ALS-Forschung

Wie das große Benefizkonzert im zweiten Anlauf gelingen soll

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Der Musikverein Hillmicke organisiert ein Benefizkonzert für die ALS-Aktion "Sternenlicht". Peter Stracke, Stefan Hahn, Melanie Koch, Thorsten Voß, Matthias Reißner und Michael Sauer (von links) stellten Einzelheiten zur Aktion vor.

Der Musikverein Hillmicke organisiert ein Benefizkonzert für die ALS-Aktion "Sternenlicht". Peter Stracke, Stefan Hahn, Melanie Koch, Thorsten Voß, Matthias Reißner und Michael Sauer (von links) stellten Einzelheiten zur Aktion vor.

Foto: Jörg Winkel

Olpe/Hillmicke.  Thorsten Voß aus Rothemühle leidet an ALS, ergibt sich dem Schicksal aber nicht kampflos. Nun greift die Bundeswehr ein - musikalisch.

Das Herz von Thorsten Voß schlägt für die Musik. Der in Hillmicke aufgewachsene und in Rothemühle lebende 49-Jährige ist seit Jahrzehnten Mitglied im Musikverein Hillmicke, er leitete viele Jahre lang die Tanzmusikabteilung der „Seemannskapelle“, wie der Verein seit einem feuchtfröhlichen Rückmarsch von Brün nach Wendenerhütte genannt wird. Seit 2018 spielt die Musik eine andere Rolle in seinem Leben, denn kurz nach der Diagnose, die feststellte, dass er an der bislang unheilbaren Muskelerkrankung ALS leidet, wurde es für ihn immer mühsamer, selbst zu spielen. Doch „seine“ Hillmicker Musiker stehen zu ihrem Kameraden Thorsten, und als Voß statt zu resignieren beschloss, die Initiative zu ergreifen und der Amyotrophen Lateralsklerose den Kampf anzusagen, unterstützen die „Seeleute“ die von Voß gegründete Initiative „Sternenlicht“, die angetreten ist, Spenden für die ALS-Forschung zusammenzutragen.

Ein Höhepunkt der bisherigen Arbeit

Am Mittwoch lud der Musikverein zu einem Pressegespräch ein, das – für einen Hillmicker Verein durchaus ungewöhnlich – in Olpe stattfand. Denn dort, in der Stadthalle, soll ein Konzert stattfinden, das einer der bisherigen Höhepunkte in der Geschichte von „Sternenlicht“ werden soll. Thorsten Voß, von Hause aus Saxophonist, ist seit jeher ein Fan des Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg. Und seit er „Sternenlicht“ gegründet hat, träumt er von einem Benefizkonzert mit ebendiesem Ensemble. 2020 sollte es soweit sein - alles war vorbereitet, die Attendorner Stadthalle war gebucht, Karten waren gedruckt, und dann schlug Corona zu. Konzerte waren nicht mehr möglich, der Termin verstrich.

Nun gibt es einen zweiten Anlauf, und der ist vielversprechend. Am 30. August soll nun das Musikkorps der Bundeswehr aufspielen - diesmal allerdings in der Olper Stadthalle, die nun einen freien Termin hat. Die Hillmicker sind der Stadt Attendorn dankbar, dass sie ihre Halle zur Verfügung gestellt hatte, weil die Stadthalle Olpe beim ersten geplanten Termin nicht verfügbar war. Nun gibt es einen freien Termin in Olpe, der für die Hillmicker aus logistischen Gründen besser geeigneten Stadt. Ab 19.30 Uhr soll das Korps aufspielen, und das Programm ist noch eine Überraschung. Denn die Siegburger stehen seit kurzem unter neuer Leitung: Oberstleutnant Christian Weiper hat das Dirigat übernommen und wird daher beim Benefizkonzert für „Sternenlicht“ in der Region erstmals vor dem Musikkorps stehen. Zum ersten Mal in Olpe ist er nicht, hat er doch als bisheriger Leiter des Luftwaffenmusikkorps Münster schon beim Olper Schützenfest die Marschmusik dirigiert. Oberstabsfeldwebel Stefan Hahn, für die Organisation des Musikkorps zuständig, und der aus Olpe stammende und in Iseringhausen lebende Oberstabsfeldwebel Matthias Reißner berichteten, das Programm des Konzerts stehe noch nicht fest, die Besucherinnen und Besucher könnten sich aber auf hochklassige symphonische Blasmusik freuen - und unter Garantie auch auf Märsche. Und wenn sie den gastgebenden Hillmicker „Seeleuten“ einen Gefallen tun wollen, dann studieren sie bis dahin auch den „Gruß an Kiel“ ein, der praktisch die Erkennungsmelodie der wendschen Blasmusiker ist. Und eins versprach Hahn dem eigentlichen „Vater“ dieses Benefizkonzerts: Er wolle alles versuchen, um dem Saxophon, Thorsten Voß’ Lieblingsinstrument, breiten Raum zu verschaffen.

Forschungsleiter kommt zum Konzert

Ein Gast steht schon fest: Es ist Prof. Jochen Weishaupt, der die ALS-Forschung vorantreibt, die Thorsten Voß mit „Sternenlicht“ und bereits vielen tausend Euro unterstützt. Matthias Reißner, der in der Corona-Krise zweimal bei Thorsten Voß zu Hause war und mit Musikerfreunden kleine Konzerte gab, berichtete, Voß, den er aus seiner musikalischen Vergangenheit als Gastmusiker beim Musikverein Hillmicke kennt, sei auch bei den Bundeswehrmusikern ein Vorbild, weil er sich seinem Schicksal nicht kampflos ergebe. „Gerade in der Corona-Zeit, wo alle ihre Gesundheit im Blick hatten, hat uns deine Situation sehr berührt und wir sind stolz, dich unterstützen zu können.“ Thorsten Voß ist sprachlos über die vielfältige Unterstützung und freut sich riesig auf dieses Konzert: „Aus einer Idee wurde ein Wunsch, daraus wurde ein Traum, und der geht jetzt in Erfüllung.“ Voß ist nicht nur Unterstützer der Forschung, sondern auch Teil davon. In seinem Blut wurde ein neuer Subtyp des für ALS verantwortlichen Genfehlers entdeckt, der nun Grundlage der Forschung ist. ALS gilt als „seltene Krankheit“, was die Forschung daran sehr erschwert, in Zahlen sieht das aber anders aus: Allein in Deutschland sind 8000 Erkrankte offiziell bekannt.

Der Vorverkauf beginnt am 1. Juli. Karten sind beim Stadtmarketingverein „Olpe Aktiv“, bei der Volksbank und der Sparkasse in Wenden, bei Papeteriekunst in Wenden, in der Gärtnerei Niklas in Hillmicke, in der Bäckerei Zinke in Olpe und bei allen Aktiven des Musikvereins Hillmicke zu haben. Bereits erworbene Karten für das ursprüngliche Konzert in Attendorn behalten ihre Gültigkeit: Die offiziell in Attendorn erworbenen Karten können am Abend des Konzerts in aktuelle Billetts umgetauscht werden, ansonsten werden die Erwerber gebeten, ihre Karten bei Musikerinnen und Musikern der „Seemannskapelle“ umzutauschen.

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