Serie

Wohnen im Kreis Olpe: Zuhause bei Familie Ott in Drolshagen

Matthias Ott mit seiner Frau Fulya.

Matthias Ott mit seiner Frau Fulya.

Foto: Verena Hallermann

Drolshagen.   Wie wohnt eigentlich der Kreis Olpe? Die WP stellt im Rahmen einer Serie Menschen und ihr Zuhause vor. Heute öffnet Familie Ott die Haustür.

„Sheila, nein“, ruft Fulya Ott. Sie versucht, den kleinen Zwergpinscher zu bändigen, der auf seinen kurzen Beinen kläffend durch das Wohnzimmer hüpft. „Das ist normal“, erklärt sie und lacht. „Nur ignorieren dürfen Sie ihn jetzt nicht.“ Familie Ott hat unsere Zeitung heute in ihr Einfamilienhaus in Drolshagen eingeladen. Wie es sich dort wohl wohnt? Und welche kleinen Schätze in der Holz-Hütte im Garten lagern?

Familie Ott, das sind Mutter Fulya (35), Vater Matthias (36), Luisa (7) und Isabel (5). Das Haus haben sie selbst gebaut, ganz nach ihren Wünschen. Hell sollten die Räume werden, ein großer Garten musste her – und neben den beiden Kinderzimmern natürlich auch noch ein Spielzimmer. November 2009 konnte das Ehepaar dann nach achtmonatiger Bauzeit einziehen. Im Garten hat der zweifache Familienvater selbst Hand angelegt. Und auch das Dach hat er zusammen mit seinem Vater ausgebaut. „Das war ein Spaß mit der Glaswolle bei 35 Grad Hitze“, erinnert sich Ott schmunzelnd. „Umso schöner war die Einweihungsparty mit Freunden, Bekannten und Nachbarn als dann alles fertig war.“

Ländlich aber dennoch zentral

Es ist die Lage, die der Familie so gut gefällt. Ländlich aber dennoch zentral. „Uns war damals schon klar, dass wir mal Kinder haben wollen“, erzählt Matthias Ott, der in Drolshagen eine Immobilienagentur seit zwölf Jahren betreibt. „Und für sie ist es besser, dass sie in einer ländlichen Region aufwachsen.“

Das sehen die Mädchen genauso. Wenn das Wetter schön ist, besuchen sie gern die Pferde Emily und Fauni, die nicht weit vom Haus grasen. Oder sie spielen im Garten, sitzen auf der Schaukel. Isabel geht in die Kita direkt gegenüber. Auch Luisa hat es bis zur Grundschule nicht weit. Sie geht in die zweite Klasse. „Manchmal sind wir auch auf dem Spielplatz“, erzählt Luisa. Beide sind aber auch in Vereinen aktiv, tanzen mit der Karnevalstanzgruppe „Mini-Cinderellas und singen im Kinderchor „Chorlibris“. Die Kinderzimmer sind hübsch eingerichtet. Mit viel rosa, Puppen und ein Barbie-Spielhaus. Ein handgehäkeltes Bild zur Geburt hängt neben Isabels Bett. Ein Geschenk ihrer Tante. Und Lieblings-Puppe Bonny hat auch ihren Platz bekommen.

Heimatverbundenheit bedeutet Familie Ott viel. Der gelernte Werkzeugmechaniker hat schon immer in Drolshagen gelebt. „Ich hatte nie den Gedanken, wegzuziehen“, erklärt er. „Als ich 2006 die Umschulung zum Makler in Dortmund und Berlin gemacht habe, war ich froh, als ich wieder zurück in meine Heimat konnte.“

Die Holz-Hütte im Garten

Für Fulya Ott, die ihren Matthias im Juli 2008 geheiratet hat, war der Gedanke, von Olpe nach Drolshagen zu ziehen, zunächst schon befremdlich. „Aber im Nachhinein weiß ich, dass das eine gute Entscheidung war. Grade für die Kinder. Hier hat man ja alles vor der Tür, was man braucht und es ist trotzdem fast wie im Urlaub.“

Matthias Ott hat die Gelegenheit des Hausbaus genutzt und sein Büro mit integriert. „Da arbeitest du auch fast jeden Tag“, beschwert sich Töchterchen Isabel. Matthias Ott schmunzelt und antwortet „Ich muss ja auch Geld verdienen.“

Bleibt denn da noch Zeit für Hobbys? „Bier trinken“, greift Luisa ihrem Papa vor. „Nein, mein Hobby sind natürlich die Kinder“, lacht er und erzählt, dass er auch viel Zeit in die Gartenarbeit investiert. Er hat aber auch eine große Leidenschaft für die Nordsee. Mittlerweile hat er dort zwei Ferienhäuser gekauft, die er vermietet. Im Garten hat die Familie eine Holz-Hütte aufgestellt. Für Kindergeburtstage oder Sommerabende mit Freunden und Bekannten. Dort sammelt Matthias Ott kleine historische Schätze aus Drolshagen. Ein Bild zeigt die Stadt um 1750, ein anderes stammt von Pfarrer Udo Linke aus dem Jahr 1995. Eine Zeichnung der Pfarrkirche St. Clemens. Auch ein Wappen zum 500. Geburtstag der Stadt hängt an der Wand. „Hier fühlt man sich dann gleich zuhause“, sagt Matthias Ott. „Generell fühlen wir uns hier sehr wohl.“

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