Wurst-Kartell

Wursthersteller Metten muss hohe sechsstellige Strafe zahlen

Es geht um Wurst: Tobias Metten, Leiter Marketing und Prokurist, von Fleischwaren Metten in Finnentrop

Es geht um Wurst: Tobias Metten, Leiter Marketing und Prokurist, von Fleischwaren Metten in Finnentrop

Foto: WAZ / FotoPool

Finnentrop/Bonn.   Wegen verbotener Absprachen beim Wurstpreis hat das Bundeskartellamt Geldbußen von 338 Millionen Euro verhängt. Betroffen sind mehrere deutsche Wursthersteller, darunter auch die Firma Metten aus Finnentrop. Dort weist man die Vorwürfe zurück - aber vor Gericht will man nicht ziehen.

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Ulrich Hehlke stöhnt leise auf: „Nein, ein guter Tag ist das nicht.“ Der Sprecher der Metten-Geschäftsführung in Finnentrop muss seit der Verhängung von Bußgeldern des Bundeskartellamts gegen Wursthersteller Rede und Antwort stehen.

Das Unternehmen - 250 Mitarbeiter, 80 Produkte, darunter die Bockwurst „Dicke Sauerländer“, und mehr als 80 Millionen Euro Umsatz im Jahr - steht auf der schwarzen Liste der Bonner Behörde. Von verbotenen Preisabsprachen will Hehlke nichts wissen. „Wir waren nie im so genannten Atlantic-Kreis, der sich regelmäßig in Hamburg getroffen hat, drin“, versichert der 62-Jährige. „Wir sind unschuldig.“

Vor Gericht will Metten gegen den Bußgeldbescheid nicht ziehen.

Warum nicht? „Nach reiflicher Abwägung aller relevanten Argumente haben wir den Bußgeldbescheid im Rahmen eines so genannten Settlements mit dem Bundeskartellamt akzeptiert“, sagt Hehlke, „um damit das seit fünf Jahren anhängige Verfahren zu beenden und dadurch Rechts- und Planungssicherheit zu erlangen. Wir wollten einen Abschluss machen.“

Wie hoch ist das Bußgeld, das das Unternehmen zahlen muss?

Das Bundeskartellamt selbst gibt keine Auskunft über die Einzelbußgelder. Bezogen auf Metten sagt die Behörde so viel: „Für die 15 beteiligten kleinen und mittelständischen Unternehmen beläuft sich die Geldbuße im Durchschnitt auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag, der im Durchschnitt rund zwei Prozent ihres Jahresumsatzes entspricht.“

Und was sagt Hehlke?

Die konkrete Summe nennt er nicht. Er verrät die Tendenz: „Wir liegen mit unserer Einigung deutlich unter diesen zwei Prozent.“ Dass es sich um einen hohen sechsstelligen Betrag handelt, dem widerspricht er nicht. „Wir haben fünf Jahre Zeit, das Geld zurückzuzahlen. Weh tut es auf jeden Fall. Jeder Euro.“

An der Stelle muss die Frage gestellt werden, ob der Kunde über eine entsprechende Preiserhöhung für die Produkte aus dem Hause Metten rechnen darf. Dem widerspricht Hehlke energisch: „Natürlich nicht. Das würde auch der Markt gar nicht zulassen.“

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