Pflege

Wie Caritas-Azubis in Bamenohl mit Patient Hugo lernen

„Patient Hugo“ steht im neu geschaffenen Kompetenzzimmer als „Trainingspartner“ zur Verfügung. Beatrice Hartmann, Lena Arens und Franziska Scherer (von links) freuen sich, dass die Pflege-Azubis hier praxisnah angeleitet und qualifiziert begleitet werden.

„Patient Hugo“ steht im neu geschaffenen Kompetenzzimmer als „Trainingspartner“ zur Verfügung. Beatrice Hartmann, Lena Arens und Franziska Scherer (von links) freuen sich, dass die Pflege-Azubis hier praxisnah angeleitet und qualifiziert begleitet werden.

Foto: Caritas Olpe

Finnentrop/Bamenohl.  Der Caritasverband hat in Bamenohl ein „Kompetenzzimmer“ eingerichtet. Mit einer neuen Methode werden Auszubildende an die Pflege herangeführt.

Wer sich für eine Ausbildung in der Pflege entscheidet, setzt auf einen Beruf mit Perspektive. Zukunftsweisend wurden nun auch die Weichen der „Lehrjahre“ neu ausgerichtet und reformiert – hin zu einem umfassenden Pflegeverständnis. Die Verantwortlichen des Caritasverbandes stellten nun die generalistische Pflege-Ausbildung mit neuer Methodik im „Kompetenzzimmer“ vor.

Seit rund 25 Jahren wird in Deutschland über eine Reform der Pflegeausbildung gesprochen – seit diesem Ausbildungsjahr ist sie Realität. In dem neuen Berufsbild „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ werden die bislang getrennten Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege in einer generalistischen Ausbildung zusammengeführt. Die Auszubildenden werden dazu befähigt, Menschen aller Altersstufen zu pflegen. „Mit der reformierten Pflegeausbildung soll eine Handlungskompetenz vermittelt werden, die lebenslanges Lernen in den Fokus stellt und ermöglicht, in verschiedenen Bereichen der Pflege zu arbeiten“, stellen die Verantwortlichen des Caritasverbandes klar.

Wissensgebiete verbinden

Die Selbstständigkeit und die Fähigkeiten pflegebedürftiger Menschen aller Altersklassen – ob körperlich, kognitiv oder psychisch beeinträchtigt – rücken dabei in den Fokus der Betrachtung. „Dass dieser Ansatz von Pflege Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen und Lehrpläne haben muss, liegt auf der Hand“, so Beatrice Hartmann, Leiterin des Caritas-Zentrums Finnentrop. Schon vor zwei Jahren habe sich der kreisweit tätige Caritasverband intensiv dem Thema Generalisitk auseinandergesetzt, um die Weichen für den Start zu stellen. „Schließlich werden alte Menschen immer kränker und Kranke immer älter. Daher ist es sinnvoll, die unterschiedlichen Wissensgebiete zu verbinden und zu bündeln.“

Theorie-Praxis-Transfer

So enthalten die Ausbildungs-Curricula seit Start der generalistischen Ausbildung im April noch mehr Praxisbezug. „Es findet ein kompetenz-orientiertes Lernen an den Lernorten Schule und Einrichtung statt.“ Um das erlangte Wissen entsprechend verknüpfen zu können, gibt es beim Caritasverband seit Oktober das sogenannte „Kompetenzzimmer“ (Skills Lab) in Bamenohl, das von allen Caritas-Zentren im Kreis Olpe genutzt werden kann. „In unserem voll ausgestatteten ‚Skills Lab‘, einem Raum mit sämtlichen pflegerischen Hilfsmitteln und unserem ‚Patienten Hugo‘ können die Auszubildenden ihre Tätigkeiten in einem geschützten Rahmen unter Anleitung trainieren“, freut sich Franziska Scherer, Ausbildungsverantwortliche für Lennestadt und Finnentrop.

Die Auszubildenden lernen so exemplarischer, Informationen und Erfahrungen werden durch Simulationen und Trainings selbstständiger angeeignet. Dabei wird den Praxisanleitungen in den jeweiligen Einrichtungen eine immer wichtigere Rolle zuteil. Schließlich lernen die Auszubildenden, indem sie Pflegende und ihre Handlungen sehr genau beobachten und sich daran orientieren. „Deshalb ist es entscheidend, die Auszubildenden einzubeziehen und der Anleitung Raum zu geben“, so Scherer.

Der Lernort Praxis mitsamt seiner pädagogischen Arbeit erhält nun eine größere Bedeutung und ist neben der pflegerischen Versorgung zentral. „Hier werden wichtige Grundlagen für die Qualität der pflegerischen Handlungen sowie dem Berufsverständnis gelegt“, ist Beatrice Hartmann überzeugt.

Anleitende Willkommenskultur

Dass die Arbeit im Pflegeberuf sehr erfüllend ist, aber gerade in der aktuellen Situation oft auch sehr fordernd, bestätigen die 40 ausgebildeten Praxisanleitenden an fünf Caritas-Zentren im Kreis Olpe. Zusammen mit den insgesamt 50 Auszubildenden (darunter 18 neue „Generalisten“) des Caritasverbandes im Bereich Pflege spüren sie, dass sie lernen dürfen und nicht nur funktionieren müssen.

„Uns interessiert immer auch, welche Erfahrungen Auszubildende machen und wie die Ausbildung noch attraktiver gestaltet werden kann“, bekräftigt Ausbildungskoordinatorin Lena Arens, die die Lehrjahre des Caritas-Nachwuchses begleitet. Neben Zeit spiele auch Vertrauen eine große Rolle, damit sich die Auszubildenden in den Austausch begeben und reflektieren können. Um Vertrauen aufzubauen, seien feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und eine gute Lernatmosphäre entscheidend. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten, dank einer guten Vorbereitung, eines tollen Netzwerkes und unserem ‚Kompetenzzimmer‘ wird uns die Umsetzung einer fachlichen und persönlichen Anleitung und Begleitung unserer Auszubildenden bestmöglich gelingen“, ist Beatrice Hartmann überzeugt.

Nähere Infos erteilt die Ausbildungskoordinatorin Lena Arens unter 02761 9668-1062 oder larens@caritas-olpe.de. Weitere Infos unter: www.caritas-olpe.de

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