Vorfreude

Wendener Kirmes: Die Kirmes-Ladies freuen sich schon riesig

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 Die sechs Damen des Kirmesklübchens: Lydia, Bettina, Petra, Ute, Birgit, Iris (von links). Ganz links steht Kristin, eine Tochter der Kirmes-Ladies. .

 Die sechs Damen des Kirmesklübchens: Lydia, Bettina, Petra, Ute, Birgit, Iris (von links). Ganz links steht Kristin, eine Tochter der Kirmes-Ladies. .

Foto: Privat

Wenden.  In Wenden hat sich während Corona ein Kirmesklub gegründet. „Was dem Olper sein Schützenfest, das ist dem Wendsche seine Kirmes“, sagt Petra.

In Coronazeiten, als die Wendsche Kärmetze nicht stattfinden konnte, haben sie ein Kirmesklübchen gegründet: Lydia, Bettina, Petra, Ute, Birgit und Iris. Und 2021, als die Corona-Maßnahmen gelockert wurden, haben sie Kirmes im Kleinen gefeiert. „Wir hatten eine Wurfbude, gebrannte Mandeln, Popcorn, Mettwürstchen, Frikadellen …“, lacht Petra, bei der das Event stattfand. Nun freut sie sich mit ihren Mitstreiterinnen auf das dritte Wochenende im August. „Was dem Olper sein Schützenfest, das ist dem Wendsche seine Kirmes. Es ist für uns das wichtigste Fest“, sagt Petra und erzählt von jenen Menschen, die weggezogen sind und natürlich zur Kirmes nach Hause kommen. Von den Schaustellern, die seit Jahrzehnten die Treue halten. Von den Vereinen, die mit ihren Ständen immer an der gleichen Stelle stehen. Von den Karussells und dem Moment, wenn die nächste Fahrt rückwärtsgeht. Von dem Krosmarkt, wo ganz besonders dienstags die Omas und Mütter Putzlappen, Schälemesserchen und Gewürze kaufen. Und nicht zuletzt von dem Gefühl des Zusammenhalts, der großen Gemeinschaft. „Kirmes, das ist ein fröhliches, friedliches Fest mit ganz viel Tradition.“

+++ Lesen Sie hier: Wendener Kirmes - Alle Infos auf einen Blick +++

Die Kirmes, so die sechs Frauen, sei heute genauso wie früher; nichts habe sich geändert. „Nur dass es Wahrsagerin Luna damals noch nicht gab“, sagt Birgit. „Und das Feuerwerk auch nicht“, ergänzt Petra. Und dann kommt Uta doch auf eine ganz große Veränderung in diesem Jahr zu sprechen: Die Reibekuchenschmiede, Herzstück der bekannten Aktion „Lago da Pedra“ am Pfarrheim wird es nicht geben. Ausgerechnet im 50. Jubiläumsjahr der Aktion. Die Gründe sind die rückläufige Zahl der helfenden Hände und das in die Jahre gekommene Equipment (wir berichteten). „Das tut mir herzlich leid. Wir haben im Akkord gebacken. Und die Männer, die haben hinten das Öl eingefüllt“, so Ute, die so viele Jahre dabei war.

Ganz besondere T-Shirts

T-Shirts haben sie sich machen lassen. Auf dem Rücken ist das Wahrzeichen der Kirmes, das Riesenrad abgebildet. „Man muss mindestens einmal damit fahren. Das gehört zum festen Programm“, lacht Petra. Vorne auf den Shirts steht „Kirmeskind“. Denn die Frauen sind genau das. Sind von Kindesbeinen an mit ihren Eltern über den Kirmesplatz geschlendert. Später mit ihren eigenen Kindern. Heute sind die Kinder erwachsen, teilweise gibt es schon Enkel und natürlich wird an alle Nachkommen wie eh und je Kirmesgeld verteilt. Eine der sechs Frauen, Lydia, hat vor genau 40 Jahren auf der Kirmes sogar ihren Mann kennengelernt. „Man sagt, Paare, die sich auf der Kärmetze finden, bleiben ein Leben lang“, weiß Uta. Sowieso, die Stimmung, die am dritten Wochenende im August das Wendsche beherrscht, halten die Frauen ganz hoch. „Sie ist einfach unschlagbar“, hoffen sie, dass es in diesem Jahr genauso sein wird. „Es gibt zurzeit so viel Schlimmes und Negatives. Den Krieg in der Ukraine, die Energiekrise und natürlich auch immer noch Corona. Die Menschen wollen und sollen einmal fröhlich sein und feiern.“

Immer abends treffen sich Lydia, Bettina, Petra, Ute, Birgit und Iris auf der Kirmes. Auf dem Platz zwischen dem Hotel-Restaurant Zeppenfeld und dem „Knallermann 6“. Zwei Lieder haben sie, die sie immer hören möchten und natürlich auch singen: „Sugar Baby Love“ von The Rubettes und „Seemann“ von Malu. „Bekannte klinken sich dann ein und alle singen mit“, schwärmen die sechs Kirmeskinder. Und Petra kommt dann noch einmal auf das Feuerwerk zu sprechen. Wenn die Karussells stillstehen und die farbenfrohen Funken am Himmel stehen. „Das ist ein großer Moment an Heimatgefühl. Und genau das ist Kirmes.“

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