33. Wernerfest

Wernerschaft Hünsborn spendet halbe Million Euro

Das Organisationsteam der Hünsborner Wernerschaft mit den Ankündigungsplakaten fürs 33. Wernerfest Ende Juli. Rüdiger Kinkel (Dritter von links) hat dabei alles im Griff.

Foto: Roland Vossel

Das Organisationsteam der Hünsborner Wernerschaft mit den Ankündigungsplakaten fürs 33. Wernerfest Ende Juli. Rüdiger Kinkel (Dritter von links) hat dabei alles im Griff.

Hünsborn.   Es ist eine Erfolgsgeschichte: Jahr für Jahr gibt die Wernerschaft den Erlös des Wernerfestes an caritative Einrichtungen und Vereine.

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Es war 1985, als sich schlagartig alles änderte. Aus Pils wurde „Bölkstoff“, aus Prost wurde „Hau wech den Mist“. Im Oktober war Matthias Schneider mit Rödger Feldmanns zweitem Werner-Buch im damaligen Gasthof Wilmes erschienen. „Männer, das müsst ihr lesen. Ihr lacht euch kaputt“, hatte Schneider zu den herumlungernden Kneipengästen gesagt. Und die waren plötzlich Feuer und Flamme und stürzten sich auf den Comic. Es war die Geburtsstunde der Hünsborner Wernerschaft.

Heute, 33 Jahre später, hat sich alles verändert. Der Verein hat sich „aus einer kleinen versoffenen Truppe zu einer sozial sehr stark engagierten Gemeinschaft entwickelt“, wie in der Chronik der Wernerschaft zu lesen ist. Das mittlerweile schon legendäre Wernerfest hat sich von einem kleinen Saufgelage zum Open-Air-Event entwickelt. Am 27. und 28. Juli gibt es die 33. Auflage. Auch die Summe an Spenden für den guten Zweck ist Jahr für Jahr gewachsen. Mittlerweile sind sage und schreibe eine halbe Million Euro zusammengekommen.

Chef-Organisator seit 21 Jahren

Seit 21 Jahren ist Rüdiger Kinkel so etwas wie der „Mister Wernerschaft“ in Hünsborn. Bei ihm laufen alle organisatorischen Fäden zusammen. „Im vergangenen Jahr hatten wir vom Wernerfest und dem Neujahrssingen der Wernerschaft einen Erlös von 16 000 Euro“, sagte der 60-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Spenden erhalten haben davon der Pastoralverbund Wenden, die Aids Hilfe, die Kinderklinik Siegen, das Mutter-Kind-Haus „Aline“ in Olpe, der Kindergarten Ottfingen, die Caritas Wenden sowie in Hünsborn die Kindergärten „Arche Noah“ und „Unter’m Regenbogen“, der Frauenverein „St. Kunibertus“, „First Ladies“, die Jugendgruppe des Theatervereins sowie für die Friedhofskapelle.

1000 Euro vom Erlös des kommenden Wernerfestes Ende Juli sind bereits fest eingeplant für die Aktion „Hilfe für Ben“. Rüdiger Kinkel war am vergangenen Samstag beim Benefizspiel der Alten Herren des SV Rothemühle gegen die Traditionself des 1. FC Köln in Rothemühle: „Ich habe dort ein symbolisches Plakat mit der Summe 1000 Euro in die Spendenbox geworfen. Das Geld überweisen wir der Elterninitiative krebskranker Kinder Siegen dann im September.“

Am Wernerfest-Samstag gibt es Livemusik von zwei Bands. „Wir versuchen, immer eine heimische Gruppe dabei zu haben“, betonte Kinkel. Als Lokalmatadoren sind es diesmal „Los Potatoes“, als Topact F.U.C.K, eine bundesweite bekannte Heavy-Metal-Coverband. Der Eintritt kostet am Samstag acht Euro. „Das ist ziemlich human. Und schließlich ist das Ganze ja noch für den guten Zweck“, meinte Kinkel.

Gab es beim Wernerfest im Jahr 2000 noch eine Rekordzahl von 4300 Besuchern, so hat sich die Zahl mittlerweile bei etwa 2000 eingependelt. Das ist für Kinkel völlig in Ordnung: „Da hat man eher den Überblick. Es ist ruhiger und chilliger.“ Und: „Heute feiern die Leute überall. Es gibt irgendwo ein Vorsommerfest, ein Sommerfest und ein Nachsommerfest. Das gab es früher alles nicht. Man kann ja nicht auf jeder Party tanzen.“

Fest einmal verschoben

Seit der Katastrophe bei der Love Parade müsse man auch für das Wernerfest strengere Sicherheitsauflagen erfüllen, so Kinkel: „Wir müssen für das komplette Fest einen Bauantrag stellen. Das ist so, als wenn du ein Haus baust. Der Kreis genehmigt das. Aber das ist gut so. Die Sicherheit geht vor.“ Passiert sei in all den Jahren nichts, außer dem tödlichen Verkehrsunfall vor zwei Jahren: „Aber da hatten wir nichts mit zu tun.“ Ein Taxifahrer hatte damals nach dem Fest auf dem Löffelberg einen Fußgänger angefahren.

Und einmal fiel das Wernerfest ins Wasser. Das war 2015. Wegen Unwetterwarnungen musste es kurzfristig abgesagt werden. „Das war bitter. Wir hatten die Kosten am Bein. Die Burschen wollten ein zweites Fest. Das fand dann im September statt. Es war kalt und es kamen nur knapp 1000 Leute. Unter dem Strich sind wir aus der Nummer aber noch gut herausgekommen“, so Kinkel. Jetzt richtet sich die Vorfreude auf das 33. Wernerfest. Die Vorbereitungen sind im Wesentlichen abgeschlossen. „Das ist immer ein Heidenaufwand.“

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