Sportentwicklungsplan

Wendener wünschen Bolzplätze und Freizeitparcours

Ein Pumptrack - ähnlich wie auf diesem Bild in Heubach (Baden Württemberg) - soll auf der alten Bahntrasse in Gerlingen entstehen. Sportler können hier auf allem fahren, was Rollen hat. Laut Sportentwicklungsplan stehen solche Projekte hoch im Kurs.. 

Ein Pumptrack - ähnlich wie auf diesem Bild in Heubach (Baden Württemberg) - soll auf der alten Bahntrasse in Gerlingen entstehen. Sportler können hier auf allem fahren, was Rollen hat. Laut Sportentwicklungsplan stehen solche Projekte hoch im Kurs.. 

Foto: pumptrack.de

Wenden.   Erster Sportentwicklungsplan. Freizeitorientierter Bereich gefragt. Empfehlungen für die nächsten Jahre.

Die südlichste Kommune des Kreises macht mobil in Sachen Sport und Bewegung. Es gab eine offene Online-Befragung, eine fachübergreifende Planungsgruppe wurde ins Leben gerufen und die Politiker beauftragten ein Institut für die Erstellung eines Sportentwicklungsplans. Entstanden ist ein 90-seitiges Werk, das Wolfgang Schabert, Geschäftsführer beim Stuttgarter Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung, im Sport- und Kulturausschuss präsentierte: „Ziel ist es, Sport und Bewegung in Wenden voranzutreiben in den nächsten acht bis zehn Jahren. Dabei geht es nicht nur um Sportvereine, sondern auch um den nicht organisierten Sport. Es geht um Sportstätten, Angebote und Organisationen.“

Tennisplätze anders nutzen

Keine Frage: Der Plan enthält eine ganze Fülle nach Dringlichkeit priorisierter Handlungsempfehlungen für Wenden. „Es geht darum, möglichst für alle Bürger Sport- und Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Mit Sportstätten und Hallen brauchen Sie sich nicht zu verstecken, aber es geht auch um den freizeitorientierten Bereich“, betonte Schabert. Und: „48 Prozent der Befragten haben gesagt, dass sie bestimmte Sporträume vermissen. Am meisten werden Bolzplätze und Fitnessparcours mit Geräten gewünscht.“ Im Wendebachtal solle eine zentrale, generationsübergreifende Bewegungs- und Freizeitanlage geschaffen werden. Die Nachfrage nach kleinen Anlagen mit Banden, von denen der Ball zurückspringt sei groß. Sehr gut sei auch ein Pumptrack, der in Gerlingen realisiert werden soll. Wünschenswert wären für Wenden - auch aus touristischer Sicht - eine Downhill-Strecke und Mountainbike-Trails.

Mit Kunstrasenplätzen sei die Gemeinde gut versorgt: „Da ist kein Bedarf in den nächsten Jahren.“ Eine „deutliche Überversorgung“ gebe es an Tennisplätzen. Deshalb solle verstärkt eine andere Nutzung nicht mehr benötigter Tennisplätze in Angriff genommen werden. Dies könnte zum Beispiel ein Soccer-Cage oder ein Beach-Volleyball-Feld sein.

Ganz oben stünden bei den Wünschen der Wendener auch die bewegungsfreundliche Gestaltung der Schulhöfe sowie der Ausbau der Bewegungsförderung in den Kitas. Die fast ausschließlich ehrenamtlich geführten Sportvereine stünden vor großen Herausforderungen, wie dem demografischen Wandel und mangelndem ehrenamtlichen Engagement: „Als eines der Hauptprobleme nennen die Sportvereine in Wenden die Verwaltungstätigkeiten. Dies läuft bisher in jedem Sportverein separat. Durch die Einführung von teilweise hauptamtlichen, vereinsübergreifenden Strukturen könnten die Ehrenamtlichen entlastet werden.“

Nur Thorsten Scheen übt Kritik

„Es geht darum, das Papier mit Leben zu füllen, damit es nicht in der Schublade landet. Ich bin da guter Dinge“, meinte Sportwissenschaftler Schabert. Wenig angetan zeigte sich indes Thorsten Scheen (UWG). Der Plan enthalte nicht viel Neues: „Ich habe arge Zweifel, dass dafür 45 000 Euro hingelegt werden.“ Mit dieser Meinung stand der UWG-Mann aber alleine da. „Wir geben relativ viel Geld für den Sport in der Gemeinde aus. Es ist nicht schädlich, wenn man sich externen Rat einholt. Das wurde mit großer Mehrheit beschlossen. Ich bin froh, dass es so gelaufen ist“, betonte Johannes Eichert (CDU).

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