemeinsam für eine bessere Welt“ fand am 1. Oktober statt. Gestaltet wurde es von verschiedenen Tanz-, Arobatik-, und Musikgruppen, vom Zirkus Pfiffikus und den Bands Fay und TiL. Das Festival ist angelehnt an das Projekt „Nacht der Jugendkultur“. Initiiert wurde es von der K.o.T. Wenden.

Andreas Stein, Leiter der K.o.T. Wenden, erklärt, was dahinter steckt: „Kultur aus der Region soll gefördert werden. Jugendliche, die sich kulturell engagieren, bekommen dadurch die Möglichkeit, ihr Können voreiner größeren Gruppe Menschen zu präsentieren. Dafür
haben wir Gruppen, die kulturell aktiv sind, angesprochen und eingeladen. Wenn die Veranstaltung gut ankommt, würden wir sie auch gerne regelmäßig wiederholen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik