Soziales Engagement

Zahngold aus dem Kreis Olpe für den guten Zweck

Dr. Peter Stracke (vorne von links) und Dr. Oliver Thiersch (vorne rechts) mit Vertretern der Einrichtungen, die Erlöse aus der Altgold-Aktion erhielten.

Dr. Peter Stracke (vorne von links) und Dr. Oliver Thiersch (vorne rechts) mit Vertretern der Einrichtungen, die Erlöse aus der Altgold-Aktion erhielten.

Foto: Birgit Engel

Olpe.  In 14 Kilogramm Rohmaterial stecken auch Platin, Palladium und Silber. Erlös: Über 180.000 Euro. Höchste Spendensumme geht an Laurentiusschule.

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Zum 17. Mal wurden in rund zwei Drittel der Zahnarztpraxen der Bezirksstelle Olpe-Siegen-Wittgenstein Altgold für behinderte und benachteiligte Kinder gesammelt. Rund 14 Kilogramm schwer war der Behälter, der zur Scheideanstalt gebracht werden konnte. Nach der Bearbeitung brachten die darin enthaltenen 4161 Gramm Feingold, 390 Gramm Platin, 1 157 Gramm Palladium und 480 Gramm Feinsilber einen Erlös von 181.091 Euro ein. Dazu kommen weitere 7 000 Euro aus einem Überhang aus den letzten Jahren, so dass nun insgesamt 188 000 Euro vergeben werden konnten.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagte Schirmherr Dr. Oliver Thiersch aus Olpe. „Unser Dank geht an erster Stelle an die vielen tausend Patienten, die ihr Altgold an die Praxen spendeten sowie auch an unsere Kollegen, die über all die Jahre mitmachen und damit ein Signal der sozialen Mitverantwortung setzen.“

56 Einrichtungen profitieren

Im Kreis Olpe profitieren aktuell 29 Einrichtungen und in Siegen-Wittgenstein weitere 27 von dem Erlös. Mehr als beeindruckend ist die Gesamtsumme der Aktion: Sie erbrachte schon über 2,9 Millionen Euro.

„Der Vorstand entscheidet über das Geld unter der Prämisse, dass es dorthin vergeben wird, wo Staat und Träger nicht weiterhelfen können“, erläuterte Dr. Oliver Thiersch.

5.000 Euro für LWL-Schule

So erhielt zum Beispiel die LWL-Förderschule Max von der Grün in der Kreisstadt 5 000 Euro. Die werden für die weitere Unterhaltung der zwei Schulbusse benötigt. Hintergrund: Das Gesetz sieht zwar vor, dass die in ihrer körperlichen und motorischen Entwicklung beeinträchtigten Kinder mit Bus oder Taxi zur Schule gebracht werden, für die Fahrten zu Therapien oder Ausflügen aber muss die Schule selbst sorgen.

Ein anderes Beispiel ist das Josefshaus, dessen Förderverein 4.000 Euro bekam. Einrichtungsleiter Reinhard Geuecke: „Das Geld ist für spezielle Therapien, die insbesondere Kindern unter neun Jahren helfen, Erlebtes zu verarbeiten. Die Kinder sind zu jung für Psychotherapien. Dabei sind wir auf Spenden angewiesen.“

Die höchste Summe im Kreis Olpe erhielt die St. Laurentius-Schule in Attendorn mit 8.000 Euro für ein Zirkusprojekt und Spielgeräte.

Den höchsten Betrag überhaupt erhielt mit 15 000 Euro der Ambulante Kinderhospizdienst Siegen. „Die Begleitung und Entlastung für die Eltern und Geschwisterkinder lebensverkürzend erkrankter Kinder ist von unschätzbarem Wert“, betonte Dr. Peter Stracke, der die Zahngoldaktion ins Leben rief. Als Vater eines schwer erkrankten Sohnes, den er 1999 verlor, hat er Einblick in die Probleme von Förderschulen und ähnlichen Einrichtungen.

Hilfe auch für Auslandsprojekte

20 Prozent des Erlöses gehen auch stets an Institutionen und Projekte außerhalb des Bezirks beziehungsweise ins Ausland.

In diesem Rahmen erhält das Projekt Quaru von Jürgen Spieker 4.000 Euro. Ebenso jeweils die Gesellschaft für Mucopolysaccharidosen, die Polenhilfe Olpe von Hans-Peter Bröcher, die Matambo-Schule in Zimbabwe (Dr. Reichenbach) sowie die Projekte Uduma in Ost- und Zentralafrika (Dr. Hanebeck), Osttimor (Dr. Braganza) und die Indienhilfe von Christa und Karl Simon.

Weitere 2 000 Euro gehen an das Hilfs-Projekt „Lichtblick“ in Ghana.

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