Industriegebiet

Wetter verzögert Fernholte-Pläne

Die Zubringerstraße ist fertig, alles andere noch in Planung

Die Zubringerstraße ist fertig, alles andere noch in Planung

Foto: WP

Attendorn.   Ein hydrologisches Gutachten soll die Existenz einer dritten Quelle klären

Die Planungen für den Bau eines Industriegebietes im Eckenbachtal haben etwas von einer Endlosschleife. Neben der Bürgerinitiative und dem Verwaltungsgericht gibt es jetzt eine dritte Instanz, die auf die Bremse tritt: das Wetter.

Wie berichtet, hat die Kreisverwaltung die Stadt Attendorn aufgefordert, weitere Untersuchungen anzustellen, um den sicheren Nachweis zu erbringen, dass die geplante Gewässerverlegung für den Naturhaushalt unschädlich ist. Das Problem: Für diesen Nachweis sind umfangreiche Messungen der vorhandenen Wassermengen notwendig. Nach der anhaltenden Trockenheit ist die jetzt zur Verfügung stehende Wassermenge schnell beschrieben: Null. Erst wenn nach ausreichenden Regenfällen wieder Wasser aus den Quellen fließt, können die vom Kreis angeforderten Messungen vorgenommen werden. Bis dahin ruhen alle Pläne.

Strittig sind aber nicht nur die Wassermengen, strittig ist auch die Frage, ob es im Plangebiet möglicherweise eine dritte Quelle gibt, die die Planung der Stadt bisher nicht berücksichtigt hat.

Einer der ganz sicher ist, dass diese dritte Quelle existiert, ist Wendelin Heinemann, zweiter Vorsitzender des Vereins Eckenbachtal e.V.: „Diese Quelle hat es dort immer schon gegeben. In alten Karten ist sie auch verzeichnet.“ Rund um die Quelle habe es einen Baumbestand gegeben, der gefällt worden sei. „Und im September 2014 ist der Bereich gemulcht worden“, so Heinemann.

Irritiert äußerte er sich über die Tatsache, dass jetzt noch einmal Daten über die zur Verfügung stehenden Wassermengen erhoben werden sollen: „Die Stadt hat diese Daten, das ist doch alles schon gemessen worden, sie liegen sogar uns vor.“

Anhand der Erhebungen lasse sich eindeutig nachvollziehen, wie sich die Wassermengen über die Jahreszeiten entwickeln.

Die dritte Quelle

Warum werden dann neue Messungen vorgenommen? „Fragen Sie mich das?“, fragt Wendelin Heinemann, der allerdings eine Vermutung nachschiebt. Nach Kenntnisstand der Bürgerinitiative liegt die dritte Quelle unterhalb des von der Stadt geplanten neuen Gewässers. Dieses Wasser stünde dem neuen Bach also nicht zur Verfügung: „Wir haben immer gesagt“, so Heinemann, „dass der neue Bach maximal ein Drittel des bisherigen Wassermengen führen würde.“

Martin Plückebaum, Umweltbeauftragter der Stadt Attendorn, hält Heinemanns Äußerungen für Spekulation: „Wenn er solche Erkenntnisse hat, dann muss er sie der Unteren Naturschutzbehörde vorlegen.“ Richtig sei allerdings, dass das Wetter zu einer weiteren Verzögerung führe: „Die Trockenheit finden wir natürlich auch nicht prickelnd, aber wo kein Wasser ist, kann man nichts messen.“

Über die „ominöse dritte Quelle“, so Plückebaum, mache er sich keine Gedanken. „Am Ende steht das hydrologische Gutachten, dann liegen alle Daten vor, dann wird man sehen.“

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